Angebote von Lidl, Aldi und Co.: Für Start-ups ein Problem?

Angebote von Lidl, Aldi und Co.: Für Start-ups ein Problem?

Im Bereich Food hat sich in den letzten Jahren abseits der Angebote „Aldi und Co.“ einiges getan: Ob MyMuesli, Hello Fresh, food.de oder andere Start-ups, die den Fokus auf Lebensmittel gelegt haben – hier dreht sich alles ums Essen. Doch haben die neuen Unternehmen zwischen den Angeboten der Discounter überhaupt eine Chance?

Die Qualität vom Discounter

Studien zeigen, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis beim Discounter kaum zu toppen ist. Ob Lidl, Penny, Aldi und Co.: Oftmals stecken hinter den Eigenmarken der Supermärkte namenhafte Hersteller, die unter einem anderen Namen produzieren. Ganze Bücher gibt es mittlerweile über die Eigenmarken und die eigentlichen Produzenten, die sich dahinter verbergen. Kein Wunder also, dass auch die Qualität beim Discounter kaum zu wünschen übrig lässt. Oftmals gibt es kaum einen Unterschied zwischen einem Artikel der jeweiligen Eigenmarke und einem Produkt eines namenhaften Herstellers. Der Preiskampf der Discounter ist gerade für Neugründer besonders hart.

Haben bereits Supermärkte mit einer langen Tradition Schwierigkeiten, mit dem Preisdruck der Discounter mitzuhalten, wird dies Start-ups nicht gerade einfacher gemacht. Die Lösung ist ebenso einfach, wie auch schwierig umzusetzen. Start-ups dürfen nicht versuchen, sich mit den ganz Großen zu messen und mit diesen in Konkurrenz zu treten, sondern sollten probieren das Hochpreissegment zu bedienen. Dies hat den Vorteil, dass eine Schlacht um den geringsten Preis bereits vorab ausgeschlossen wird. Ferner haben Start-ups so die Möglichkeit, sich ein Alleinstellungsmerkmal zu sichern.

Hochpreissegment: Gute Qualität ist Pflicht

Die Angebote von Aldi und Co. sind für Startups keine Bedrohung. Die Angebote sollten eher als ein Anreiz zur Differenzierung des Portfolios des Startups gegenüber den Discountern verstanden werden. Nicht nur der Preis eines Produkts ist Kaufanreiz. Auch Shopping-Erlebnis und Service sowie Statuserwerb und Akzepatnz in der Peergroup zählen für viele vom Zeitgeist geprägte Konsumenten. (#1)

Die Angebote von Aldi und Co. sind für Startups keine Bedrohung. Die Angebote sollten eher als ein Anreiz zur Differenzierung des Portfolios des Startups gegenüber den Discountern verstanden werden. Nicht nur der Preis eines Produkts ist Kaufanreiz. Auch Shopping-Erlebnis und Service sowie Statuserwerb und Akzepatnz in der Peergroup zählen für viele vom Zeitgeist geprägte Konsumenten. (#1)

Entscheidet sich ein zeitgenössisches Unternehmen der Food-Branche für die Bedienung des Hochpreissegments, dann ist es wichtig, dass die Produkte auch dementsprechend hochwertig sind. Alleinig ein höherer Preis hebt die Artikel nicht von denen eines Discounters ab. Hier kommt es auf Kreativität und Einfallsreichtum an. Gerade im Discounterbereich gibt es wenig Abwechslung, womit die Geschäfte auch nicht hinter dem Berg halten.

Eine aktuelle Werbekampagne von Aldi Süd bewirbt das beschränkte Angebot: Zu sehen ist auf einem Plakat beispielsweise eine einzige Zitrone mit dem Slogan „Einfach, weil man keine 10 Zitronensorten braucht, sondern einfach nur Zitronen.“ Genau hier eröffnet sich für Start-ups die Gelegenheit, das Alleinstellungsmerkmal zu manifestieren: Personalität und Individualität!

Nichts ist in der heutigen Gesellschaft so sehr gefragt wie personalisierte und individuelle Dinge. Das Smartphone, das den Nutzer mit Namen begrüßt, der selbst gemischte Lack des Autos oder ein individuell angefertigtes Möbelstück in Losgröße 1 – gerade das unterscheidet das Angebot von Aldi und Co. von dem eines Start-ups.

Start-ups: Abgrenzen von der Masse

Während bei Aldi und Co. nur die Dinge gekauft werden können, auf die weitere 80 Millionen Deutsche ebenfalls Zugriff haben, gibt es in besonderen Unternehmen speziell für den Verbraucher angefertigte Waren, also Unikate. Genau das ist also die Lösung: Fokussieren Start-ups verstärkt den Aspekt des individuellen Angebots, heben sie sich von den Supermärkten und Discountern ab, beschweren den Kunden ein einmaliges Verkaufserlebnis und haben eine Chance, auf dem hart umkämpften Markt auch langfristig zu überleben.

Wie erfolgreiche Start-ups beweisen, hat diese Strategie schon mehrmals gefruchtet. Als Beispiel kann hier wiederum MyMuesli genannt werden: Der Kunde kann sich online sein personalisiertes Müsli zusammenstellen, das es so nirgendwo zu kaufen gibt. Ideal für alle anspruchsvollen Individualisten, die gerne bereit sind, für diesen Service etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Hier werden sowohl der Individualitätsanspruch als auch das Hochpreissegment bedient!


Bildnachweis: © alle unsplash.com – Chris Greenhow

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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