Erfolgreiche Startups: Diese Unternehmen sind international erfolgreich

Erfolgreiche Startups: Diese Unternehmen sind international erfolgreich

Über Start-ups aus Deutschland gibt es viele Vorurteile. Eines davon betrifft etwa die Tatsache, dass erfolgreiche Start-ups hierzulande immer im Ingenieursbereich tätig sein müssen. Ein anderes, dass sich der Erfolg auf Deutschland beschränkt, maximal noch auf die angrenzenden Länder.

Erfolgreiche Start-ups: Gründer in allen Bereichen

Erfolgreiche Start-ups aus Deutschland sind nicht auf einen Geschäftsbereich festgelegt. Sie sind in den Ingenieursberufen ebenso tätig wie im kreativen Bereich, in Werbung und Marketing, im Handel und in der Produktion. Natürlich auch im Bereich der Telekommunikation, gerade die Neuentwicklung einer Computerapp für die diversen Situationen des täglichen Lebens steht im Fokus vieler junger Unternehmen. Sie sind innovativ und ideenreich, setzen oftmals mit wenig Eigenkapital viel um. Business Angels greifen ihnen unter die Arme und werden doch nur in der Anfangszeit benötigt.

Auch wenn ein derartiger Erfolg nicht allen gelingt und viele junge Unternehmen lange auf Hilfe angewiesen sind oder später doch in die Insolvenz gehen müssen, so gibt es doch einige erfolgreiche Start-ups von hier, die durchaus ein nettes Aushängeschild für das Gründerland Deutschland darstellen. Teilweise lassen sich derartige Erfolgsunternehmen sogar für viel Geld verkaufen.

Im Folgenden stellen wir zehn dieser Start-ups vor, deren Existenzgründer vielleicht von einem ähnlichen Erfolg träumten, doch nicht wirklich damit rechneten, als die Firmen an den Start gingen.

Lesara

Dieses Jungunternehmen ist das große Vorbild für erfolgreiche Start-ups. Denn Lesara ist die am schnellsten wachsende junge Firma, wobei sich diese Unternehmensgründung nicht einmal im IT-Bereich bewegt. Es werden auch keine aufregenden Produkte vertrieben, die es so in dieser Form nirgends sonst zu kaufen gibt. Hier finden sich vielmehr Angebote an Mode, Schmuck, Wohnartikeln und Produkten aus dem Lifestyle-Bereich.

Das Sortiment ist sehr umfassend und es gibt zwar keine großen Besonderheiten, dafür aber das eine oder andere Produkt, welches in dieser Form und vor allem zu diesem Preis woanders nicht erhältlich ist. Die Produktion erfolgt direkt in China und ist damit natürlich sehr günstig, was sich in den niedrigen Produktpreisen zeigt. Der Onlineshop ist übersichtlich gestaltet und so ist das Einkaufen von allerlei Krimskrams praktisch nebenbei erledigt. Die Lieferung erfolgt bequem über UPS oder andere Versanddienstleister.

Hier finden sich vielmehr Angebote an Mode, Schmuck, Wohnartikeln und Produkten aus dem Lifestyle-Bereich.(#01)

Hier finden sich vielmehr Angebote an Mode, Schmuck, Wohnartikeln und Produkten aus dem Lifestyle-Bereich.(#01)

Foodpanda

Es gibt viele erfolgreiche Start-ups wie Foodpanda, allerdings ist diese junge Firma immer noch großer Vorreiter. Der Anbieter gilt als Marktplatz für Lieferservices und fasst deren Angebote zusammen. Der Fokus liegt dabei auf Schwellenländern und die Firma ermöglicht es Restaurants aus Indien, Russland oder Singapur sowie vielen anderen Ländern, im Internet sichtbar zu werden. Dafür wurde eine App entwickelt, über die die Kunden ihr Essen auswählen können.

Foodpanda arbeitet mit der beeindruckenden Zahl von 38.000 Restaurants zusammen und gibt diesen in der mobilen und vernetzten Welt eine Plattform zur Eigenpräsentation. Gleichzeitig unterhält Foodpanda eine eigene Zulieferung und garantiert damit einen pünktlichen Service zu allen Bestellern. Der Kontakt ist direkt über die Internetseite bzw. über die App möglich.

Dafür wurde eine App entwickelt, über die die Kunden ihr Essen auswählen können. Foodpanda arbeitet mit der beeindruckenden Zahl von 38.000 Restaurants zusammen und gibt diesen in der mobilen und vernetzten Welt eine Plattform zur Eigenpräsentation. (#02)

Dafür wurde eine App entwickelt, über die die Kunden ihr Essen auswählen können. Foodpanda arbeitet mit der beeindruckenden Zahl von 38.000 Restaurants zusammen und gibt diesen in der mobilen und vernetzten Welt eine Plattform zur Eigenpräsentation. (#02)

SoundCloud

SoundCloud ist tatsächlich ein Start-up, welches eine ganz eigene Idee hatte und diese nun auch umgesetzt hat. Über die Plattform, die sich selbst als Social Sound Plattform versteht, können Aufnahmen aller Art versendet und getauscht werden. Dabei ist das Hochladen ganz einfach, somit stellt sich auch eher technisch weniger Versierten kein Problem in den Weg. Hier sind aber nicht nur Hobbymusiker und unbekannte Künstler vertreten, sondern auch Profis nutzen die Seite, damit ihre Musik bekannter wird. SoundCloud funktioniert ein bisschen wie Youtube, allerdings werden hier eben keine Videos gezeigt bzw. getauscht, sondern einzig und allein Töne.

DeliveryHero

Foodpanda und Delivery Hero können in etwa verglichen werden. Allerdings teilen sich die beiden nicht die gleichen Länder, sind daher nicht überall gleich bekannt und treten vor allem nicht in direkte Konkurrenz zueinander. Delivery Hero kennt jeder in Deutschland als Lieferheld, Werbung für diese Plattform ist auf Plakaten und im Internet zur Genüge zu finden.

Auf der Internetseite können sich Lieferdienste aller Art eintragen, Nutzer bestellen dann einfach das Essen, welches sie gerade haben wollen. Die Plattform gibt es schon seit mehr als fünf Jahren und inzwischen sind über 300.000 Dienste hier verzeichnet. Fast Food steht dabei natürlich im Fokus und so kommen Bestellungen für Pizza, Pommes und Sushi bevorzugt über diese Plattform.

EyeEm

Professionelle Fotografen nutzen diese Plattform ebenso wie Hobbyfotografen, die ihre Bilder verkaufen wollen. Zu den Nutzern zählen aber alle, die gern neue Bilder kaufen oder die diese für elektronische Zwecke einsetzen wollen. Profis tauschen hier ihre Bilder aus und bieten sie den Nutzern an. Selbst große Unternehmen nutzen die Plattform mittlerweile und kaufen ihre Bilder für die Eigendarstellung im Netz und in Prospekten.

EyeEm nutzt für die Beobachtung der Geschäftsvorgänge eine selbst entwickelte Software, durch die ersichtlich wird, wie gut sich ein Bild verkaufen lässt bzw. ob es zum „Ladenhüter“ wird. Die einzelnen Aufnahmen sind mit Tags versehen, damit ist die Datenbank besonders leicht zu durchsuchen und der Nutzer findet sein persönliches „Most wanted“-Bild auf schnellstem Wege.

Zu den Nutzern zählen aber alle, die gern neue Bilder kaufen oder die diese für elektronische Zwecke einsetzen wollen. Profis tauschen hier ihre Bilder aus und bieten sie den Nutzern an. (#03

Zu den Nutzern zählen aber alle, die gern neue Bilder kaufen oder die diese für elektronische Zwecke einsetzen wollen. Profis tauschen hier ihre Bilder aus und bieten sie den Nutzern an. (#03)

Backlane

Geht es um erfolgreiche Start-ups, so darf Backlane auf keinen Fall fehlen. Denn dieses Start-up zählt zu den erfolgreichsten überhaupt und ist sogar international anerkannt. Das Angebot der Plattform richtet sich an Geschäftsleute und andere Reisende, die ein Auto mieten wollen, welches aber über einen professionellen Chauffeur verfügt. Auf der Internetseite können die Kunden zwischen verschiedenen Wagenklassen wählen und sich entweder für das normale, eher unscheinbare Auto entscheiden oder für die absolute Luxuskarosse.

Ebenso wie die Wagenklasse lässt sich der Preis direkt ablesen, die Firma macht keine Geheimnisse aus den Kosten, die für den Nutzer entstehen. Backlane vermittelt nur professionelle Chauffeure mit Fahrzeug und bietet dennoch in vielen Regionen den günstigsten Preis. Günstiger noch als andere Anbieter, bei denen „Gelegenheitschauffeure“ hinter dem Steuer sitzen.

Research

Soziale Netzwerke sind immer öfter auf einen bestimmten Bereich ausgerichtet und widmen sich längst nicht mehr nur dem allgemeinen Blabla. So auch ResearchGate, ein soziales Netzwerk wissenschaftlicher Art. Die Informationen hier richten sich aber nicht nur an die Angehörigen eines Fachbereichs, sie sind sozusagen interdisziplinär zu sehen. Dabei ist ResearchGate gar nicht mal eine so neue Idee, denn schon in der Anfangszeit des Internets gab es ein derartiges Angebot. Damals war es allerdings nur von Wissenschaftlern zu nutzen, die wiederum einen Internetanschluss über ihre arbeitgebende Universität hatten.

Heute tummeln sich viele Menschen im Internet, was die Kommunikation und den Kontakt zu den Wissenschaftlern bzw. der Forscher untereinander scheinbar deutlich erschwert. Die interdisziplinäre Arbeit bleibt ein wenig auf der Strecke, daher wurde ResearchGate ins Leben gerufen. Zwei Mediziner waren federführend und lassen gemeinsam mit einem IT-Beauftragten das gesamte Projekt immer weiter wachsen. Inzwischen zählt es über 10 Millionen Mitglieder, wobei auch die Zahl der Mitarbeiter in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen ist.

Video: Wie ResearchGate Geld verdient

BigPoint

Erfolgreiche Start-ups können durchaus auch Spaß machen, so wie BigPoint. Das Softwareunternehmen bietet Onlinespiele, die weder einer Installation noch eines Downloads bedürfen. Die Gründung der Firma erfolgte in 2002, in 2016 wurde es für etwa 80 Millionen Euro an ein Softwareunternehmen aus China verkauft. Kein schlechter Schnitt für die Gründer, die damit eine durchaus ansehnliche Menge Geld schöpften.

Worin der Erfolg genau begründet ist, lässt sich nicht konkret sagen, eine Möglichkeit ist aber, dass das sogenannte „Freemium-Modell“ angewendet wurde. Dabei sind die Grundfunktionen der Spiele allesamt kostenlos zu nutzen, Zusatzfunktionen hingegen müssen käuflich erworben werden. Da die meisten Spiele ab einer bestimmten Stelle ohne Zusatzfunktionen keinen Spaß mehr machen, lassen sich viele Spieler auf den Kauf ein.

Kreditech

Ups – dieses Start-up mag zwar Erfolg haben, ist aber durchaus umstritten. Denn es vergibt Kleinkredite an Menschen, die anderweitig kein Darlehen bekommen. So weit nicht schlimm, doch sie zahlen dafür mit ihren Daten. So wird am Ende das gesamte Privatleben der Kreditnehmer durchleuchtet und die Kreditgeber erhalten Zugang zu den Einkäufen bei Amazon, zu Facebook-Einträgen und zum Aufenthaltsort, der über das Smartphone bestimmt wird. Damit entsteht am Ende ein Bild der Privatperson und es ist ersichtlich, ob diese kreditwürdig ist oder nicht. Erfolgreiche Start-ups können also durchaus auch umstritten sein, ob das allerdings nachahmenswert ist, bleibt fraglich.

Clue

Die App nur für Frauen sorgt dafür, dass die körperlichen Veränderungen im Zyklus nachverfolgbar werden. Das heißt, die Nutzerinnen lernen mithilfe der Computeranwendung ihren Körper bessern kennen, erfahren einiges über ihren Zyklus und sind in der Lage, eine Schwangerschaft besser zu planen. Die Anwendung ist bereits in vielen Ländern im Einsatz und dort durchaus erfolgreich. Gleichzeitig handelt es sich um eine eher wissenschaftliche Anwendung, die diesen Anspruch auch konsequent weiterverfolgt. Es geht nicht darum, „pink und fröhlich“ zu sein, sondern tatsächlich den jeweiligen Zyklus optimal nachvollziehen zu können.

Die App nur für Frauen sorgt dafür, dass die körperlichen Veränderungen im Zyklus nachverfolgbar werden.(#04)

Die App nur für Frauen sorgt dafür, dass die körperlichen Veränderungen im Zyklus nachverfolgbar werden.(#04)

Erfolgreiche Start-ups: Deutsche Firmen im Aufwärtstrend

Die Auswahl dieser erfolgreichen Start-ups zeigt, wie breit die Unternehmensgründungen in Deutschland gefächert sind und wie durchschlagend der Erfolg doch sein kann, auch jenseits der typischen Ingenieurbereiche und der Telekommunikation. Gleichzeitig wächst die Zahl der Neugründungen immer noch und so bleibt zu vermuten, dass auch in Zukunft viele erfolgreiche Start-ups auf dem Markt zu finden sein werden.

Geniale Ideen, die in dieser Art noch nie da gewesen sind, lassen sich nicht überall finden, doch das tut dem Erfolg keinen Abbruch. Denn viele Dinge beruhen einfach auf der großen Nachfrage und haben leicht abgewandelt immer wieder größte Erfolgsaussichten. Wer rechtzeitig auf den Zug aufspringt und mit seinem Jungunternehmen an den Start geht, kann durchaus von einer momentan hohen Nachfrage profitieren, wenn er denn früh genug auf Veränderungen reagiert.

Wie das Beispiel von BigPoint zeigt, lassen sich derartige Firmen auch sehr gut verkaufen und dabei oft hohe Preise erzielen. Allerdings sei dabei auch gesagt, dass nicht wenig Idealismus und Optimismus hinter einer solchen Gründung stecken, dazu Mut, Innovationskraft und der unbedingte Wille zum Erfolg.


Bildnachweis:©Shutterstock – Titelbild:Rawpixel.com – #01: dpaint – #02:TijanaM – #03:Angela Waye – #04:Alexey Yuzhakov

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.