Fehler, die Startups in die Knie zwingen können

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Ein Startup zu gründen ist eine fordernde Angelegenheit. Nicht umsonst scheitern jedes Jahr etliche Gründer schon während des ersten Geschäftsjahres und müssen ihre Vision wieder verwerfen. Dabei machen Gründer oft immer wieder die gleichen Fehler. Diese beziehen sich nicht nur auf die finanziellen Aspekte des Startup-Lebens, sondern vielmehr auch auf administrative Bereiche.

Erschwerend kommt hinzu, dass ein Fehler während der Anfangszeit oft weitere Probleme nach sich zieht. Gründer, die in bestimmten Bereichen falsch handeln, können damit das gesamte Unternehmen in Schieflage bringen. Damit das nicht geschieht, sind eine solide Planung und Durchführung der unternehmerischen Schritte entscheidende Punkte, die über Wohl und Wehe des eigenen Startups entscheiden können.

Vernachlässigung von Cash Flow und Customer Lifetime Value

Cash Flow und Customer Lifetime Value sind bereits sehr gewichtige Begriffe. Beide jedoch sind für die Finanzen des Unternehmens und mögliche Investoren wichtige Werte. Gründer tun daher gut daran, sich mit beiden Begrifflichkeiten auseinanderzusetzen, um im weiteren Verlauf für ein starkes Fundament sorgen zu können.

Der Cash Flow ist für ein Startup eine wichtige Größe, die die Argumentationslage gegenüber Banken und Investoren beeinflussen kann. Er beschreibt nicht etwa, wie viel Gewinn ein Startup erwirtschaften könnte, sondern setzt Ausgaben und Einnahmen in ein Verhältnis. Hierdurch kann eine weitaus detailliertere Planung erfolgen, die die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens abbildet. „Der Cash Flow zeigt damit die Finanzkraft bzw. Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens an: je mehr Geld das Unternehmen selbst erwirtschaftet, desto weniger muss es von anderen (z.B. Bankkredite) aufnehmen.“ (Quelle: http://www.welt-der-bwl.de/Cashflow)

Bei der näheren Betrachtung des Cash Flow können sich in diesem Bereich einige unangenehme Überraschungen einstellen. So kann es sein, dass die Ausgaben des Unternehmens zwar unterhalb der Einnahmen liegen, die Einnahmen das Bankkonto jedoch mit deutlicher Verzögerung erreichen. Hier können temporäre Löcher entstehen, die kein Investor und auch keine Bank freiwillig zu überbrücken helfen. Weitere unerwartete Geschehnisse wie plötzliche Ausgaben, die zuvor nicht absehbar waren und auch saisonale Schwankungen der Einnahmen können ein Startup sehr schnell an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit bringen. Es genügt also nicht, den Cash Flow rein theoretisch zu betrachten, denn er sollte unter Einbeziehung zahlreicher Eventualitäten bei der finanziellen Planung behilflich sein.

Customer Lifetime Value hilft dabei, die Ausgaben eines Startups pro Kunde genauer planen und definieren zu können. Zu Beginn des unternehmerischen Daseins ist der Customer Lifetime Value vergleichsweise klein, da langfristige Kundenbindungen noch nicht existieren. Hier tun Startups gut daran, die Kosten für Kundenbetreuung und -bindung möglichst gering zu halten. Gewinnt das Unternehmen im Laufe der Zeit jedoch an Bekanntheit, so rücken auch langfristige Kundenbindungen in den Fokus. Der Customer Lifetime Value steigt somit, was höhere Ausgaben pro Kunde auf den Plan treten lässt. Nutzt ein Startup den Customer Lifetime Value auf sinnvolle Art und Weise, so hilft dieser Wert dabei, die Bestrebungen und Investitionen im Bereich der Kundenbindung besser planen zu können.

Generierung zu hoher Ausgaben

Schon kurz nach der Definition ihrer Idee stehen Startup Gründer vor einer wahren Flut an Investitionen. Marken wollen eingetragen und Namen gesichert werden, Domains kosten Geld und auch das Personal will bezahlt sein. Nicht zuletzt werfen auch Geschäftsräume und möglicherweise auch ein Firmenfahrzeug Kosten auf, die sich in Summe stark auf die Liquidität des eigenen Unternehmens auswirken. Doch es sind nicht nur diese großen Posten, die die Ausgaben eines Startups definieren.

Gründer sollten sich daher sehr sorgfältig überlegen, welche laufenden Kosten und Ausgaben es tatsächlich gibt und wo sich mögliche Einsparpotenziale verbergen. Ein gutes Beispiel hierfür lässt sich im Bereich der Büromaterialien finden. Gründer, die Unsummen für Kopierpapier, Büroklammern, Ordner und Blöcke ausgeben, stehen schon bald vor einem Berg an Rechnungen. Hier ist ein sinnvolles und vor allem kostensenkendes Vorgehen wichtig. So lohnt sich die Investition in günstige Büromaterialien in jedem Fall. Es lohnt sich bereits, die Bestellungen von Büromaterialien langfristig zu planen. Viele Anbieter ermöglichen beim Kauf größerer Mengen attraktive Rabatte.

Auch Toner und Druckertinte wirken sich massiv auf die Kostenstruktur eines jungen Unternehmens aus. Gründer, die stets in neue Originalpatronen investieren, verfolgen hier keinen wirtschaftlichen Weg. Eine Einsparmöglichkeit liegt in der Nutzung von Refill Druckerpatronen, die bis zu 50 Prozent günstiger sind als neue Originalpatronen. Dabei wirkt sich die Tatsache, dass es sich um generalüberholte und wieder befüllte Patronen handelt, nicht negativ auf die Ergiebigkeit der Patronen aus. Mit ihnen können Gründer also genauso effektiv drucken, sie senken die eigenen Ausgaben jedoch dabei beträchtlich.

Zusammenstellung einer schwachen Mannschaft

Es heißt oft, eine Gruppe kann nur so stark sein wie ihr schwächstes Glied. Dass dieser Grundsatz auch auf Startups übertragbar ist, zeigt sich in der Zusammenstellung des eigenen Teams. Gründer, die sich ausschließlich von Sympathien leiten lassen und Arbeitskollegen nicht nach ihrem Können und ihrem Wert für das Unternehmen beurteilen, erschaffen eine denkbar schlechte Ausgangsposition. Alle Personen, die im Startup zusammenarbeiten sollen, müssen also sehr sorgfältig ausgewählt werden. Grundsätzliche Fragen, die sich der Unternehmer vor der Einstellung eines Mitarbeiters stellen sollte, sind unter anderem:

  • Bringt der Mitarbeiter wertvolle Fachkenntnisse mit?
  • Hat der Mitarbeiter bereits Erfahrungen sammeln können?
  • Passt der Mitarbeiter menschlich in das bestehende Team?
  • Wie steht es um die „Soft Skills“ des Mitarbeiters?

Auch das zur Verfügung stehende Budget sollte kein Grund dafür sein, extrem niedrige Summen für Personal einzuplanen. Besser ist es, die Leistungsfähigkeit des eigenen Unternehmens durch entsprechend fähiges Personal zu steigern, denn nur so lässt sich auf Dauer das Maximum an Performance herausholen.

Wer sich jedoch ein schwaches Team erschafft, der wird im unternehmerischen Alltag zahlreichen Hürden begegnen und mit Bremsklötzen zu kämpfen haben. Das eigene Vorankommen wird dadurch gehindert, dass sich Mitarbeiter nicht richtig ergänzen oder dass jeder für sich kein ausreichendes Engagement zeigt. In diesem Fall übersteigen die Personalkosten schnell den Bereich, in dem sich die Investition lohnt und das Unternehmen verliert unter Umständen immer weiter an Boden.


Bildnachweis: © Titelbild -Shutterstock: wowomnom

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