Gummimatte: Pferdepflege beginnt beim Bodenbelag

Gummimatte: Pferde-Pflege beginnt beim Bodenbelag

Viele Pferde- oder Reiterhöfe werden im Rahmen der Nachfolgeregelung oder durch einen kompletten Verkauf an einen neuen Besitzer übergeben. Dieser stellt sich zu Recht in vielen Fällen die Frage, was geändert werden kann und wie das pferdefreundliche und dennoch kostengünstige Führen des Betriebs möglich ist. Dabei muss immer bedacht werden, dass die Gesundheit der Pferde oberste Priorität hat, denn sie sind das Kapital des Hofs. Von der Gummimatte bis zur Auswahl des Zaumzeugs haben viele Details in der Ausstattung eine direkte Auswirkung auf Gesundheit und Wohl der Pferde.

Gummimatte und Pferde-Pflege

Lange Standzeiten der Pferde kann sich kein Betreiber eines Reiterhofs leisten, denn die Vierbeiner müssen ihren Hafer tatsächlich selbst verdienen. Handelt es sich um einen Pensionsbetrieb, so muss seitens des Stallbetreibers dafür gesorgt werden, dass die Tiere gut und sicher untergebracht sind und sich in den Boxen oder im Offen- und Laufstall kein gesundheitliches Risiko ergibt. Dies kann nur gewährleistet werden, wenn an alle Details gedacht wird und diese beziehen auch den Bodenbelag von Stall und Paddock mit ein.

Pferde sind sowohl betreffend den gesamten Bewegungsapparat als auch bezogen auf die Hufe sehr empfindlich. Zu langes Stehen auf zu hartem Untergrund zum Beispiel kann dazu führen, dass die Hufe stark belastet werden – ein ständiger Druck auf das Hufbein ist aber schädlich. Auch die Gelenke, Bänder und Sehnen leiden, wenn das Pferd auf hartem Boden steht. Dies verwundert auch nicht, wenn man bedenkt, dass Pferde eigentlich Steppentiere sind und einen flexiblen Gras- oder Sandboden unter den Hufen benötigen. Durch verschiedene Bodenbeläge kann aber eine Möglichkeit geschaffen werden, selbst Pferden, die nicht im Offenstall leben dürfen, angenehm zu stehen. Die Gummimatte ist eine ausgezeichnete Wahl, das Pferd zu schonen und ihm einen angenehmen Stand zu ermöglichen.

Gummimatte zur Verhinderung von Unfallgefahren

Die Gummimatte kann sehr glatt und rutschig werden, wenn sie nass wird. Wird sie als alleiniger Untergrund eingesetzt und stallen die Pferde darauf, so ist das rutschsichere Laufen bereits nicht mehr gegeben. Daher ist es wichtig, die Gummimatte mit einer leichten Einstreu zu kombinieren, was zudem dem Liegekomfort zugutekommt.

Es gibt inzwischen Hersteller, die eine Gummimatte für Pferde anbieten, die absolut rutschsicher sein soll, weil sie über eine entsprechende Beschichtung der Oberfläche verfügt. Dies ist nicht in jedem Fall so, daher sollte sich jemand, der noch keine eigenen Erfahrungen in der Benutzung der Gummimatte als Stallbodenbelag vorweisen kann, gut beraten lassen und gegebenenfalls andere Meinungen einholen.

Wichtig ist, dass durch das Verlegen der Gummimatte kein erneutes Unfallrisiko geschaffen wird, daher sollte auf die erwähnte Rutschsicherheit bei Nässe geachtet werden. Eventuell kann es sinnvoll sein, die Gummimatte mit einer leichten Einstreu zu versehen, was aber leider viele Pferde dazu bringt, diesen Platz als Toilette zu benutzen. Damit dies nicht der Fall ist, ist es ratsam, den Pferden an einer weiteren Stelle eine Möglichkeit zum Stallen zu geben.

Gummimatte für Pferde: Gesundheitsrisiko inklusive?

Die Gummimatte lässt sich zwar sehr gut reinigen, allerdings muss die Säuberung auch täglich vorgenommen werden. Andernfalls wird die Gummimatte nur allzu leicht zur Heimat für Viren, Bakterien und verschiedene Parasiten. Daher ist wichtig, dass die Gummimatte zum einen an der Oberfläche gut gereinigt werden kann, zum anderen sollte sie sich gut herausnehmen lassen. Nur so ist es möglich, auch den Unterboden auszutauschen oder wenigstens zu spülen, damit Urin ausgeschwemmt wird. Die Berücksichtigung des Gesundheitsrisikos durch Krankheitserreger ist ebenso wichtig wie die Minimierung der Belastung durch Ammoniak-Dämpfe und der Schutz vor Verletzungen durch äußere Einflüsse. Nur mit gesunden Pferden ist es möglich, einen Bauern- oder Reiterhof, einen Zucht- oder Pensionsbetrieb gewinnorientiert zu bewirtschaften. Die Tierarztkosten müssen so minimal wie möglich gehalten werden und gerade bei Schäden am Bewegungsapparat oder am Atmungssystem ist damit zu rechnen, dass sehr hohe und vor allem dauerhafte Kosten auf den Pferdebesitzer zukommen.


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Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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