Hamburg Startup: Die Gründerszene Hamburgs im Visier

Hamburg Startup: Die Gründerszene Hamburgs im Visier

Jedes Hamburg Startup versucht, den Konkurrenten aus der Hauptstadt den Rang abzulaufen- und nicht selten mit Erfolg! Die im Folgenden vorgestellten Start-ups der Hansestadt sind erfolgreich und können sich mit ihren innovativen Ideen durchaus sehen lassen.

Hamburg Startup: Klotzen statt kleckern!

Kein Hamburg Startup möchte den Berlinern unterstellen, dass sie nur kleckern würden. Doch wer in der Hansestadt etwas angeht, der geht gleich richtig zur Sache! So scheint es zumindest, wenn man sich die folgenden 20 Start-ups anschaut.

  • Firal
    Das Hamburg Startup Firal konzipierte die Idee, Empfehlung per Twitter oder Facebook für Unternehmen zu nutzen, zu einem Geschäftsmodell um. Der Fokus liegt auf „Software as a service“, was eine Art Empfehlungsprogramm darstellt, welches wiederum in Apps eingebaut werden kann. Das Geld kommt per Provision, finanziert wurde der Relaunch mit einer sechsstelligen „Hilfssumme“ der Investoren. Die Nutzer, die per Facebook oder Twitter Empfehlungen herausgeben, werden mit Gutscheinen belohnt. Bisher sind angeblich mehr als 100 Kunden durch Firal gewonnen worden.
  • Appinio
    Unterhaltsame Fragen verlangen freiwillige Antworten – schon ist das Geschäftsmodell von Appinio fertig. Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, die Marktforschung zu vereinfachen und so nutzt das Start-up moderne Smartphones statt lästiger Telefonanrufe. Auftraggeber verwalten die Umfragen in Eigenregie, der Nutzer wird durch das sogenannte „Gamification-Prinzip“ gelockt und macht bei der Umfrage mit. Dieses Hamburg Startup bekam in 2014 eine sechsstellige Summe von Investoren, schon in 2015 wurde die App zum 20.000sten Mal heruntergeladen.
  • Facelift
    Dieses Jungunternehmen zeichnet sich bereits dadurch aus, dass es in 2014 eine der größten Erstfinanzierungen erhielt, die je für ein Start-up aus der Hansestadt vergeben worden sind. Den Anwendern wird eine Cloud geboten, mit der sich die Aktivitäten des Unternehmens im Social Media Bereich steuern lassen. Inzwischen zählen über 1200 Kunden zum Unternehmen, diese kommen aus der ganzen Welt und sind durch bekannte Namen wie Adidas, Ikea oder Samsung charakterisiert.
Dieses Startup aus Hamburg vermittelt Designermode über eine Plattform, die europaweit zugänglich ist. (#03)

Dieses Startup aus Hamburg vermittelt Designermode über eine Plattform, die europaweit zugänglich ist. (#03)

  • Spottster
    Das Hamburg Startup hat eine Erweiterung für den Browser entwickelt, mit denen sich die Produkte, deren Preistrends und weitere Funktionen beobachten lassen. Der Nutzer bekommt direkt eine Information, wenn der Preis fällt. Im Grunde handelt es sich bei dem Hamburger Unternehmen um den Organisator einer Schnäppchenjagd, wobei hier mittlerweile über 3000 Kooperationspartner an dem Projekt beteiligt sind.
  • Familonet
    Das Unternehmen gibt es bereits seit 2012 und es kann bisher auf eine wirklich steile Wachstumskurve blicken. Niemand hätte bei der Gründung des Start-ups damit gerechnet, dass sich ein derartiger Erfolg einstellen würde – bis zum Jahr 2015 gab es schon über eine Million Nutzer. Die Geolocation-Dienstleistungen richteten sich anfänglich nur an Familien, die ihre jeweiligen Standorte austauschen wollen, mittlerweile nutzen auch WG-Bewohner und Paare die App. In 2013 unterstützten Investoren das junge Unternehmen mit einer sechsstelligen Summe, seit 2015 gehört es zum Business Incubation Centre der ESA.
  • Rebelle
    Dieses Hamburg Startup vermittelt Designermode über eine Plattform, die europaweit zugänglich ist. Heute ist die Plattform in 28 Ländern vertreten und bietet über 20.000 Artikel von mehr als 600 Designermarken. Das Start-up wurde 2013 in der Hansestadt gegründet und bieten einen kompletten Service von der Begutachtung bis hin zum Verkauf.
  • Kreditech
    Dieses Hamburg Startup mag zwar überaus erfolgreich sein, ist aber nicht ganz unumstritten. Der Grund: Es werden zwar Kleinkredite an Menschen vergeben, die ansonsten keinen Kredit bekommen würden. Dafür bezahlen diese aber auch mit ihren Daten. Die Kunden des Unternehmens sollen eigene Neukunden binnen von Sekunden finden und scoren können. Schon seit 2012 ist das Hamburger Start-up am Start und begann damals mit einer Fördersumme von 82,5 Millionen Euro. Der Umsatz wird für 2015 mit 41,3 Millionen Euro angegeben, das waren 96 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr.
  • Protonet: Made in Hamburg with ♥
    Das Hamburg Startup gibt es schon seit 2008 und es war im Jahr 2014 absoluter Rekordhalter im Bereich des Crowdfundings. Geboten werden private Cloud-Server ebenso wie eine Softwarelösung für die Kommunikation innerhalb des Unternehmens. Erst in 2015 gelang es aber, das Produkt auch für kleine Unternehmen nutzbar zu machen und sich in der Branche zu positionieren. Nun haben die Gründer den US-Markt im Visier.
Zwei Hamburgerinnen zeichnen für dieses Startup verantwortlich, welches sich mit Privat-Gigs und Events einen Namen gemacht hat. (#04)

Zwei Hamburgerinnen zeichnen für dieses Startup verantwortlich, welches sich mit Privat-Gigs und Events einen Namen gemacht hat. (#04)

  • Figo
    Das Hamburger Jungunternehmen gehört zu den Start-ups, die sich nur an Geschäftskunden richten und es bietet eine Programmierschnittstelle, mit der sich Transaktionen leichter durchführen lassen. Gedacht ist die Lösung für das Abrufen von Bankdaten und Kontoständen, für das Auslesen von Wertpapierdepots und Kreditkarten und für die Implementierung weiterer Services. Kunden können zum Beispiel Rechnungen mit dem Smartphone abfotografieren und dann einfach per Überweisung begleichen. Momentan steht für das Fintech-Unternehmen die große Aufgabe an, den europäischen Markt weiter zu erschließen.
  • Sofaconcerts
    Zwei Hamburgerinnen zeichnen für dieses Start-up verantwortlich, welches sich mit Privat-Gigs und Events einen Namen gemacht hat. Seit das Projekt gegründet wurde, traten bereits über 2000 Newcomer-Bands auf – in mehr als 16 Ländern! -, wobei diese ihre Bühne über die Online-Plattform vermittelt bekamen. Die Betreiberinnen des Projekts blicken stolz auf über 1000 Gastgeber, die für die Musik-Auftritte ihre Keller, Dachterrassen oder Wohnzimmer zur Verfügung stellen und so ein einmaliges privates Konzert bekommen. Financier des Projekts ist die Stadt Hamburg selbst über das Innovationsstarter-Programm. Rund 100.000 Euro sind bereits in die Vermittlung derartiger Events geflossen.
  • About You
    Die Gründer haben mit ihrem Hamburg Startup eine Nische besetzt und ist bereits mit einem Team von 200 Mitarbeitern aus 13 Ländern am Start. Der Onlineshop gehört zur Otto Group und ist seit 2014 am Markt vertreten. Bisher sei bereits ein zweistelliger Millionenumsatz erzielt worden. Ziel des Projekts ist es, den – meist weiblichen – Nutzern ein personalisiertes Angebot zusammenzustellen, sodass die allgegenwärtige Frage „Steht mir das?“ Geschichte wird.
  • Flio
    Hierbei handelt es sich um eine App, die sich mit allem befasst, was bei einem Aufenthalt am Flughafen relevant ist. Es geht um die Stressreduzierung oder um das Finden der besten Shop-Angebote. Flio ist mit dem Projekt Qype vergleichbar, dabei aber weitaus kommerzieller angelegt, so der Gründer Stephan Uhrenbacher. Besonders interessant ist das Projekt für Retailer an Flughäfen.
  • LifeTime
    Die Welt ist digital – so ist es nicht verwunderlich, dass nun auch Patientenakten digitalisiert werden. Die App sammelt persönliche Gesundheitsinformationen, die auf das Smartphone des Patienten übertragen werden. Die dafür nötige Hardware liegt in Arztpraxen und Kliniken aus. Patienten nutzen das Bluetooth für ihr Smartphone und ziehen sich die eigenen Daten herunter. Zum einstigen Gründer Johannes Jacubeit sind in der Zwischenzeit viele verschiedene Teilhaber am Unternehmen hinzugekommen: Der Innovationsstarter Fonds sowie Ärzte, Anwälte und Unternehmen beteiligen sich.
Die Idee ist klasse: Nutzer geben ihre Lieblingsmusik an und der Anbieter prüft, ob diese zur Therapie des Tinnitus geeignet ist. (#05)

Die Idee ist klasse: Nutzer geben ihre Lieblingsmusik an und der Anbieter prüft, ob diese zur Therapie des Tinnitus geeignet ist. (#05)

  • SugarShape
    Aus der Not geboren, nun mit Erfolg geführt – das Projekt SugarShape richtet sich nur an einen kleinen Markt. Es geht um BHs für große Größe, wobei sich die Kundinnen hier sogar am Designprozess beteiligen können. Da das Projekt bisher so gut angenommen wurde, wollen die beiden Gründerinnen es auf normale Größen ausweiten. Die erste große Finanzierung kam in 2013, danach stieg Ende 2015 auch noch die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft mit ein. An Finanzen mangelt es dem Jungunternehmen auch aus dem Grund nicht, weil Business Angel Joachim Rabe ebenfalls mit eingestiegen ist.
  • Stuffle
    Einmal Schnäppchenjäger, immer Schnäppchenjäger – so auch unterwegs. Dank Stuffle ist das auch möglich und so können Nutzer per App die Kleinanzeigen verschiedener Plattformen immer im Auge behalten. Die Optik erinnert an Pinterest, ist damit übersichtlich und gerade für unterwegs gut nutzbar. Ende 2012 gab es für das Hamburg Startup eine sechsstellige Finanzierungssumme, im November 2014 übernahm Immobilienscout die Mehrheit der Anteile. Mittlerweile nutzen über 250.000 Menschen die App im Monat. Schnäppchenjagd digital!
  • Tripl
    Die Gründer sind ein bisschen wie Bürosekretäre und übernehmen die Reiseplanung der Kunden. Es werden Reisevorschläge unterbreitet, die sich an den Facebook-Vorlieben orientieren. Dank Big Data soll sich der Aufwand pro Kunde auf ungefähr eine halbe Stunde reduzieren. Momentan kennt das Unternehmen die Angaben von rund 14.000 Nutzern, die Finanzierung läuft über Provisionen durch Expedia und Booking.com. Das nächste Ziel besteht darin, mehr Cluster durch Daten zu erstellen.
  • Stylelounge
    Stylelounge ging erst im Februar 2015 an den Start und konnte gleich mit einem guten Angebot punkten: Über drei Millionen Modeprodukte werden ständig verglichen und die Nutzer bekommen deren Verfügbarkeit angezeigt. Große und kleine Onlineshops sind hier inbegriffen und werden derzeit mit über 300 angegeben. Inzwischen beschäftigt das Jungunternehmen rund 40 Mitarbeiter und blickt auf große Geldgeber wie TA Ventures oder Astutia Ventures.
  • Tinnitracks
    Die Idee ist klasse: Nutzer geben ihre Lieblingsmusik an und der Anbieter prüft, ob diese zur Therapie des Tinnitus geeignet ist. Es geht darum, die Lautstärke des Tinnitus zu reduzieren, wozu die eigene Lieblingsmusik eingesetzt werden soll. Das ist möglich, indem die Musikstücke nach ihrer Frequenz aufgeschlüsselt und aufbereitet werden. Patienten sollten dieser Musik dann täglich für mindestens 90 Minuten lauschen.
  • Rocket Beans
    Eigenen Angaben zufolge erreichen die Anbieter bis zu 120.000 Zuschauer täglich mit ihrem „Nerd-TV“. Ganztags wird über die Videoplattform Twitch gestreamt und es gibt Neues zu diversen Filmen und aus der Welt von Lifestyle und Gaming. Dazu gibt es den YouTube Kanal RocketbeansTV, der schon über 260.000 Abonnenten zählt.
  • Wunder
    Die Firma ging aus Wundercar hervor, diese alte App wurde allerdings wegen rechtlicher Probleme eingestellt. Nach der Ausweitung der Geschäfte in Richtung Osteuropa ist nunmehr „Wunder“ entstanden und läuft dort besser, als es in Deutschland jemals der Fall gewesen wäre. Es geht um das Ridesharing und nach Angaben des Unternehmens werden in Osteuropa alle 30 Sekunden Anfragen zu Fahrten getätigt. Die letzte große Finanzierungsrunde gab es in 2015, das Unternehmen wollte aber nicht mit der Höhe der Fördersumme herausrücken.

Aus diesen Beispielen für Start-up-Unternehmen aus Hamburg ist sehr gut ersichtlich, wie innovativ die Gründerlandschaft doch ist. Welche Möglichkeiten sich hier bieten, wie gut Finanzierungsmöglichkeiten sind. Immer vorausgesetzt: Die Idee ist absolut einzigartig, mutig und klingt zuerst vielleicht sogar ein wenig verrückt bis unwahrscheinlich.


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Über 

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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