Immobilien: Dubai verspricht hohe Renditen für Immobilieninvestments

Immobilien: Dubai verspricht hohe Renditen für Immobilieninvestments

Vor nicht allzu langer Zeit hatten Investoren große Erwartungen an den Immobilienmarkt in Dubai. Man versprach sich vor allem hohe Renditen für Immobilieninvestments im Land des scheinbar immerwährenden Wachstums. Jahrelang konnte das Emirat zweistellige Wachstumsraten in der Wirtschaftsleistung verzeichnen. Jetzt droht der Traum vom entfesselten Kapitalismus und den hohen Einnahmen durch Renditen endgültig zu kippen.

Die Weltwirtschaftskrise hat auch vor dem Persischen Golf nicht Halt gemacht und so leidet vor allem der Immobilienmarkt in Dubai und mit ihm viele deutsche Privatanleger, die vom Immobilienboom in Dubai profitieren wollten und sich hohe Renditen für Immobilieninvestments erhofft hatten.

Hohe Renditen lockten die Investoren nach Dubai

Angelockt durch hohe Renditen und Steuerersparnisse hatten zahlreiche Anleger, darunter auch Deutsche, Millionengelder in geschlossene Immobilienfonds für Bürotürme und Hotels investiert. Da geschlossene Fonds keine Wertpapiere sind, sondern langfristige Beteiligungen an einer Unternehmung, gingen die Investoren ein hohes Risiko ein. Im schlimmsten Fall kann das bedeuten, dass die Anleger all ihre Einlagen verlieren.

Ganz so schlimm ist es zwar mit den Dubai-Fonds des Gütersloher Anbieters Alternative Capital Invest (ACI) noch nicht, jedoch bekamen auch deren Anleger vor einiger Zeit Post, in der die Verzögerung der Ausschüttungen bekannt gegeben wurde. Insgesamt sind über 8000 Anleger an den Unternehmungen beteiligt, die glaubten, mit den hohen Renditen an Immobilien in Dubai Gewinn machen zu können. Allein die Fonds 2 bis 5 hatten ca. 300 Millionen Euro in Immobilienprojekte des Emirats Dubai investiert. Diese Fonds sollten eigentlich bis zum 31. Dezember 2008 aufgelöst werden doch die Anleger mussten erfahren, dass die Objekte des Fonds zwar vertraglich veräußert worden waren, doch der Käufer den Kaufpreis nicht zahlen konnte, da er nicht den erwarteten Kredit von der Bank bekommen hatte. So musste die ACI den Anlegern mitteilen, dass sich die Ausschüttungen ihres Kapitals verzögern würden.

Zwar wussten die Anleger, dass sie mit dem Erwerb von Immobilienfonds aus dem Emirat Dubai ein hohes Risiko eingehen, jedoch sah es Anfangs nicht so aus, als würde es in dem Land des stetigen Wachstums Wertverluste geben. Jahrelang boomte die Wirtschaft in Dubai und Hochhäuser wurden innerhalb kürzester Zeit aufgebaut. So entstand innerhalb weniger Jahre ein Großteil der Stadt überhaupt erst. Die hohen Renditen lockten die Investoren aus aller Welt an, die sich ihres Erfolgs bereits sicher waren. Jetzt wurden viele von Ihnen in den letzten Jahren bitter enttäuscht und verloren große Teile ihrer Einlagen an Immobilien in Dubai.

Nicht nur die Ausschüttungen an die Anleger sind gefährdet, denn wenn der Verkauf nachträglich scheitert, droht auch das Scheitern eines steuerlichen Konstruktes, das auf einem alten Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten beruhte. Das Abkommen ist bereits seit Ende 2008 ausgelaufen, das bedeutet, dass die Gewinne aus einem neuen Kaufvertrag vollständig dem deutschen Besteuerungsrecht unterlägen. Alegeranwalt Jen-Peter Gieschen weiß: „Wir gehen dem Verdacht nach, dass den ,Traumrenditen‚ von ACI nichts anderes als ein Schneeballsystem zu Grunde liegt. Das gesamte Geschäftsgebaren ist undurchsichtig.“ Die Investoren sollten laut Gieschen auf eine außerordentliche Gesellschafterversammlung in Deutschland drängen.


Bildnachweis: © morguefile.com – khalednj

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Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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