Startup Hub: So wird ein Startup Hub ins Leben gerufen

Startup Hub: So wird ein Startup Hub ins Leben gerufen

Wer sein eigenes Unternehmen gründen möchte, macht das am besten in Gesellschaft anderer Gründer. Doch was, wenn keine anderen Gründer vorhanden sind: Wie kann ein Startup Hub entstehen?

Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen im Startup Hub

Wichtig ist in jedem Fall Unterstützung – große Unternehmen sollten ein Startup stützen, damit die gesamte Region zum Hub werden kann. Schlagworte wie New Tech und Joint Venture sind allgegenwärtig, wenn es darum geht, dass die Großen der Branche die Kleinen stützen sollen. Dabei geht es nicht darum, sich eine gewisse Konkurrenz „heranzuziehen“ und alles vorzumachen. Jeder muss eigene Erfahrungen sammeln und herausfinden, wie es geht! Doch die Großen können helfen, gewisse Erfahrungen zu machen, sich relevantes Wissen anzueignen und einen Weg in der Wirtschaft zu finden.

Um ein Startup Hub ins Leben zu rufen, brauchen neue Unternehmen eine zielgerichtete Anleitung, mit der sie erfahren, wie sie sich selbst am besten organisieren können. Was können sie tun, um erfolgreicher zu werden, um mit anderen zu kooperieren und die eigene Nische in der Wirtschaftswelt zu finden?

Infografik: Gründungs-Hotspots von StartUps. Wie treu sind die deutschen StartUps gegenüber ihrem Gründungs- und Standort?

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Erfolgreich im Startup Hub: Richtlinien für Gründer

Die folgenden Punkte sind für Gründer interessant, die in einem Startup Hub erfolgreich sein wollen:

1. Mit Forschungsinstituten zusammenarbeiten

In allen größeren Städten gibt es Forschungseinrichtungen von Universitäten, Fachhochschulen und anderen Institutionen. Um ein Startup Hub zu starten, ist die Kooperation mit einer Hochschule wichtig, daher sollten sich Gründer stets derartigen Einrichtungen anschließen bzw. den Kontakt und die Zusammenarbeit suchen. Das hat zum einen den Vorteil, dass sich durchaus interessante Projekte verwirklichen lassen, zum anderen ist es leichter, wenn Jobs besetzt werden sollen.

Wer gerade an den Start gegangen ist, arbeitet vielleicht noch allein. Doch mit Aussicht auf Erfolg braucht ein Unternehmen weitere Mitarbeiter. Jobs können erst einmal an studentische Hilfskräfte vergeben werden, diese sind günstiger und leisten dennoch gute Arbeit. Außerdem wachsen diese als Fachkräfte in die Stelle hinein und werden bereits nach kurzer Zeit wertvolle Mitarbeiter mit einem umfassenden Einblick in alles, was mit dem Unternehmen zu tun hat. Eine großartige Firma entsteht immer durch erstklassige Mitarbeiter!

2. Spätere Unterstützung sichern

Meist wird davon ausgegangen, dass ein Unternehmen immer nur am Anfang Hilfe und Unterstützung braucht. Doch das ist zu kurz gedacht, denn gerade nach dem zweiten oder dritten Jahr kriselt es häufig. Die neue Idee ist keine solche mehr, vielleicht gibt es inzwischen sogar Nachahmer. Nicht wenige Unternehmen scheitern nach dieser Zeit auch aufgrund der fehlenden finanziellen Rücklagen – der Gründerkredit ist aufgebraucht, die tilgungsfreie Zeit vielleicht schon beendet. Nun heißt es, das Darlehen zurückzuzahlen bei gleichzeitig sinkenden Umsätzen. Die Insolvenz droht!

Hier kommt der neue Begriff „Economic Gardening“ zum Tragen, der „ökonomische Gartenbau“. Das heißt nichts anderes, als dass ein Unternehmen gehegt und gepflegt werden muss – nicht nur nach der Gründung selbst (praktisch die Aussaat oder das Anpflanzen), sondern auch über die gesamte Wachstumszeit. Nach der Anlaufzeit geht es darum, dass das Unternehmen wächst, mehr Mitarbeiter beschäftigt und größere Erfolge einfährt. Die Umsätze sollen steigen, höhere Gewinne sind gefordert. Das Unternehmen befindet sich jetzt in der zweiten Stufe und braucht Hilfe, damit es diese bewältigt und nicht einfach abstürzt.

Infografik: StartUps und prominente Investoren. Was denken die Gründer über Promis?

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3. Ohne große Institutionen überleben

Neben den Unternehmen, die durch die Großen der Branche gestützt werden, sind auch die Firmen für ein Startup Hub wichtig, die ohne Support bestehen können. Weltweit führende Zusammenschlüsse oder Technologieunternehmen sind von allein dorthin gekommen, wo sie jetzt stehen.

Man denke hier etwa an das Silicon Valley in den USA, das ohne förderndes Programm von der Regierung zur weltweiten Basis im Tech Bereich geworden ist. Kein Joint Venture, auch wenn das sicherlich manchmal hilfreich gewesen wäre. Wer also an den Start geht, muss sich zwar verbinden, soll aber auch allein seinen Weg gehen können. Das Unternehmen muss derart ausgelegt sein, dass es eine Chance auf dem Markt haben kann und von dem Zusammenschluss wichtiger Inputs zusätzlich profitiert.

4. Kapital nutzen

Leider ist die am häufigsten genutzte Finanzierungsquelle für die meisten Neugründungen noch das Eigenkapital. Der Gründer hat einige Zeit gespart, um sich wirtschaftlich auf die eigenen Beine stellen zu können. Er hat vielleicht Verwandte und Bekannte um einen Kredit gebeten, hat sich um ein Darlehen bemüht, das ihm aufgrund mangelnder Liquidität aber nicht oder nur anteilig gewährt wurde. Sind diese Reserven erst einmal aufgebraucht, sieht es mau mit der Finanzierung aus.

Häufig nutzen Gründer für die Finanzierung ihres StartUps Eigenkapital., dabei gibt es sehr gute Alternativen.... auch hier können junge StartUps von Erfahrungen anderer Gründer in einem Hub profitieren. (#1)

Häufig nutzen Gründer für die Finanzierung ihres StartUps Eigenkapital., dabei gibt es sehr gute Alternativen…. auch hier können junge StartUps von Erfahrungen anderer Gründer in einem Hub profitieren. (#1)

Immer noch werden Förderprogramme viel zu selten genutzt. Sie beinhalten teilweise rückzahlungsfreie Zuschüsse, meist tilgungsfreie Zeiten und besonders zinsgünstige Darlehen. Hier gilt allerdings, dass Information wieder einmal alles ist und wer sich umhört, kann von diesen Vergünstigungen profitieren.

Auch Geldgeber vonseiten der Industrie oder des Handels sind willkommen, allerdings scheuen sich viele Gründer, „betteln“ zu gehen. Dabei hat das nichts mit Betteln zu tun, denn die Großen der Branche beteiligen sich nicht am Unternehmen, weil sie so menschenfreundlich agieren. Sie ziehen davon einen Nutzen und wer einen Branchenriesen auf sich aufmerksam machen und von ihm Geld bekommen kann, hat bis dahin alles richtig gemacht und beste Aussichten auf Erfolg. Dafür werden die Geldgeber aber meist Anteilseigner – hier muss der Gründer wissen, wie wichtig ihm die paar Prozente sind, die er dafür abgeben muss.

Startup Hub: Alles bleibt im Fluss

Täglich entwickeln sich neue Unternehmen, New und Social Media tragen entscheidend dazu bei. Dabei ist klar, dass die Spreu vom Weizen getrennt werden muss und nur die besten überleben. Das sind die, die eine tolle Idee haben, die ihre Nische finden und dann auch noch wissen, wie sie ihre Idee vermarkten können.

Wer sein eigenes Unternehmen gründen möchte, macht das am besten in Zusammenarbeit mit anderen Gründern, ein Zusammenschluss in einem Startup Hub kann sehr hilfreich sein. (#2)

Wer sein eigenes Unternehmen gründen möchte, macht das am Besten in Zusammenarbeit mit anderen Gründern, ein Zusammenschluss in einem Startup Hub kann sehr hilfreich sein. (#2)

Dabei muss alles im Fluss bleiben, ein Startup Hub ist ständigen Veränderungen unterworfen. Hier gibt es Events, auf denen sich neue Unternehmen vorstellen, die gerade erst an den Start gegangen sind. Andere Meetings, Events und Konferenzen sind branchenintern ausgelegt und befassen sich nur mit einem Teilbereich der gesamten Fachrichtung.

Die meisten großen Unternehmen haben von den zahlreichen kleinen Firmen gar keine Ahnung und sind überrascht, wenn es einer schafft, ihnen Konkurrenz zu machen. Das schaffen sie aber nur, wenn sie sich einer ständigen Weiterentwicklung unterziehen, sich bilden, informieren und wirtschaftlich anpassen.

Ein Startup Hub ist nicht statisch, er entwickelt sich immer weiter, profitiert von Neuerungen und sogar von gescheiterten Firmen. Es gibt einen alten Spruch, der in der Wirtschaft so passend ist wie an keiner anderen Stelle und besagt, dass die einzige Konstante die Veränderung ist. Ein Startup Hub lebt von dieser Veränderung und wird sich in zehn Jahren daher völlig anders gestalten als heute:

  • Mit einigen Firmen, die immer noch Bestand haben, sich aber anpassen konnten und deutlich gewachsen sind.
  • Mit einer Vielzahl von gescheiterten Existenzen, die die Anforderungen nicht erfüllen konnten.
  • Und vor allem mit Firmen, die die Fähigkeit bewiesen haben, Synergien zu nutzen und sich branchenintern (und teilweise auch branchenextern) zu vernetzen.

Infografiken: ©Schwarzer.de
Bildnachweis: ©Shutterstock – Titelbild: baranq, – #01: pathdoc, – #02: Jacob Lund

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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