Schritt für Schritt ein neues Unternehmen gründen

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Die Zahl der Unternehmensgründungen steigt von Jahr zu Jahr an, wer ein Unternehmen gründen will, macht es einfach. Hürden gibt es wenige, dennoch sollte Schritt für Schritt vorgegangen werden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Unternehmen gründen und erfolgreich starten

Um ein Unternehmen gründen zu können, ist nicht viel nötig. Finden eines Produkts, Anmeldung beim Finanz- und Gewerbeamt, ein Geschäftskonto für Gründer eröffnen und Kunden finden. Das klingt alles sehr leicht, muss aber gut durchdacht und vorbereitet werden. Für viele beginnen die ersten Hürden bereits beim Businessplan. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung soll Gründern helfen, erfolgreich an den Start zu gehen.

1. Produkt oder Dienstleistung definieren

Niemand kann einfach so ein Unternehmen gründen, ohne eine konkrete Produktidee zu haben. Doch auch diejenigen, die glauben, ein vermarktbares Produkt gefunden oder entwickelt zu haben, sollten vorsichtig und nicht vorschnell an die Gründung herangehen. Wichtig ist, dass das Produkt nicht nur im Kopf vorhanden ist, sondern auch wirklich produziert werden kann. Dafür ist eine umfassende Recherche nötig, wenn das Produkt nicht selbst herstellbar ist.

Welche Firmen kämen für die Produktion infrage? Müssen einzelne Teile produziert werden, welche Partner und Zulieferer sind dafür nötig? Bei einer Dienstleistung fällt zumindest die Suche nach Zulieferern weg, dafür kann es aber dennoch nötig sein, dass Kooperationspartner gebraucht werden. Das Finden einer Produktidee steht damit in direktem Zusammenhang mit dem zweiten Schritt.

Viel Zeit braucht die Planung bis es dann endlich losgehen kann ( Foto: Shutterstock-Minerva Studio )

Viel Zeit braucht die Planung bis es dann endlich losgehen kann ( Foto: Shutterstock-Minerva Studio )

2. Erst planen, dann Unternehmen gründen

Laut Gründungsmonitor der KfW liegt die durchschnittliche Planungszeit zwischen der Idee, ein Unternehmen gründen zu wollen, und deren Umsetzung bei sieben Monaten. Rund die Hälfte der Gründer ist aber deutlich schneller und benötigt nur etwa drei Monate bis zur Gewerbeanmeldung.

Generell sollte die Planungsphase ausreichend lange sein, denn es muss auch der Fall des möglichen Scheiterns betrachtet werden. Zudem sollte geklärt werden, ob die Gründung im Haupt- oder Nebenerwerb erfolgen soll. Viele Gründer starten erst einmal nebenberuflich und testen die eigene Geschäftsidee.

Scheint diese tragfähig, wagen sie den Sprung in die Selbstständigkeit. Bei der Planung sollte auch die eigene Absicherung bedacht werden: Wie steht es um die Kranken- und Rentenversicherung? Was muss privat getragen werden oder ist der Gründer vielleicht weiterhin gesetzlich pflichtversichert (abhängig von der Art der selbstständigen Tätigkeit)?

Wichtige Punkte, die bei der Planung berücksichtigt werden sollen, sind zum Beispiel:

  • Welches Produkt biete ich an?
  • Welches Alleinstellungsmerkmal hat mein Produkt/mein Unternehmen?
  • Welche Vorteile haben meine Kunden bei mir?
  • Welche Zulieferer habe ich, wo kaufe ich Rohstoffe ein?
  • Wie werden meine Produkte vermarktet?
  • Verkaufe ich die Produkte selbst oder über einen Partner?
  • Welche Kosten habe ich?

3. Marken und Namen schützen lassen

Wenn es um Namen geht, kann es ganz schnell ungemütlich werden. Zum einen ist es wichtig, einen einprägsamen und griffigen Namen zu finden. Zum anderen muss dieser unbedingt einmalig sein, wenn Klagen anderer Unternehmen vermieden werden sollen. Damit die Position im Wettbewerb gesichert werden kann, sollte ein Markenschutz beantragt werden. Um keine Schutzrechte zu verletzen, kann es sinnvoll sein, einen Anwalt mit der Recherche zu beauftragen bzw. selbst umfassend nach dem jeweiligen Namen zu recherchieren.

Die Finanzierung muss bei einer Geschäftsgründung in trockenen Tüchern sein ( Foto: Shutterstock-fizkes)

Die Finanzierung muss bei einer Geschäftsgründung in trockenen Tüchern sein ( Foto: Shutterstock-fizkes)

4. Finanzierung sichern

Ein Geschäftskonto zu eröffnen, ist für den Gründer keine große Sache. Einfach die Angebote der Banken vergleichen und die Bank auswählen, die die besten Konditionen hat. Doch weitaus schwieriger wird es mit dem Geld, das auf das Konto fließen bzw. von diesem abgehen soll.

Wie kann das junge Unternehmen finanziert werden? Zu den wichtigsten Schritten bei der Gründung zählt daher, sich Gedanken über die Finanzierung zu machen, denn auch wenn es so viele Neugründungen wie nie zuvor gibt, so sind diese dennoch nicht vor einer Insolvenz gefeit.

Somit gilt es, einen Kassensturz zu machen und mögliche Finanzierungsquellen zu finden:

  • Eigenkapital
  • Förderkredite und Zuschüsse z. B. über die KfW
  • Gründungskredit von der Hausbank
  • Crowd Investing
  • Privatkredite von Verwandten oder Freunden

5. Beim Unternehmen gründen auf die Unternehmensform achten

Einfach so ein Unternehmen gründen und dieses als GmbH bezeichnen? Das ist nicht möglich, denn es hängen viele rechtliche Aspekte an der Unternehmensform. Es muss sogar schon im Businessplan unterschieden werden, ob es sich um ein Unternehmen eines Gewerbetreibenden oder um die Firma eines Freiberuflers handelt. Der Freiberufler wird in der Regel ein Einzelunternehmen gründen, kann aber auch beispielsweise eine GbR eröffnen. Dafür wird kein Stammkapital benötigt.

Eine GmbH genießt in der Gewerbewelt ein hohes Ansehen, zur Gründung braucht es aber wiederum das Stammkapital. Vielleicht doch lieber die UG gründen? Dies ist schon mit einem Euro möglich, das nötige Stammkapital wird dort anteilig aus dem Unternehmensgewinn angespart, bis die UG in eine GmbH umgewandelt werden kann.

Die Unternehmensformen unterscheiden sich also nach der Höhe des Stammkapitals, das eingebracht werden soll, nach der Haftung, nach dem Jahresabschluss und nach dem Eintrag ins Handelsregister. Ein solcher ist bei der Gewerbeanmeldung nur für Personen- und Kapitalgesellschaften nötig, ein Einzelunternehmer kann den Eintrag vornehmen lassen, muss das aber nicht.

6. Genehmigungen einholen

Um ein Unternehmen gründen zu können, müssen alle Schritte durchgegangen werden, zu denen auch das Einholen der nötigen Genehmigungen gehört. Diese werden bereits im Businessplan angesprochen, wenn dieser vorab bei der Bank zur Beantragung einer Finanzierung vorgelegt werden soll.

Zu bedenken ist, ob es zum Beispiel eine Meisterpflicht wie bei den Friseurberufen gibt, um in dem Job selbstständig arbeiten zu können. Bei der Gewerbeanmeldung sind die entsprechenden Nachweise bereits vorzulegen. Auch diejenigen, die z. B. ein Restaurant eröffnen wollen, müssen ihre Eignungen vorweisen. Diese beziehen sich nicht zuletzt auf die Räumlichkeiten, die den Anforderungen an den Brandschutz entsprechen müssen.

Wer hier etwas versäumt, muss später damit rechnen, dass das Unternehmen einfach geschlossen wird. Es ist daher sinnvoll, sich bei nicht ausreichendem Fachwissen eine professionelle Hilfe bei der Gründung zu suchen.

Auch der richtige Standort trägt zum Erfolg des Unternehmens bei. ( Foto: Shutterstock- VideoFlow )

Auch der richtige Standort trägt zum Erfolg des Unternehmens bei. ( Foto: Shutterstock- VideoFlow )

7. Den passenden Standort finden

Wer IT-Dienstleistungen anbietet, kann vielleicht vom heimischen Rechner aus tätig werden. Doch wer ein Unternehmen gründen und etwas produzieren oder direkt vor Ort verkaufen möchte, braucht entsprechende Räumlichkeiten. Die Standortfrage ist für den späteren Unternehmenserfolg nicht unerheblich! Es gilt, so nahe an der Zielgruppe wie möglich zu sein, sodass neben der Stammkundschaft, die auch längere Wege in Kauf nehmen würde, auch die Laufkundschaft angesprochen werden kann.

8. Schritte zur Anmeldung

Freiberufler benötigen keine Gewerbeanmeldung, wenn sie ein Unternehmen gründen wollen. Sie müssen sich lediglich beim Finanzamt anmelden und bekommen eine Steuernummer zugewiesen. Sie erklären die Art der Tätigkeit und bekommen das Okay vom Finanzamt. Gewerbetreibende müssen sich jedoch auch beim Gewerbeamt anmelden sowie den Eintrag ins Handelsregister beantragen.

Teilweise leitet das Finanzamt die Anmeldung auch direkt ans Gewerbeamt weiter, sodass der künftige Selbstständige ohne weiteres Zutun schon bald Post vom Gewerbeamt mit einer Schätzung der zu zahlenden Gewerbesteuern bekommt (diese basieren auf dem geschätzten Gewinn, der bei der Anmeldung gegenüber dem Finanzamt genannt werden musste).

9. Marketingkonzept erarbeiten

Niemandem nutzt ein Produkt, das zwar gut ist, das aber niemand kennt. Wer ein Unternehmen gründen will, muss sich daher auch Gedanken um den Vertrieb machen. Eventuell reicht das vorhandene Kapital aus, um eine Werbeagentur zu beauftragen.

Meist wird der Gründer aber auf sich selbst gestellt sein und muss erst einmal Mittel und Wege finden, um das Produkt oder die Dienstleistung kostengünstig zu bewerben. Mund-zu-Mund-Propaganda, Anzeigen in Fachzeitschriften, die eigene Internetseite oder auch das Verteilen von Flyern sind gängige Möglichkeiten, um der Welt bzw. der Zielgruppe zu zeigen, dass man auf den Markt gegangen ist.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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