Das 2026 vorgelegte Gutachten der EFI-Kommission empfiehlt umfassende Reformen im Hochschul-Technologietransfer. Es orientiert sich an zentralen Forderungen des Verbands BIO Deutschland und rückt die Third Mission neben Forschung und Lehre in den Fokus. Vorgeschlagen werden dauerhaft gesicherte Finanzierungsquellen, eine integrierte Transferstrategie sowie beschleunigte Schutzrechtsverhandlungen. Ziel ist es, Ausgründungen zu erleichtern, erfahrene Expertinnen und Experten aus der Industrie zu gewinnen und so die Innovationskraft deutscher Biotechnologieunternehmen nachhaltig und langfristig zu stärken.
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EFI-Bericht 2026 empfiehlt Third Mission, Budget und ganzheitlichen Technologie-Transferansatz
Die EFI-Kommission hat im Februar 2026 ihr Gutachten veröffentlicht, das wichtige Handlungsempfehlungen zur Verbesserung des Technologietransfers an deutschen Hochschulen enthält. Im Zentrum stehen drei zentrale Aspekte: die Verankerung des Wissenstransfers als eigenständige dritte Aufgabe neben Forschung und Lehre, die gesicherte Finanzierung des Transfers aus den regulären Hochschulbudgets sowie ein umfassender, akteursoffener Gesamtansatz. Letzterer soll verschiedene Transferwege verknüpfen und durch standardisierte Prozesse Schutzrechtsverhandlungen deutlich beschleunigen und den Aufbau kompetenter Transferteams fördern.
Technologietransfer in Biotechnologie: Hochschulen brauchen Third Mission dauerhaft gestärkt
Thomas Hanke, Co-Leiter der Arbeitsgruppe Technologietransfer des Branchenverbandes BIO Deutschland, betont die Notwendigkeit, den Technologietransfer in der Biotechnologie als verpflichtende dritte Kernaufgabe von Universitäten und Fachhochschulen zu etablieren. Er argumentiert, dass Ausgründungen aus Forschungseinrichtungen wesentliche Innovationstreiber darstellen, und empfiehlt deshalb eine dauerhafte Finanzierung spezialisierter Transferabteilungen. Außerdem solle gezielt Personal mit einschlägiger Industrieerfahrung eingestellt werden, um Transfertiefe und Transferbreite langfristig zu erhöhen und die nachhaltige Skalierung von Forschungsergebnissen zu sichern.
Kommission fordert holistische Transferstrategie mit standardisierten Prozessen und Leitplanken
Die EFI-Kommission schlägt einen umfassenden, akteursoffenen Gesamtansatz vor, der verschiedene Transferwege integriert und die individuellen Bedürfnisse der Hochschulen respektiert. Birgit Kerber von der AG Technologietransfer betont die Notwendigkeit einheitlicher Abläufe und vorgefertigter Vertragsmuster, um zeitintensive Verhandlungen über geistiges Eigentum zu reduzieren. Sie warnt davor, ein universelles Modell anzustreben, betont aber, dass allgemeine Rahmenvorgaben die Prozesse effizienter gestalten und Anpassungen an spezifische Situationen ermöglichen können, und dadurch die Innovationszyklen deutlich beschleunigen.
BioNTech-Vorbild verdeutlicht effiziente Strukturen und langfristige Planungssicherheit beim Technologietransfer
Kerber verweist auf zahlreiche erfolgreiche Transfers aus der Hochschulforschung in die Praxis, wobei das Beispiel BioNTech exemplarisch herausragt und die Wirksamkeit dieses Ansatzes unterstreicht. Sie betont die Notwendigkeit, bestehende Strukturen nachhaltig auszubauen und zu festigen, um wissenschaftliche Erkenntnisse zeitnah in marktfähige Produkte zu überführen. Durch langfristig gesicherte Budgets und modellspezifische Vertragswerke wird eine verlässliche Planung ermöglicht und die Bildung leistungsstarker, interdisziplinärer Transferteams gefördert. Damit entsteht eine solide Grundlage für Innovation.
Viola Bronsema kritisiert Deutschlands wachsenden Rückstand bei internationalen Biotech-Patentanmeldungen
Viola Bronsema, Geschäftsführerin von BIO Deutschland, weist darauf hin, dass Deutschland bei Biotechnologie-Patentanmeldungen im internationalen Vergleich zurückliegt und sich über die vergangenen zehn Jahre nur marginal verbessert hat. Sie begrüßt die Empfehlung des Gutachtens, die Hightech-Agenda explizit zu adressieren und durch einen effizienteren Technologietransfer die Innovationskraft sowie die Wettbewerbsposition deutscher Unternehmen im Biotechnologiesektor langfristig zu stärken und nachhaltige Fortschritte zu erzielen. Die Verbindung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik erscheine unverzichtbar.
EFI-Empfehlungen sichern dauerhafte Strukturen und finanzielle Planungssicherheit für Hochschulen
Die Umsetzung der EFI-Empfehlungen gewährleistet stabile Strukturen und langfristige Finanzierungszuverlässigkeit für den Technologietransfer an Hochschulen. Durch die Stärkung der Third Mission wird Wissenstransfer als gleichwertige Hochschulaufgabe neben Forschung und Lehre etabliert. Holistische Transferstrategien sichern eine umfassende Einbindung aller Akteure von Wissenschaft über Wirtschaft bis Politik. Beschleunigte IP-Prozesse reduzieren Verhandlungszeiten und fördern Ausgründungen. Hochschulen optimieren Kooperationen, gewinnen Industrieexpertise und stärken Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit in der Biotechnologieforschung. Die Empfehlungen verbessern Planungssicherheit nachhaltig.

