Das neue Werk der Paul Bauder GmbH & Co KG im elsässischen Drusenheim gilt als Europas fortschrittlichster Produktionsstandort für PIR-Dachdämmstoffe und Bitumenbahnen. Die 100-Millionen-Euro-Anlage im Industriepark Axioparc optimiert Lieferketten in Frankreich, der Schweiz und Süddeutschland, realisiert extensive Begrünungen auf Dachflächen, nutzt ein mehr als 2 MWp starkes Photovoltaiksystem sowie eine autarke Energieversorgung und ermöglicht praxisorientierte Schulungen am firmeneigenen Technikum mit innovativen Demonstrationsmodellen und interaktiven umfangreichen Praxisszenarien.
Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel
Festakt in Drusenheim mit Banddurchschnitt und Führung über Geländefläche

Bauder Drusenheim (Foto: Paul Bauder GmbH & Co. KG. Johan Schwarzkopf)
Zu den Ehrengästen des offiziellen Eröffnungsakts gehörten Frank Leroy, amtierender Ministerpräsident der Region Grand Est, sowie die geschäftsführenden Gesellschafter Jan, Mark und Tim Bauder. Ferner nahmen Jacky Keller, Bürgermeisterin von Drusenheim, und Serge Schaeffer, Bürgermeister von Herrlisheim, am Festakt teil. Nach zweieinhalb Jahren intensiver Bauarbeiten zerschnitten die fünf Teilnehmer das Band, bevor sie interessierten Anwesenden bei einem informativen Rundgang das 12,6 Hektar große Areal im Industriepark Axioparc präsentierten sowie Logistikräume.
Familienunternehmen Bauder erweitert Portfolio um französische Produktionsstätte in Drusenheim
Mit der neuen Anlage in Drusenheim produziert das Unternehmen fortan hoch belastbare Bitumen-Abdichtungsbahnen und besonders wirkungsvolle PIR-Dachdämmstoffe direkt vor Ort. Diese Investition bildet die erste Produktionsstätte der Paul Bauder GmbH & Co KG in Frankreich und erweitert somit nachhaltig das europäische Fertigungsnetz. Dank der direkten Standortpräsenz werden Lieferzeiten verkürzt, Transportwege reduziert und Kunden in Frankreich, der Schweiz sowie Süddeutschland effizienter beliefert, was die Marktposition des familiengeführten Betriebs erheblich weiter ausbaut.
Französisch betonte Elsass-Bedeutung für Lieferketten und optimale kommunale Zusammenarbeit
Mit seinem französischen Statement machte Jan Bauder deutlich, dass das Elsass aufgrund optimaler Verkehrsanbindungen und räumlicher Nähe zum Absatzmarkt ein Schlüsselstandort ist, um Lieferketten nach Frankreich, in die Schweiz und nach Süddeutschland zu verkürzen. Sein fließender Einsatz der Landessprache unterstrich die kulturelle Verbundenheit und Glaubwürdigkeit. Mark Bauder würdigte ergänzend die enge Kooperation mit den betroffenen Kommunen, die durch schnelle Entscheidungen, logistische Infrastruktur und Netzwerkzugänge den Projektfortschritt entscheidend beschleunigten.
Fünf Jahrzehnte PIR-Dämmstoffproduktion und 170 Jahre Erfahrung sichern Qualität

Bauder Geschäftsführung (Foto: Paul Bauder GmbH & Co. KG. Johan Schwarzkopf. Im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung GmbH)
Die fast 170-jährige Firmengeschichte in der Abdichtungsbahnen-Herstellung und über fünf Dekaden PIR-Dämmstoffproduktion stellen den Grundstein für das aktuelle Werk dar. Dieses gebündelte Branchen-Know-how wurde systematisch in die Auslegung zweier spezialisierter Produktionslinien eingearbeitet. Zusätzlich ermöglichte ein regionales Förderpaket der Grand Est Verantwortlichen, moderne Technologien zu implementieren und Investitionsvolumen abzusichern. Resultierend profitieren Produktionsabläufe von optimierter Effizienz, hoher Verlässlichkeit und gesteigerter Innovationskraft durch den Einsatz erprobter Verfahren. Fertigungsstätten garantieren nachhaltige Qualität und Skaleneffekte.
Innovative Dachbegrünung und PV-Anlage steigern Biodiversität und Energieeffizienz maßgeblich
Um die Biodiversität zu steigern, setzte Bauder auf die Pflanzung heimischer Bäume und die Anlegung dichter Hecken als natürliche Pufferzonen. Ergänzend erfolgte auf den Dächern eine extensive Begrünung, die dem Artenschutz dient und Regenwasser puffert. Über 23.800 Quadratmeter Dachfläche wurde zusätzlich eine Spitzen-PV-Anlage mit einer Leistung von zwei Megawatt Peak installiert, wodurch der Begrünungsanteil das gesetzliche Minimum von zwanzig Prozent deutlich übertrifft und Lebensqualität steigert.
Innovatives Speichersystem verwendet Solarenergie zum thermischen Laden großer Bitumenbehälter
Ein elektrisch betriebener Kessel, gespeist durch die eigene Photovoltaikanlage, erhitzt Bitumen zuverlässig auf 180 °C – ganz ohne den Einsatz von Öl oder Gas. Überschüssige Solarenergie fließt in ein thermisches Speichersystem, das große Bitumenbehälter kontinuierlich vorwärmt. Die nahtlose Integration von Erzeugung, Speicherung und Prozesswärme reduziert CO?-Ausstoß, minimiert Betriebskosten und garantiert eine hohe Unabhängigkeit von externen Energiequellen bei gleichzeitig optimierter Ressourcenauslastung im Produktionsablauf und steigert die Wirtschaftlichkeit aller beheizungsintensiven Abläufe signifikant dauerhaft.
Standort nutzt interne firmeneigene Ladestationen, E-Gabelstapler und effiziente Regenwasserversickerung

Bauder Werkseröffnung (Foto: Paul Bauder GmbH & Co. KG. Johan Schwarzkopf)
Das Werk setzt auf moderne Ladeinfrastruktur mit zahlreichen Stationen für Dienstwagen und Mitarbeiterfahrzeuge. Die elektrisch betriebenen Stapler ermöglichen emissionsfreie innerbetriebliche Transporte. Regenwasser sammelt sich in eigens konzipierten Versickerungsbecken, außerdem wird es gereinigt und dem Grundwasser wieder zugeführt. Einwegkanäle werden komplett vermieden, wodurch die Abhängigkeit von öffentlichen Kläranlagen entfällt. Diese Lösung minimiert Umweltbelastungen, fördert die hydrologische Kreislaufführung und unterstützt gleichzeitig die Klimaschutzziele durch Ressourceneffizienz und spart dauerhaft signifikant Kosten für Abwasserentsorgung.
Helle Pausenbereiche und LED-Beleuchtung verbessern langfristige Mitarbeitermotivation bei Bauder
Neue Beschäftigte durchlaufen in einem strukturierten, modularen Einarbeitungsprozess mehrere Stationen, um Betriebsabläufe detailliert kennenzulernen. Praxisschulungen, begleitende Coachings und regelmäßige Feedbackrunden gewährleisten eine schnelle Integration. Persönliche Einführungsgespräche vertiefen das Verständnis. Freundlich gestaltete Aufenthaltsräume bieten helle Rückzugsbereiche, während ergonomische Pausenzonen zur Regeneration einladen. Automatisierte LED-Beleuchtung sichert konstante Lichtverhältnisse und reduziert den Stromverbrauch. Bauder investiert gezielt in Mitarbeiterzufriedenheit, fördert Bindung durch individuelle Entwicklungschancen und erhielt dafür wiederholt die Auszeichnung „Great Place To Work“.
Modernes 400 Quadratmeter Technikum schult französische Kunden praxisnah effizient
Das 400 Quadratmeter große Technikum ist in mehrere Praxiszonen und Schulungsräume unterteilt, die direkt benachbart angeordnet sind. Hochmoderne Prüfstationen veranschaulichen Materialversuche mit Dämmstoffen und Abdichtungsbahnen. Französische Anwender durchlaufen systematisch Schulungen zu Temperatur-, Druck- und Klebetechniken sowie Abdichtungsstrategien. Erfahrene Fachkräfte erläutern dabei europäische Qualitätsstandards und Verarbeitungsrichtlinien. Die nahtlose Kombination aus Vortrag, Demonstration und praktischem Üben fördert ein tiefgreifendes Verständnis der Produktfunktionen und Anwendungsabläufe. Zielgerichtet unter realitätsnahen Bedingungen mit modernem Equipment unterstützt.
Nachhaltige Energieversorgung und moderne Automationssysteme optimieren Produktionseffizienz in Drusenheim
Mit der Inbetriebnahme des neuen Werks in Drusenheim profitieren IoT-orientierte Anwender und Dämmstofffachleute von vollintegrierten Digitallösungen für Produktionsmonitoring und Qualitätsmanagement. Die regionale Fertigung sichert kurze Transportwege und schnelle Lieferzeiten. Ein umweltfreundliches Energiekonzept kombiniert eine leistungsstarke Photovoltaikanlage, elektrische Bitumenheizung und thermische Energiespeicherung. Intelligente Regenwasserversickerung, ressourceneffiziente Prozesse und extensive Dachbegrünung sparen Wasser und steigern Biodiversität. Das 400 m²-Technikum bietet praxisgerechte, qualifizierende Schulungen. Dieser Schritt festigt Bauders Rolle als nachhaltiger Innovator im europäischen Dachmarkt.

