Venture Capital Gesellschaft: Auswahlkriterien der Venture Capital Gesellschaften

Venture Capital Gesellschaft: Auswahlkriterien der Venture Capital Gesellschaften

Venture Capital Gesellschaft oder Wagniskapital hilft vor allem jungen Firmen, die noch nicht ganz marktreif sind, aber eine tolle Idee in petto haben. Obwohl das Geschäftskonzept, wegen des noch frühen Entwicklungsstadiums unsicher und der künftige Markterfolg noch nicht ganz klar ist, haben viele dieser jungen Unternehmensgründungen große Marktchancen und hohe Wachstumsaussichten.

Weil Banken hier oft abwinken, treten stattdessen Venture Capital Gesellschaften ein. Die Finanzierung durch Wagnis- oder Risikokapital einer Venture Capital Gesellschaft sichert diesen Zielunternehmen langfristig Eigenkapital zu. Zumeist sogar ohne Stellung von Sicherheiten. Die Venture Capital-Gesellschaft hat damit einerseits das Risiko eines Verlusts, jedoch auch die Möglichkeit, an einem hohen wirtschaftlichen Erfolg zu partizipieren.

Neben privat gegründeten Venture Capital Gesellschaften, diese legen Gelder von Investoren an, etwa von Versicherungen oder Großkonzernen, wird Venture-Capital in Deutschland immer mehr auch von Unternehmen (Corporate Venture Capital) und der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellt.

Weil Banken hier oft abwinken, treten stattdessen Venture Capital Gesellschaften ein. (#01)

Weil Banken hier oft abwinken, treten stattdessen Venture Capital Gesellschaften ein. (#01)

Rendite durch Kapitalgewinn

Warum wagen Venture Capital Gesellschaften diesen Schritt? Die mittel- bis langfristig begrenzte Überlassung von Beteiligungskapital an junge Unternehmen ist meist mit einer Managementunterstützung verbunden, die das zu unterstützende Unternehmen schnell auf den richtigen Weg bringen soll. Die (hohe) Rendite wird schließlich durch Kapitalgewinne erzielt.

Wie läuft die Wagniskapital-Unterstützung?

Wagniskapital lässt sich durch drei wesentliche Merkmale von anderen Finanzierungsformen abgrenzen:

  • Bei den Beteiligungen der Kapitalgeber handelt es sich zumeist um Minderheitsbeteiligungen.
  • Die zukünftigen Unternehmer bleiben in der Regel nach der Finanzierung unabhängig und das Management kann weiterhin selbstständig Entscheidungen treffen.
  • Wagniskapitalgeber unterstützen die Geschäftstätigkeit der finanzierten Unternehmen, indem sie neben den finanziellen Ressourcen auch das Management beraten oder Kontakte vermitteln.

Venture Capital Gesellschaften wählen sorgfältig aus

Welche Unternehmensgründungen für eine Finanzierung durch Venture Capital infrage kommen, ist schwierig zu beantworten. Von den Venture Capital Gesellschaften werden die Start-ups natürlich genauestens unter die Lupe genommen. Ob ein künftiges Unternehmen schließlich mit Venture Capital bedacht wird, wird vor allem an folgenden Punkten festgemacht

  • Geschäftsmodell
  • Wachstumsfähigkeit

Von den Venture Capital Gesellschaften werden die Start-ups natürlich genauestens unter die Lupe genommen. (#02)

Von den Venture Capital Gesellschaften werden die Start-ups natürlich genauestens unter die Lupe genommen. (#02)

Das Geschäftsmodell des Unternehmens

Hierzu werden auf das Produkt und den Markt bezogene Kriterien wie Marktgröße, Marktwachstum sowie Einzigartigkeit und Marktakzeptanz des Produkts (Unique Selling Proposition) herangezogen. Außerdem werden einzelne Wertschöpfungsaktivitäten, etwa eine neue Produktionstechnologie, sowie eine Beurteilung der Wertschöpfungskonfiguration insgesamt (zum Beispiel was wird zugekauft und was nicht?) vorgenommen.

Weiter wird im Rahmen der Geschäftsmodellbeurteilung die Ertragsmechanik des Unternehmens und besonders die Frage nach der Haltbarkeit des Wettbewerbsvorteils analysiert. Bei technologieorientierten Unternehmen wird deshalb auch genau die Patent- und Schutzrechtssituation überprüft. Auch das künftige Management wird auf Herz und Nieren geprüft,  zu Aspekten wie Kompetenzen und der Fähigkeit zur Zusammenarbeit. Die wichtigste Grundlage ist dazu ein Business-Plan, der unter allen Umständen qualitativ hochwertig und formal richtig sein muss.

Die Fähigkeit zum Wachstum

Die Einschätzung der Fähigkeiten und persönlichen Merkmale des künftigen Entrepreneurs oder Start-up-Managements spielt ebenfalls eine große Rolle. Venture Capital-Gesellschaften ziehen zur Beurteilung erst in zweiter Linie potenzielle Marktgröße und -wachstum sowie die finanzielle Seite mit der erwarteten Rendite heran. Wichtiger sind Venture Capital-Gebern vor allem die Charakteristika und Fähigkeiten des Start-up-Managements, allem voran die Qualität des Management-Teams. Die erhoffte Marktakzeptanz des Produkts und Wettbewerbsvorteile stehen oftmals eher hintenan.

Vorab-Screening und Ausschlusskriterien

Beim Blick auf die Investment-Phasen haben die Venture Capital Geber zugleich aber auch die harten Fakten im Blick:

  • Branche des Start-up-Unternehmens
  • die geografische Lage, die unbedingt zur Investmentstrategie der Investoren passen sollte.

In der weiteren Überprüfung des potenziellen Portfolio-Unternehmens von Venture Capital-Gebern treten dann alle anderen, auf die Qualität des Unternehmens gerichteten Kriterien in den Vordergrund.

Beim Blick auf die Investment-Phasen haben die Venture Capital Geber zugleich aber auch die harten Fakten im Blick. (#03)

Beim Blick auf die Investment-Phasen haben die Venture Capital Geber zugleich aber auch die harten Fakten im Blick. (#03)

Wie gewinne ich geeignete Venture Capital-Geber?

In Deutschland gibt es eine relativ überschaubare Anzahl an Venture Capital Gesellschaften, die als Beteiligungsgeber infrage kommen. Viele haben sich auf die Frühphasenfinanzierung (Seed Venture Capital sowie Early-Stage Venture Capital) spezialisiert.

Aber auch Unternehmen, die eine Start-up Finanzierung (marktreifes Produkt) oder eine Wachstumsfinanzierung suchen, finden eine größere Zahl von sehr interessierten Venture Capital Gesellschaften im aktuellen Markt. Die bereits eher etablierten Unternehmen sollten allerdings unbedingt die Werte der „Old Economy“ vorweisen können: Qualität, Substanz und Nachhaltigkeit.
Ausschließlich auf dem Papier existente Ideen werden derzeit fast nur noch von Business Angels finanziert.

Kriterien von Venture Capital Gebern an das Management

Unternehmen, die Startunterstützung benötigen und von den Banken kein Geld bekommen, sollten dabei diverse Fakten im Blick haben, die bei Venture Capitalists Voraussetzung für eine Finanzierungswürdigkeit sind:

Eine hohe Qualität des Management-Teams

Dieses sollte über langjährige Management-Erfahrung, Erfahrung im Aufbau von Unternehmen, Führungserfahrung, umfangreiche Kontakte in der Branche (Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter) sowie über Branchenwissen verfügen.

Eine ausgewogene und lückenlose Zusammensetzung des Management-Teams

Es sollten bereits mehrere Experten fest im Boot sein, darunter ein oder mehrere Experten für Produktentwicklung, Experten für den Vertrieb, Experten für Finanzen, Experten für das operative Geschäft.

Besonders wichtig

Ein ständig für neue Herausforderungen bereites Management, welches das bestehende Geschäftsmodell ständig hinterfragt und an den Markt anpasst,  auch wenn im Business-Plan vielleicht etwas anderes steht.

Kriterien von Venture Capital Gebern an das Produkt

Echte Innovation:

Das Produkt, Verfahren sollte einmalig sein und einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil vorweisen können. Außerdem sollte Innovation durch Patente abgesichert sein.

Großes Marktpotenzial:

Die Venture Capital Geber suchen nach Produkten, die ein hohes Marktvolumen aufweisen ( >1 Mrd. EUR) und die Wachstumsraten über >30% pro Jahr betragen.
Außerdem sollten die Markteintrittsbarrieren für potenzielle Wettbewerber sehr hoch sein.

Was erwarten Venture Capital Gesellschaften vom Management?

Es sollte eine knallharte Analyse des Wettbewerbs vorliegen:

Vom Management der zu unterstützenden Firma wird eine detaillierte und nicht geschönte Wettbewerbsanalyse gefordert. Außerdem wird eine SWOT-Analyse des zu finanzierenden Unternehmens vorgenommen.

Die SWOT-Analyse beziffert die Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses, Chancen (Opportunities) und Chancen und Bedrohungen (Threats) einer künftigen Unternehmung und ist ein Instrument der strategischen Planung. Mit ihr wird die Positionsbestimmung und der Strategieentwicklung aufgezeigt:

Die Einschätzung der eigenen Stärken und Schwächen (im Vergleich zum Wettbewerb) wird dabei den Möglichkeiten, durch neue und oder verbesserte Produkte und Dienstleistungen vorhandene und oder neue Kunden zu gewinnen oder Stammkunden zu halten (Chancen) gegenüberstellt. Durch technologische und wirtschaftspolitische Veränderungen und oder attraktive Angebote von Wettbewerbern können gründungswillige Unternehmer aber auch von vorneherein gefährdet sein (Risiken).

Außerdem verlangen die Risikokapitalgeber ein realistisches, belastbares und vor allem „skalierbares“ Erlösmodell, was so viel bedeutet wie:

Die Möglichkeit muss bestehen, ein einmal entwickeltes Produkt schnell in immer höheren Stückzahlen verkaufen zu können, und das bei möglichst sinkenden Stückkosten.

Es wird eine SWOT-Analyse des zu finanzierenden Unternehmens vorgenommen. (#04)

Es wird eine SWOT-Analyse des zu finanzierenden Unternehmens vorgenommen. (#04)

Weitere Kriterien von Venture Capital bezüglich des Geschäftsmodells

Starke Kundenorientierung:

Es darf nicht an den Bedürfnissen des Kunden „vorbei entwickelt werden“. Produkte sollten zusammen mit einem Pilotkunden entwickelt werden, um ein möglichst passgenaues Angebot auf den Markt bringen zu können.

Ausgeprägtes Kostenbewusstsein:

Über Venture Capital finanzierte Unternehmen sollten ein detailliertes und professionelles Controlling implementieren. Hierüber werden dem Venture Capital-Geber regelmäßig (monatlich) Daten zur Finanzsituation und weiteren Firmenentwicklung zur Verfügung gestellt.

Detaillierte Ausarbeitung der Planzahlen und Produktentwicklungsphasen:

Der Finanzierungsbedarf muss auf Milestones (zu einem bestimmten Zeitpunkt erreichte Ziele) und somit auf die Erreichung des Geschäftserfolgs abgestimmt werden. Die zugesagte Finanzierung erfolgt dann nach Projektfortschritt und Erreichen der jeweiligen Milestones.

Perfekter Businessplan & Firmenpräsentation:

Es versteht sich von selbst, dass ein professioneller Businessplan und eine professionelle Erstpräsentation ausgearbeitet und beides inhaltlich wie optisch den heutigen Standards entsprechen sollte.

Hierfür empfiehlt sich eine ausführliche Vorbereitung . Die erste Vorstellung bei interessierten Venture Capital Gebern muss einfach „sitzen“, professionell vorbereitet sein und der Ablauf „geübt“ werden. Ebenso sollten alle Mitglieder des künftigen Managements bei der Erstpräsentation dabei sein und jeder für sich seinen jeweiligen Aufgabenbereich erläutern (Geschäftsführung / CEO, Marketing / CMO, Finanzen / CFO, Personal / HRO etc.).

Langweilig sind für Venture Capital Geber zum Beispiel lange Monologe des Management- Teams. Auch wenn das neue Geschäftsmodell noch so spannend und umfangreich ist, ist es besser, kurz und knapp auf den Punkt zu kommen.

Zeitliche Schiene für eine Venture Capital Finanzierung & Exit Möglichkeit

Die Beteiligungen von Venture Capital Gesellschaften sind in der Regel auf einen mittelfristigen Zeitraum ausgelegt und dauern etwa drei bis sechs Jahre. Verlangt wird vom Management-Team (und das muss auch im Businessplan und bei der Erstpräsentation bereits festgeschrieben sein) ein mögliches Ausstiegsszenario, entweder ein:

  • IPO (Börsengang) bei entsprechender Unternehmensgröße
    oder ein
  • Verkauf an einen Wettbewerber („Trade Sale“) bei entsprechender Profitabilität.

Das Risiko wird genau geprüft

Venture Capitalist Geber gehen ein hohes Risiko ein. Aufgrund der Bearbeitung eines innovativen Marktes oder früher Entwicklungsphasen kann sich ein Erfolg sehr schnell einstellen, aber auch lange auf sich warten lassen. Möglicherweise auch nie eintreten. Der Kapitalgeber prüft daher sehr genau, ob das Projekt im Verhältnis zu dem gegebenen Risiko eine angemessene Rendite verspricht.

Venture Capitalist Geber gehen ein hohes Risiko ein. (#05)

Venture Capitalist Geber gehen ein hohes Risiko ein. (#05)

Zeitpunkt des Einstiegs

Venture Capitalists steigen in den verschiedensten Phasen der Unternehmensgründung ein, zum Beispiel:

  • in der Frühphase, wenn Kapital zur Unternehmensgründung und dem Aufbau erster Geschäftstätigkeit benötigt wird
  • in der Wachstumsphase, wenn ein Unternehmen durch zusätzliche Finanzierung in einen neuen Markt expandieren oder ein erfolgreiches Produkt verstärkt im Markt etablieren will
  • in der Spätphase, wenn die Finanzierung primär zu Unternehmensaufkäufen oder Übergangsfinanzierungen für einen geplanten Börsengang benötigt wird

Deshalb ist es auch schwierig zu beurteilen, in welches Unternehmen und zu welcher Unternehmensphase Venture Capital besonders bevorzugt fließen wird.

Unterschied zwischen Venture und Private Equity Capital

Im Zusammenhang der Finanzierung von zukunftsträchtigen, aber risikoreichen neuen Unternehmungen fällt auch immer wieder der Begriff „Private Equity Capital“. Bei diesem sogenannten Beteiligungskapital geht es ebenfalls um die außerbörsliche Beteiligung an Unternehmen.

Dennoch besteht ein Unterschied in der Finanzierungsphase. Während Venture Capital Beteiligungen sich an den frühen Phasen der Entwicklung (Early-Stages) eines Start-ups beteiligen, zum Beispiel in der Seed-Phase, Start-up-Phase sowie der First-Stage-Phase, steigen Private Equity-Investoren eher erst in den späteren Phasen (Later-Stages) ein. Mit Private Equity Vermögen wird oftmals eine Expansionsfinanzierung, eine Turnaround- oder Bridging-Finanzierung ermöglicht.

Typische Unternehmensentwicklung
Von Venture Capital geförderte Unternehmen durchlaufen in der Regel folgende Phasen:

  • Geschäftsidee
  • Vorbereitung der Unternehmensgründung
  • Erstellung eines Prototyps
  • Unternehmensgründung
  • Aufnahme der Geschäftstätigkeit
  • Aufbau erster Marketing-Aktivität
  • Ausweitung der Produktion
  • Produktdifferenzierung
  • Marktpositionierung
  • Vorbereitung eines Börsengangs oder Trade Sales (Bridge)
  • Richtungswechsel in bestehendem Unternehmenskonzept (Turnaround)
  • Replacement
  • Unternehmensübernahme durch internes Management (MBO) bzw. externes Management (MBI)

Typische Finanzierungsphasen

  • Seed- / Start-up-Phase (Gründungsphase)
  • First-Stage-Phase (Wachstumsphase)
  • Later-Stage-Phase (Spätphase, Vorbereitung eines Börsengangs / Unternehmensübernahme)

Bedeutung von Wagniskapital

Wagniskapital kann zur Evolution ganzer Industrien beitragen. Es fördert das Wachstum von Start-ups und jungen Unternehmen und verhilft damit technologischen Entwicklungen von Innovationen, die zunächst als nicht marksicher gelten, zum Durchbruch.

Mithilfe von Wagniskapital können so nicht nur neue Märkte erschlossen werden, sondern die erfolgreichen Gründungen bringen auch überdurchschnittlich viele Menschen in Arbeit. Rund elf Prozent (12,1 Millionen) aller Arbeitsplätze in den USA werden von VC-finanzierten Unternehmen angeboten, heißt es bei IHS Global Insight. In Europa liegt diese Zahl laut Achleitner/Klöckner (2005) bei 0,5 Prozent, also ungefähr einer Million Arbeitsplätze, wobei alleine zwischen den Jahren 2000 und 2006 insgesamt 630.000 neue Arbeitsplätze durch diese Unternehmen geschaffen wurden und diese Zahl dank stetig neuer Start-up-Gründungen inzwischen vermutlich viel höher liegen dürfte.

Wer sind die Wagniskapitalgeber?

Grundsätzlich können formelle und informelle Wagniskapitalgeber unterschieden werden.

Formelle Kapitalgeber (VCs):

also professionell geführte Beteiligungsgesellschaften, deren Manager hauptberuflich das Kapital Dritter bzw. anderer externer Investoren investieren, sowie

informelle Wagniskapitalgeber:

bei diesen handelt es sich um private Investoren, also Privatpersonen, die ihr eigenes Vermögen und ihr privates Engagement zu frühen Entwicklungsphasen in Unternehmen einbringen.

Primär sind beide Gruppen renditeorientiert, Studien haben aber herausgefunden, dass informelle Wagniskapitalgeber auch psychologische und soziale Motive für ihre Investitionstätigkeit und ihr damit verbundenes Engagement haben, die über die rein renditeorientierte Motivation von formellen Kapitalgebern hinausgehen (Wetzel 1983).

Die VC-Manager

In den meisten Fällen sind VC-Manager ehemalige Banker und Unternehmensberater und versuchen das Risiko „ex-ante“, also schon vor Vertragsabschluss zu minimieren. Business Angels werden häufig erst danach (ex-post) aktiv werden.

Checkliste für die Suche nach Venture Capital-Gebern

Auf der Suche nach potenziellen Venture Capital-Investoren sollten Sie als Gründungswilliger folgende Punkte beachten und folgende Eigenschaften mitbringen:

  • Marktwissen und der Professionalität
  • Orientierung am Markt und der Industrie
  • Wissen um Innovationen / Wettbewerb
  • Sehr gut aufgestelltes Team in allen Bereichen (Unternehmensführung, Finanzen, Marketing, Personal)

Beispiele für VC-finanzierte Firmen

Jil Sander: Was nur Wenige wissen,  Anfang 2006 war die Firma nicht in allerbester Verfassung.  Innerhalb von zweieinhalb Jahren hat die Venture Capital Firma Change Capital das Unternehmen wieder so herausgeputzt, dass die Marke wieder begehrlich wurde und schließlich an Japans größten Bekleidungskonzern, Onward, für 167 Millionen Euro verkauft werden konnte.

Die Essener Bäckereikette Backwerk, finanziert über das Private Equity-Haus EQT ging im September 2017 für 190 Millionen Euro an den Schweizer Einzelhändler und Brezelhersteller Valora. Der Finanzinvestor hat den Selbstbedienungs-Bäcker mit 350 Filialen nach knapp vier Jahren veräußert, Valora übernimmt das Essener Unternehmen vollständig und will nach eigenen Angaben das Wachstum antreiben.

Das Private Equity-Haus Silverfleet Capital übernahm kürzlich die Mehrheitsanteile an der Allgäuer Pumpenfabrik Wangen GmbH, ein Hersteller von Exzenterschneckenpumpen und Schraubenspindelpumpen, Silverfleet Capital will nach eigener Aussage nun gemeinsam mit dem Unternehmen in das internationale Wachstum einsteigen.

Weitere Silverfleet-Investments gingen an Firmen wie:

  • The Masai Clothing Company, einem Groß- und Einzelhändler für Damenmode mit Hauptsitz in Dänemark
  • Coventya, einem französischen Entwickler von Spezialchemikalien
  • Sigma Components, einem britischen Hersteller von Präzisionsbauteilen für die Zivilluftfahrt Lifetime Training, einem britischen Anbieter von Trainingsprogrammen
    Zuletzt verkauft wurden
  • Cimbria, ein dänischer Hersteller von landwirtschaftlichen Anlagen
  • Kalle, ein deutscher Hersteller von künstlichen Wurstpellen
    Mögliche Venture Capital Partner
    Es gibt laut Schätzungen der fuer-gruender.de-Plattform rund 110 aktive Venture Capitalist Gesellschaften in Deutschland, darunter
  • b-to-v Partners AG
  • eCapital – entrepreneurial Partners AG
  • HV Holtzbrinck Ventures
  • Kizoo Technology Ventures AG
  • Sirius Venture Partners uvm.

Einen Überblick über alle Gesellschaften gibt es hier.

Jil Sander: Was nur Wenige wissen, Anfang 2006 war die Firma nicht in allerbester Verfassung. (#06)

Jil Sander: Was nur Wenige wissen, Anfang 2006 war die Firma nicht in allerbester Verfassung. (#06)

Weiterführende Informationen zum Thema Venture Capital

Broschüre des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK e.V.) zu „Perspektiven, Chancen, Wachstum, Erfolgsbeispiele für Minderheitsbeteiligungen im deutschen Mittelstand“.

Basiswissen Private Equity:
Was Praktiker über externe Eigenkapitalfinanzierung wissen müssen, 2012 von Andreas R. Boué, Heike Kehlbeck, Werner Leonhartsberger-Heilig

Private Equity:
Wie das Geschäft der Finanzinvestoren funktioniert, 2016, von Daniel Burmester


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Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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