Mobile Kartenzahlung: warum SumUp erfolgreich ist

Ein deutsches StartUp, das die Welt erobert? Das kann ja gar nicht sein. Kann doch! SumUp hat sich zum führenden mPOS Unternehmen in Europa gemausert. Und das in einem Markt, in den sich vor ihm keiner hinein traute. Was macht SumUp anders?

Wie SumUp die mobile Kartenzahlung für kleine Unternehmen etablierte

Ob es typisch deutsch ist, das ist schon fast eine philosophische Frage. Jedenfalls hatten sich die beiden deutschen Gründer von SumUp Daniel Klein und Marc-Alexander Christ im Jahr 2012 ausgerechnet den Markt der kleinen Unternehmen ausgesucht.

Für kleine Einzelhändler, Kioskbesitzer, Taxifahrer, Restaurants und Shopbetreiber auf Veranstaltungen und Festivals sind klassische Kartenterminals unrentabel. Daher akzeptierten diese kleinen Händler bislang keine Kartenzahlungen. Doch gerade diese kleinen Händler würden von dem weltweiten Trend zur mobilen Zahlung per Handy oder per Kreditkarte profitieren.

Video: SumUp AIR Kartenlesegerät – GRAVITIES Plus #91

Mit kleinen Händlern groß geworden

SumUp gibt den Händlern mobile Lesegeräte wie das „SumUp 3G“ und ermöglicht ihnen so, ihre Kunden per Bank- oder Kreditkarte bezahlen zu lassen.

Für die Händler ist der Service sehr kalkulierbar und der britische Zahlungsdienstleister mit Sitz in London und deutschen Gründern etablierte mobile Kartenzahlung für kleine Unternehmen in 31 Ländern. 1,5 Millionen Kunden und 1.500 Mitarbeiter zählte SumUp bereits im Jahr 2019.

Frisches Kapital für die Akquise von Neukunden

Noch in den Jahren 2016 und 2017 finanzierten die beiden Gründer ihr Unternehmen aus eigenen Mitteln. Im vergangenen Jahr brachten die beiden Gründer eine große Finanzierungsrunde unter Dach und Fach. So sammelten Klein und Christ bei namhaften Investoren insgesamt 330 Millionen Euro für ihr britisches Fintech ein.

Zu den Investoren zählen Unternehmen wie die US-Investmentbank Goldman Sachs und der Finanzinvestor Bain Capital. Seit der Gründung sind mit dieser Finanzierungsrunde insgesamt 500 Millionen Dollar in das StartUp geflossen.

Zu den früheren Investoren zählen die spanische Großbank BBVA und auch Holtzbrinck Ventures. „Wir wollen den Großteil des Geldes in die Akquise neuer Händlerkunden stecken“, erklärte Christ gegenüber dem Handelsblatt.

SumUp bewegt sich in einem kompetitiven Marktumfeld. ( Foto: Shutterstock-Monkey Business Images )

SumUp bewegt sich in einem kompetitiven Marktumfeld. ( Foto: Shutterstock-Monkey Business Images )

SumUp, das neue Einhorn?

Das Datenportal Dealroom hatte das Fintech SumUp schon im Jahr 2018 auf einen Wert zwischen 200 Millionen und einer Milliarde Dollar geschätzt.

Seit dieser Zeit gilt der Anbieter für mobile Kartenzahlung als Anwärter auf den Titel „Einhorn“, der in Fachkreisen Synonym ist für eine Bewertung des Unternehmens mit über einer Milliarde Dollar. Auf die Bewertung befragt, äußerte man sich jedoch nicht zu diesem Thema.

Nilson Report: der 40 Billionen Dollar Markt

SumUp bewegt sich in einem kompetitiven Marktumfeld. In Deutschland  tummelt sich auch iZettle, die in 2018 für 2,2 Milliarden Dollar von Paypal gekauft wurden. Stripe und Square wollen SumUp die Pole Position aber auch streitig machen.

Nilson Report schätzt das Volumen für das bargeldlose Zahlen für 2023 auf 40 Billionen Dollar. Was auch feststeht: das Bezahlen der Zukunft wird elektronisch erfolgen und vor allem mobil und instantan.

Und sehr zum Leidwesen der Deutschen wird es auch bargeldlos geschehen. Nilson Report nannte bereits für 2017 den Wert von 23 Billionen Dollar für Geschäfte, welche per ePayment getätigt wurden.

Capterra-Studie: Mobile Kartenzahlung nimmt zu

In einer Studie hat die Software-Vergleichsplattform Capterra die Zahlungsgewohnheiten der Deutschen im Jahr 2020 beleuchtet. Insgesamt 1.000 Deutsche äußerten sich zu ihrem Zahlungsverhalten.

Der Deutsche liebt sein Bargeld weiterhin – dies bestätigte die Studie. 59 Prozent der Deutschen ziehen das Barzahlen anderen Zahlungsarten vor. Für die Deutschen ist es wichtig, immer und überall bezahlen zu können.

Allerdings nimmt neben der Kartenzahlung auch die Bezahlung per Smartphone via virtueller Geldbörse zu. Immerhin 54 Prozent der Deutschen haben auf ihrem Smartphone eine App für das mobile Bezahlen installiert.

Dies ist Ausdruck der geänderten Zahlungsgewohnheiten: mehr und mehr Deutsche zahlen regelmäßig per mobiler Geldbörse. Im Jahr 2020 ist ihr Anteil um 7 Prozentpunkte geklettert.

Die Ergebnisse der Studie belegen auch den Erfolg von SumUp. 38 Prozent der Befragten gaben an, lieber in Geschäften einzukaufen, welche bargeldloses Bezahlen ermöglichen, als bei Wettbewerbern, welche dies nicht anbieten. ( Foto: Shutterstock-Drazen Zigic )

Die Ergebnisse der Studie belegen auch den Erfolg von SumUp. 38 Prozent der Befragten gaben an, lieber in Geschäften einzukaufen, welche bargeldloses Bezahlen ermöglichen, als bei Wettbewerbern, welche dies nicht anbieten. ( Foto: Shutterstock-Drazen Zigic )

Capterra-Studie bestätigt SumUp

Die Ergebnisse der Studie belegen auch den Erfolg von SumUp. 38 Prozent der Befragten gaben an, lieber in Geschäften einzukaufen, welche bargeldloses Bezahlen ermöglichen, als bei Wettbewerbern, welche dies nicht anbieten.

Niederlande und Frankreich führend bei mobiler Kartenzahlung

So euphorisch diese Zahlen auch klingen, führt Deutschland das Feld in dieser Disziplin von hinten an. Ganz vorne liegen die europäischen Nachbarn, bei denen die mobile Kartenzahlung bereits einen festen Platz im Alltag hat.

So zahlen 53 Prozent der Niederländer und sogar 56 Prozent der Franzosen mit der Kreditkarte. Selbst die Italiener bringen es auf eine Kartenquote von 30 Prozent, womit die Kreditkarte in Italien das meistgenutzte Zahlungsmittel ist.

Allensbach-Institut: Deutsche erobern die mobile Kartenzahlung

In diesem Jahr hat auch das Institut für Demoskopie Allensbach die Zahlungsgewohnheiten untersucht. Eine repräsentative Umfrage brachte es ans Tageslicht: fast die Hälfte der zuletzt getätigten Einkäufe (48 Prozent) wurden bereits mit der Kreditkarte bezahlt. Unter den 16- bis 29-Jährigen zahlten bereits etwa zehn Prozent mit dem Smartphone.

Offensichtlich ist die mobile Kartenzahlung eine Altersfrage. Für die Gruppe der 30- bis 44-Jährigen ist das Bezahlen per Kreditkarte die beliebteste Zahlweise. ( Foto: Shutterstock-Tyler Olson)

Offensichtlich ist die mobile Kartenzahlung eine Altersfrage. Für die Gruppe der 30- bis 44-Jährigen ist das Bezahlen per Kreditkarte die beliebteste Zahlweise. ( Foto: Shutterstock-Tyler Olson)

Kartenzahlung vs. Barzahlung

Wenngleich die Barzahlung nach wie vor die beliebteste Zahlweise der Deutschen ist, ging ihr Anteil zurück: von 66 Prozent im Jahr 2016 auf 60 Prozent in 2019 und schließlich auf 52 Prozent in 2020.

Midager sind besonders kartenaffin

Offensichtlich ist die mobile Kartenzahlung eine Altersfrage. Für die Gruppe der 30- bis 44-Jährigen ist das Bezahlen per Kreditkarte die beliebteste Zahlweise. In der darauf folgenden Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen liegt die Präferenz bei 54 Prozent.

Bezahlung per Smartphone nimmt zu

Je jünger, desto mobiler sind die Deutschen beim Bezahlen. In der Gruppe der 16- bis 29- Jährigen zahlte jeder zehnte den Einkauf zuletzt per Smartphone und bei den 30- bis 44-Jährigen ist es immer noch jeder zwölfte.

Opa zahlt jetzt häufiger per Kreditkarte

Die Kreditkarte erobert aber auch die ältere Generation. Bei den über 60-Jährigen ist zwar nach wie vor das Bargeld mit 65 Prozent das liebste Zahlungsmittel, doch die Kreditkarte konnte gerade in diesem Bereich ihren Anteil von 24 Prozent in 2019 auf nunmehr 35 Prozent steigern.

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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