Beim zehnten Colour Management Symposium präsentierten Anwender und Branchenexperten in sieben Sessions praxisnahe Fallstudien zu digitalen Farbprozessen, Packaging-Standards, HDR-Druckverfahren und KI-Integration in Produktionsabläufe. Dabei wurden technische Normen wie ECG 7C und ISO 12647-2:2026+ diskutiert. Live-Demonstrationen veranschaulichten Messmethoden auf realen Substraten sowie dynamische Backlit-Anwendungen gemäß FOGRA59. Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten Best-Practices zu M1 bis M3 Messtechnik aus. Netzwerktreffen beim Bayerischen Abend und KI-Battle ergänzten den intensiven fachlichen Dialog und förderten Kooperationen.
Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel
Internationales CMS-Jubiläum bietet Experten Plattform für Networking und Wissenstransfer
München wurde zum Treffpunkt für über 200 Farbmanagement-Profis aus 23 Ländern und 126 Organisationen, die das zehnte CMS besuchten. Hochkarätige Referenten präsentierten aktuelle Forschungsergebnisse, während Live-Demos neuester Tools praxisnah demonstrierten. Rahmenprogramm umfasste vertiefende Workshops und praxisorientierte Case Studies. Ausgedehnte Networking-Zonen, Pausendiskussionen und der Bayerische Abend boten Raum für intensiven und zielgerichteten Dialog zwischen Herstellern, Agenturen und Wissenschaftlern. Durch den engen Austausch entstanden innovative Lösungsansätze, die das globale Farbmanagement nachhaltig voranbringen.
Networking in Pausen und beim Bayerischen Abend intensiviert Erfahrungsaustausch

Wie schaut die Praxis im Farbmanagement aus? Steffen Walter (THIMM) (Foto: Fogra Forschungsinstitut für Medientechnologien e.V.)
Mehr als 200 Fachkräfte aus 23 Ländern nutzten die Ausstellerflächen, Pausen und den Bayerischen Abend, um gezielt Kontakte aufzubauen. In intensiven Gesprächen erwuchsen praxisrelevante Lösungsstrategien für aktuelle Herausforderungen in Verpackungs- und Druckprozessen. Die Teilnehmer profitierten vom persönlichen Austausch mit Vertretern aus Markenherstellern, Druckdienstleistern und Forschungslaboren. Dieser Dialog beschleunigt die Entwicklung innovativer Technologien, stärkt die Branchenkooperation und legt den Grundstein für zukünftige gemeinschaftliche Projekte auf internationaler Ebene zielorientiert effektiv nachhaltig koordiniert.
Fallstudien und technische Standards ECG 7C, ISO 12647-2:2026+ vorgestellt
In sieben kompakten Sessions wurden praxisrelevante Themen wie digitale Kundenerwartungen, Packaging-Farbmanagement, HDR-Drucktechnologien, Proofing auf realen Substraten und der Einsatz künstlicher Intelligenz in Fertigungsabläufen systematisch erörtert. Die Beiträge enthielten detaillierte Fallstudien, stellten Messverfahren vor und erläuterten internationale Standards wie ECG 7C sowie die aktuelle ISO 12647-2:2026+. Teilnehmer erhielten praxisnahe Checklisten, technischen Leitfäden und Handlungsempfehlungen für die Implementierung optimierter Farbprozesse im eigenen Produktionsumfeld. Außerdem gewährten Softwarehersteller Tool-Demos und führten Expertendialoge zur Workflow-Optimierung.
Einsatz von digitalem Farbmanagement sichert strategisch Konsistenz im Markenauftritt

Markus Weber (Staudacher) und Jürgen Hein (w&co MediaServices) (Foto: Fogra Forschungsinstitut für Medientechnologien e.V.)
Session 1 erläuterte ausführlich, wie Unternehmen wie Amagoo, Coppenrath & Wiese und HARIBO ihre Farbmanagement-Workflows zentralisieren und digital darstellen. Die Vortragenden diskutierten Softwarelösungen, Datenbankanbindung und automatisierte Validierungsprozesse, um Farbabweichungen systematisch zu minimieren. Ganzheitliche Fallstudien zeigten, wie Brand Owner den erhöhten Bedarf an konsistenter Farbkommunikation im digitalen Umfeld bedienen, interne Schnittstellen optimieren und durch zentrale Steuerung eine einheitliche Markenwahrnehmung in allen Touchpoints sicherstellen und gewährleisteten zugleich schnellere Freigabeprozesse über automatisierte Kontrollmechanismen.
Edelmann, Druckerei Bauer und Fogra führen neue Farb-Messmethoden ein
ChromaChecker moderierte einen Expertendialog mit Fachleuten von Edelmann, Druckerei Bauer und Fogra, in dem neue Messmethoden wie das bildbasierte Messen und konsistente FFI-Vorgaben für ECG 7C vorgestellt wurden. Die Session erklärte detailliert, wie diese Verfahren die Farbtreue zwischen Druckvorstufe und Endprodukt verbessern. Diskutiert wurden besonders die Automatisierung von Freigabeentscheidungen und die Einbindung der Standards in vorhandene Workflow-Systeme, um Freigabezeiten zu verkürzen und Fehlerquoten zu minimieren, mit praxisnahen Umsetzungsrichtlinien und Wirtschaftlichkeit.
FOGRA59 (eciCMYKv2) und HDR erweitern signifikant Offsetdruck-Dynamik und Bildqualität
Aktuelle Präsentationen von Dorin Pitigoi (Grup Transilvae), Prof. Florian Süßl (Berliner Hochschule für Technik) und Rudolph Druck veranschaulichten, wie HDR-Applikationen gemeinsam mit dem FOGRA59-Standard eciCMYKv2 den Dynamikumfang sowohl im hinterleuchteten als auch im klassischen Offsetdruck maßgeblich erweitern. Die Experten führten vor Ort Testdrucke durch, deren Messergebnisse Aufschluss über die erzielte Steigerung von Leuchtkraft, Farbintensität und Tonwertumfang geben und somit neue Qualitätsmaßstäbe für moderne Druckanwendungen setzen sowie praxisrelevante Empfehlungen zur Optimierung.
Praxismethoden und Messherausforderungen M1 bis M3 in Spotlights präsentiert

Justin Laird (Apple), Tolga ?ensöz (VitrA Tile), Thomas Voigt (Foto: Fogra Forschungsinstitut für Medientechnologien e.V.)
GMG Color, Interproof und Fogra führten Real Surface Proofing als praxisorientiertes Verfahren ein, mit dem sich Druckfarben auf unterschiedlichen Materialien simulieren lassen. Parallel präsentierten sie das D50noUV-Konzept als fortschrittlichen Ansatz für LED-basierte Farbreproduktion. In Spotlights stellten sie Fehlerquellen und Optimierungspotenziale vor, während Podiumsdiskussionen Lösungsvorschläge beleuchteten. Besonderes Augenmerk galt der Durchführung spektraler Messungen nach M1, M2 und M3, der Geräteabstimmung sowie der Implementierung standardisierter Arbeitsabläufe und Prozesskontrolle durch integrierte multispektrale Materialanalysen.
Direkte Gegenüberstellung im KI-Battle zeigt eindeutig Potenziale und Workflow-Risiken
Zwei Experten im KI-Battle von w & co MediaServices demonstrierten parallel zwei unterschiedliche Konzepte für Farbkorrektur und digitale Retusche und beurteilten direkt ihre jeweiligen Funktionsweisen. Die Live-Vorführung machte sowohl potenzielle Zeitersparnisse als auch typisch auftretende Fehler von KI-gestützten Algorithmen sichtbar. Darüber hinaus führte der Vergleich zu konkreten Rückschlüssen bezüglich Prozessanpassungen und Effizienzsteigerung. Das Format liefert damit eine praxisorientierte Fallstudie zur Integration künstlicher Intelligenz in Druck- und Medienproduktionen mit implementierbaren Empfehlungen.
Appearance-basierte Farbqualität steigert Zuverlässigkeit industrieller Druckprozesse mit neuen Technologien
Abschließend stellten STIHL, VitrA Tile und Apple eingehende Use Cases vor: digitale Druckapplikationen auf Stahl inklusive exakter Farbkalibrierung, Fliesendruckverfahren ergänzt um hyperspektrale Spektralanalysen sowie appearance-basierte Evaluierung der Farbqualität. Die Präsentatoren beschrieben detailliert die schrittweisen Prozessabläufe, Validierungsmethoden und Normkonformität. Dabei verdeutlichte die Session, wie automatisierte Messstationen, KI-gestützte Auswertungstools und standardisierte Protokolle zu gesteigerter Farbsicherheit und reproduzierbaren, abstimmbaren Ergebnissen in industriellen Produktionsumgebungen beitragen. Zudem wurden Effizienzsteigerungen, reduzierte Ausschussquoten und verbesserte Kostenkontrolle thematisiert.
Praxisnahe Einblicke in HDR-Druck und KI-Anwendungen beim Fogra CMS
Am zehnten CMS der Fogra demonstrierten Experten praxisorientierte Ansätze zur Integration von ECG 7C, ISO 12647-2:2026+ und FOGRA59-Standard. Sessions zu Packaging-Farbmanagement, HDR-Printing, Real Surface Proofing verdeutlichten branchenspezifische und betriebliche Herausforderungen und Lösungswege. Live-Demos vor Ort ermöglichten Testdrucke unter realen Bedingungen. Dabei förderte das CMS Austausch zwischen Herstellern und Forschern. Mehr als 200 Teilnehmer nutzten das Symposium als Startpunkt für Wissenstransfer und profitierten von konkreten Handlungsempfehlungen zur Effizienzsteigerung in ihren Produktionsprozessen.

