Opportunismus: Bedeutung, Anzeichen und wo er uns im Alltag begegnet

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Opportunismus: Bedeutung, Anzeichen und wo er uns im Alltag begegnet

Als Opportunismus wird eine menschliche Eigenschaft bezeichnet, die mit veränderten Meinungen einhergeht. So ist er erkennbar! Heute eine andere Meinung als gestern? Morgen wird das Verhalten, das heute als normal galt, geändert? Hier liegt Opportunismus vor, bei dem der Mensch eigene Prinzipien und Verhaltensweisen zu eigenen Gunsten ändert.

John Malkovich als Seneca: Eine Meisterhafte Darbietung in einer Satire über Macht und Opportunismus

John Malkovich glänzt in seiner Rolle als „Seneca“ in dieser scharfzüngigen filmischen Satire über Macht und Opportunismus. In seinem aktuellen Werk „Seneca“ hat der deutsche Autorenfilmer Robert Schwentke die Figur des römischen Philosophen und Erziehers von Kaiser Nero, Seneca, speziell auf Hauptdarsteller John Malkovich zugeschnitten. Dieser Film ist eine tiefgründige Satire über die Themen Gewalt und Macht und enthält subtile Verweise auf aktuelle politische Geschehnisse.
Seneca, ein Philosoph, der heutzutage von einigen lediglich als Coach für Manager wahrgenommen wird, war zu seiner Zeit eine einflussreiche Persönlichkeit, eng mit der politischen Macht verknüpft. Er agierte als Erzieher für Kaiser Nero, verfasste Reden und fungierte als politischer Berater. In Robert Schwentkes Werk steht Seneca im Mittelpunkt einer einzigartigen Erzählung. Dabei wird einerseits die historische Bedeutung des Philosophen respektiert, andererseits wird seine Geschichte als Analogie zur modernen Politik präsentiert, wobei der Stil einer Theateraufführung verwendet wird.
Opportunismus und seine BedeutungDaran ist ein Opportunist erkennbarOpportunisten im Alltag: Bekannte BeispieleNicht verwechseln: Opportunität, opportun, Opportunismus

Opportunismus und seine Bedeutung

Wer bereit ist, sich immer wieder zu ändern und das eigene Verhalten an bestimmte Situationen anzupassen, ist nicht immer einfach nur flexibel. Werden diese Veränderungen stets vorgenommen, um selbst einen Vorteil zu haben, spricht man von „Opportunismus“. Dieser Begriff ist negativ belegt und bedeutet, dass sich jemand an gegebene Situationen anpasst, um selbst als Sieger dazustehen oder einen eigenen Nutzen ziehen zu können. Die Tatsache, dass eine Entscheidung oder Verhaltensweise persönlich günstig sein kann, scheint wichtiger zu sein als die eigenen Prinzipien und Werte.

Sprachlich leitet sich der Opportunismus von „opportunus“ aus dem Lateinischen ab. Dies bedeutet so viel wie „günstig“ oder „geeignet“. Dabei ist es für andere Personen häufig mit negativen Auswirkungen verbunden, wenn jemand entsprechend den Kriterien des Opportunismus handelt, denn deren Belange oder Regeln gelten nicht bzw. spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Opportunisten sind im allgemeinen Sprachgebrauch auch als „Wendehälse“ oder als Menschen, die „ihr Fähnlein nach dem Wind richten“, bekannt. Sie treffen Entscheidungen nur nach Nützlichkeitserwägungen, wobei der Nutzen hier stets auf der eigenen Seite liegen soll.


Daran ist ein Opportunist erkennbar
Daran ist ein Opportunist erkennbar
Es ist nicht schwer, Opportunismus zu erkennen, da es einige typische Verhaltensweisen dafür gibt:
  • Änderung von Verhalten und Meinung: Opportunisten verhalten sich in einzelnen Situationen stets anders, sodass der Anschein erweckt wird, hier stünde ein anderer Mensch. Das eigene Verhalten wird an die Erwartungen einer Gruppe oder des Gegenübers angepasst, um negative Auswirkungen zu vermeiden. Dadurch wirken diese Menschen oft sehr charmant und anziehend. Gleichzeitig sparen sie selten mit Komplimenten. Zudem stimmen sie häufig der Meinung anderer aus der Gruppe zu, statt eine eigene Ansicht zu vertreten.
  • Keine festen Prinzipien: Prinzipien und Werte sind für Opportunisten weniger wichtig. Sie äußern diese zwar oft lautstark, doch schon morgen können ganz andere Werte wichtig sein. Sie erzählen etwas anderes als sie leben, wechseln ihre Ansichten von Situation zu Situation. Sie vertreten die Meinung, dass der Zweck die Mittel heilige. Damit ist allerdings auf diese Menschen kein Verlass und wer denkt, sie würden anderen Leuten den Rücken stärken, irrt sich gewaltig.
  • Erfolg: Viele Opportunisten haben großen Erfolg, weil sie in der Lage sind, sich ständig anzupassen. Sie wissen, wo sie ihre Meinung vertreten können und wo sie diese einer anderen Meinung unterordnen sollten. Sie erscheinen damit als willfährige Anhänger und laufen mit der Masse mit. Opportunisten fallen nicht negativ auf.
Opportunisten im Alltag: Bekannte Beispiele
Die wohl bekanntesten Opportunisten dürften in der Politik zu finden sein. Viele Politiker sind bekannt dafür, heute etwas anderes zu erzählen als morgen und gleichzeitig wieder anders zu handeln.
Sie sind in jeder Beziehung anpassungsfähig, was sie sehr unzuverlässig macht. Dieses Phänomen ist jedoch nicht auf die Politik beschränkt. Gleichzeitig sagte schon Helmut Schmidt: „Opportunismus ist zum Kotzen, aber er ist kein Monopol der Politiker.“ Dies zeigt, dass Opportunismus in vielen Bereichen des Lebens anzutreffen ist.
In der Wirtschaft ist Opportunismus ebenfalls weit verbreitet. Menschen, die Erfolg in der Geschäftswelt anstreben, neigen oft dazu, sich opportunistisch zu verhalten. Dies kann bedeuten, dass sie ihre Überzeugungen und Prinzipien aufgeben, um kurzfristige Gewinne zu erzielen. Ein geschickter Verkäufer agiert häufig auf diese Weise, indem er dem Kunden „Honig um den Mund schmiert“, um die angepriesenen Produkte zu verkaufen. Dies zeigt, dass Opportunismus in der Geschäftswelt oft als eine Strategie angesehen wird, um erfolgreich zu sein.
Es ist wichtig zu erkennen, dass Opportunismus in verschiedenen Kontexten unterschiedlich bewertet wird. Während er in der Politik und im Geschäftsumfeld oft kritisiert wird, kann er in anderen Situationen, wie beispielsweise beim Treffen von persönlichen Entscheidungen, als eine Form der Anpassungsfähigkeit und des Überlebenssinns angesehen werden.

Nicht verwechseln: Opportunität, opportun, Opportunismus

Die Begriffe „Opportunismus“ oder „Opportunist“ sind negativ konnotiert. Das trifft jedoch nicht auf verwandte Wörter zu, die im Folgenden erläutert werden. Es ist daher wichtig, die Unterschiede zwischen diesen Begriffen zu kennen.

Wenn etwas „opportun“ ist, bedeutet dies lediglich, dass es sich um eine günstige Gelegenheit oder eine nützliche Situation handelt. Erst wenn man opportune Situationen übermäßig ausnutzt, wird man als Opportunist betrachtet.

Das Gleiche gilt für den Begriff „Opportunität„: Er enthält keine Wertung und bezieht sich einfach auf eine Gelegenheit. Eine Strategie, die darauf abzielt, Gelegenheiten zu nutzen, kann ebenfalls als Opportunität bezeichnet werden.

Video: Sind Opportunisten fieser oder flexibler?

Der entscheidende Unterschied zwischen einer Opportunitätsstrategie und dem Opportunismus besteht darin, dass ein Opportunist seine eigene Nützlichkeit über alles stellt. Bei der Opportunität spielen hingegen die eigenen Prinzipien und die Bedürfnisse anderer eine größere Rolle.

Die Anziehende und Charmante Seite der Opportunisten: Eine Nähere Betrachtung

Opportunisten besitzen oft eine anziehende und charmante Ausstrahlung, die es ihnen ermöglicht, sich leicht in unterschiedliche Situationen und soziale Gruppen einzufügen.

Ihre Fähigkeit zur Anpassungsfähigkeit kann sie äußerst beliebt machen und ein Gefühl von Gemeinschaft, Nähe und Anziehung erzeugen.

Opportunistische Menschen verstärken diesen Eindruck bewusst oder unbewusst, indem sie beispielsweise Komplimente machen oder häufig zustimmend auf die Ansichten anderer reagieren.

Aufgrund dieser Fähigkeiten erzielen viele Opportunisten beträchtlichen Erfolg, und es ist oft nicht einfach, ihre wahren Absichten zu durchschauen.

Die Entlarvung erfolgt häufig erst, wenn sich irgendwo ein Verdacht auf Unstimmigkeiten oder Unaufrichtigkeit zeigt.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht alle opportunistischen Menschen zwangsläufig unlautere Absichten hegen.

Manche nutzen ihre Fähigkeit zur Anpassung, um harmonische Beziehungen zu pflegen oder in verschiedenen sozialen Umgebungen erfolgreich zu sein.

Es kommt also darauf an, die Motivation hinter dem opportunistischen Verhalten zu verstehen, bevor man Schlüsse zieht.

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