Bodenbelag für Kuhstall: Vorsicht vor glatten Böden

Viele Landwirte starten heute als Quereinsteiger und übernehmen einen bestehenden Hof. Die Hofübergabe innerhalb der Familie wird längst nicht mehr überall fortgeführt – einfach aus dem Grund, weil die Landwirtschaft oftmals als nicht lukrativ genug angesehen wird. Allerdings muss ein Existenzgründer, der einen Hof übernimmt, auch die Altlasten tragen bzw. beseitigen. Dazu gehören auch eventuell ungenügend auf die Bedürfnisse der Kühe angepasste Bodenbeläge.

Bodenbelag für Kuhstall: Gefahren bannen

Alte Kuhställe sind teilweise noch mit Ziegelsteinen ausgelegt, die allerdings eine rutschige Oberfläche entwickeln, wenn sie nass werden. Wer hier Abhilfe schaffen will, kommt vielleicht auf den Gedanken, Gummimatten auszulegen, wobei diese teilweise auch schon vorhanden sein können. Die Idee klingt logisch, denn Gummi ist rutschhemmend. Allerdings wird auch dieser zur Gefahr, sobald er nass wird. Daher muss die gummierte Oberfläche wiederum durch ein Material gesichert werden, welches nicht zu glatt wird. Hier kommt das gute, alte Stroh ins Spiel, die herkömmliche Einstreu für Ställe aller Art. Werden nun die Gummiböden mit Stroh kombiniert, ergibt sich eine sehr gute Möglichkeit, die Rutschgefahr zu bannen und dafür zu sorgen, dass dennoch möglichst wenig Einstreu verwendet wird. Gerade als Existenzgründer und Landwirt muss darauf geachtet werden, Material sparend zu arbeiten. Das bezieht sich auch auf die Einstreu, die entweder jährlich selbst produziert oder gekauft werden muss. Ein Betonboden in Kombination mit Stroh muss sehr dick eingestreut werden, damit sich eine weiche Matte ergibt. Die Gummimatten hingegen sind ohnehin dafür ausgelegt, wenig bis gar keine Einstreu zu verwenden. Wird nun täglich gemistet und frisch nachgestreut, werden die Bedürfnisse der Kühe erfüllt.

Bodenbelag für Kuhstall: Risiken vermeiden

Das Risiko aufgrund rutschiger Böden besteht sowohl für den Menschen als auch für das Tier. Doch nicht nur gesundheitliche Gründe spielen eine Rolle, wenn es um die Vermeidung von Risiken geht. Auch versicherungstechnisch ist es wichtig, das Unfallrisiko so gering wie möglich zu halten. Kommt beispielsweise ein Mitarbeiter des Hofes zu Schaden, weil bekanntermaßen rutschige Bodenbeläge nicht entfernt oder „unschädlich“ gemacht wurden, haftet der Betriebsinhaber dafür. Die gesetzliche Unfallversicherung wendet sich dann in der Regel an den Landwirt, der verantwortlich zeichnet. Streitigkeiten zur Kostenübernahme bei fälligen Behandlungen können die Folge sein.

Die Risiken lassen sich bei einer Hofübernahme meist nicht sofort gänzlich vermeiden oder ausmerzen. Mit der Übernahme sind hohe Kosten verbunden, wobei ein Gewinn nicht vom ersten Moment an sicher ist, sofern nicht gerade ein überaus lukrativer Hof übernommen wird. Doch nach und nach sollten Sanierungen vorgenommen werden, zu denen eben auch der Bodenbelag im Kuhstall gehört. Anfangs können verschiedene Materialien probiert werden, wobei die Kühe bereits nach kurzer Zeit deutlich durch ihr Liegeverhalten zeigen, was sie von dem jeweiligen Bodenbelag halten. Eine Sanierung von Grund auf wird meist nur infrage kommen, wenn der Kuhstall marode oder noch gar nicht als solcher eingerichtet ist. Wird beispielsweise ein Hof übernommen, der zwar über eine große Scheune verfügt, bislang aber nicht von der Viehwirtschaft gelebt hat, so ist der Gründer relativ frei in der Gestaltung des Bodenbelags.

Ein bereits bestehender Kuhstall kann durch das Verlegen von Komfort-Gummimatten aufgewertet und gesichert werden, wobei die Sicherung hier natürlich nur dann besteht, wenn der Gummi gegen Rutschen gesichert wird. Dies lässt sich am leichtesten durch das Einstreuen mit Stroh oder Spänen erreichen, wobei Letztere kaum durch einen Landwirt verwertbar sind. Wer den Mist auf den eigenen Feldern ausbringen möchte oder ihn abgeben will, sollte darauf achten, dass er zu großen Teilen aus Strohmist besteht. Für dessen Lagerung gelten übrigens besondere Vorschriften, die ein Existenzgründer kennen sollte: So ist das Anlegen einer Mistplatte (in der Regel aus Beton) Pflicht, außerdem muss der Misthaufen zu drei Seiten gesichert werden.


Bildnachweis: © freeimages.com – SCapture

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

1 Kommentar

  1. Ein Bekannter, der viel Zeit in die Euterpflege investiert, hat auch schon über einen neuen Bodenbelag nachgedacht. Da er ein sehr umsichtiger Bauer ist werde ich ihm diesen Artikel nahelegen. Das Einstreuen mit Stroh oder Spänen macht er bereits.

Leave A Reply