Digitale Transformation: Die sechs häufigsten Fehler von Unternehmen

Die Digitale Transformation ist die derzeit wichtigste Aufgabe für Unternehmen. Darüber sind sich alle Experten einig. Viele sehen den Digitalen Wandel auch als Jahrhundertaufgabe. Darüber kann man gewiss streiten; sicher ist jedoch, dass die Digitale Transformation die Voraussetzung dafür ist, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten an der wirtschaftlichen Entwicklung weltweit teilhaben zu können. Während man sich bzgl. der Wichtigkeit der Aufgabe noch recht einig ist und auch ansetzt, die Aufgabe zu lösen, mangelt es den meisten Unternehmern an einer Umsetzungstrategie. Entsprechend ernüchternd sind die Ergebnisse oftmals

Fehler 1: Fehlende Strategie

Eine Studie hat ermittelt, dass derzeit etwa achtzig Prozent der mittelständischen Unternehmen die Digitalisierung ihres Kerngeschäfts vorangetrieben haben. Die gleiche Studie kommt zu dem Ergebnis, dass nur etwa die Hälfte der Unternehmen den digitalen Wandel auch vollendet hat. Der Grad des Fortschritts ist je nach Branche völlig unterschiedlich. Während IT-Unternehmen und Unternehmen der Kommunikationsbranche die digitale Transformation strategisch angehen und den Wandel in der Regel recht vollständig vollziehen, haben andere Branchen wie etwa der Handel Schwierigkeiten. Dies fängt oftmals in den Köpfen der Unternehmer an

Nicht wenige Unternehmer sind davon überzeugt, dass die digitale Transformation ihr Unternehmen nicht betrifft. Diese fatale Fehleinschätzung führt das Unternehmen bereits mittelfristig aufs Abstellgleis. Der Kunde von heute erwartet auch vom Marketing ein Produkterlebnis, welches sich digital – also in Web und Smartphone – anfühlen lässt. Er erwartet auch Serviceprozesse, die sich in den gleichen Medien durchführen lassen. Wer sich dieser Entwicklung verschließt, verliert rasch die Verbindung zu seinen Kunden.

Fehler 2: die Digitale Transformation muss Chefsache sein

Wird die Digitale Wandlung nicht vom Unternehmenslenker selbst gewollt, bleibt die Umsetzung oft Stückwerk. Sicher kann der CEO sich nur bedingt an der Umsetzung beteiligen. Doch motiviert die Wichtigkeit, die er dem Projekt beimisst die Mitarbeiter in der Umsetzung und sorgt für eine einheitliche Realisierung im Unternehmen.

Die Digitale Transformation ist ein Erneuerungsprozess und als solcher ist er Aufgabe des Unternehmers. Der Digitale Wandel rüttelt sogar an Grundfesten des Unternehmens. Letztlich steht auch der Geschäftsgegenstand des Unternehmens zur Disposition. Kein geringerer als der Kunde entscheidet darüber, was das Unternehmen in Zukunft anbieten wird. Und die Abbildung der Geschäftsprozesse im Unternehmen muss sich diesen Veränderungen anpassen.

Wie schnell das Unternehmen auf die Veränderungen am Markt reagieren kann, hängt auch vom Grad der Offenheit der Unternehmensführung gegenüber Veränderungen ab. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie von Crisp Research. Immerhin vertrauen 80% der untersuchten Unternehmen bei der Digitalen Transformation auf externe Dienstleister und deren Know-How.

Fehler 3: Fehlendes Fachpersonal

Die Digitale Transformation lässt sich nur mit Personal umsetzen, welches das erforderliche Know-How besitzt. Oft ist bei den Mitarbeitern der IT-Abteilung kein ausreichendes Wissen vorhanden um Prozesse und Strukturen verändern zu können. Externe Berater sind hier nur eine kurzfristige Hilfe. Langfristig ist es besser, wenn Fachleute aus dem Unternehmen selbst Prozesse einem Review unterziehen und deren Praxistauglichkeit beurteilen. Zudem benötigen interne Mitarbeiter keine Einarbeitungszeit und können ihr Prozesswissen schneller einsetzen als externe Berater. Somit muss es das Ziel eines Unternehmens sein, das eigene Personal fit für die Digitale Transformation zu machen. Dass dabei Geld gespart wird, ist nicht der Hauptaspekt, jedoch ein durchaus angenehmer Nebeneffekt.

Diese Anforderungen betreffen auch das Management. Wer das Unternehmen durch den Digitalen Wandel führen soll, der muss entsprechende Fachkenntnisse besitzen. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind hier Grundanforderungen. On-Demand-Services erleichtern die Umsetzung und machen das Unternehmen in Verbindung mit erstklassig ausgebildeten Mitarbeitern wesentlich skalierbarer.

Fehler 4: Unzureichende Investitionsplanung

Die Studie von Crisp Research kommt zu dem Ergebnis, dass bei vielen Unternehmen die zur Verfügung stehenden Budgets von diesen als nicht ausreichend eingestuft werden. Damit gibt sich Crisp Research jedoch nicht zufrieden. Vielmehr wird gefordert, das Projekt der Digitalen Transformation unbedingt und mit den verfügbaren Mitteln voranzutreiben.

Investitionen in Produktionsanlagen sind allenorts wesentlich leichter argumentierbar als die Digitale Transformation. Hier hängen Unternehmer oftmals an überkommenem Denken fest und sehen nicht, dass der Erfolg eines Unternehmens der nächsten, der digitalen Generation mehr von seiner Flexibilität bestimmt wird, mit der es auf Veränderungen am Markt reagiert. Und genau da setzt die Digitale Transformation als Enabler an. Somit ist es auch wichtig die gesamte Investitionsplanung auf die Digitale Transformation auszurichten und deren Belange schon frühzeitig zu berücksichtigen.

Fehler 5: Einengung auf das Rechenzentrum

Das Rechenzentrum besitzt sicher eine Schlüsselfunktion bei der Digitalen Transformation. Dennoch ist es unklug, die Digitale Transformation als alleinige Aufgabe des Rechenzentrums zu sehen. Nur zu gerne wird aber genau dies getan. So bleiben denn die Bereichsleiter und ihre Mitarbeiter auf sich allein gestellt, wenn es darum geht, die neuen Prozesse zu entwickeln und diese dann umzusetzen. Letztlich erwartet man am Ende Ergebnisse aus allen Bereichen des Unternehmens. Das legt nahe, dass auch alle Abteilungen des Unternehmens in den Wandlungsprozess einbezogen werden. So hat jede Abteilung die Möglichkeit, die ihren Bereich betreffenden Dinge zu gestalten, sich damit auch zu identifizieren. Darüber hinaus können so auch Erfahrungen aller an den Prozessen beteiligten Mitarbeiter in den Wandlungsprozess einfließen.

Eine Minimalanforderung ist es, die Bereichsleiter in die Digitalisierung des Unternehmens einzubeziehen. Sicher spielt auch die Größe und die Struktur des Unternehmens eine Rolle bei der Zusammensetzung der Projektteams. Auf jeden Fall ist es wichtig, die Digitale Transformation nicht alleine in den Händen des Rechenzentrums zu belassen. Dies beginnt bei der Strategieentwicklung und geht weiter bis zur Strategieumsetzung.

Fehler 6: Alles bleibt beim Alten

„Never touch a running system“ ist ein uns allen wohlbekannter Merksatz und Viele hängen sehr an gewohnten Abläufen. Veränderung ist wenig willkommen, bringt sie doch Unruhe in den Tagesablauf. Zudem geben die bisherigen Erfolge doch recht! Wozu also eine Veränderung?

Nur allzu gerne verneint man den Impact der Digitalen Transformation auf das Unternehmen. Wer die Veränderungen in der Druckbranche noch im Gedächtnis hat, weiß, wie schnell sich eherne Gesetze verändern können. Je länger der Digitale Wandel hinausgeschoben wird, desto größer wird auch der finanzielle Bedarf für den ausstehenden Schulterschluss sein. Somit kann es geschehen, dass ein zögerlicher Unternehmer den Anschluss nicht nur verliert sondern diesen auch nicht mehr aufholen kann.


Bildnachweis: © morguefile.com – FlashBuddy

Über Hans-Jürgen Schwarzer

Hans-Jürgen Schwarzer

Hans-Jürgen Schwarzer leitet die Content-Marketing-Agentur schwarzer.de. Als Marketer, Unternehmer und Verleger in Personalunion wie auch als leidenschaftlicher Blogger gehört er zu den Hauptautoren von startup-report.de und industry-press.com. Innerhalb seiner breiten Palette an Themen liegen dem Mainzer Lokalpatriot dabei „ausgefallene“ Ideen und technische Novitäten besonders am Herzen.

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