Blattfeder: Bis 65% Gewichsteinsparung durch Composite-Leichtbauweise

Blattfeder: Bis 65% Gewichsteinsparung durch Composite-Leichtbauweise

Es gibt Unternehmen, die sind längst vom Status eines Start-Ups entfernt. Dennoch überraschen sie immer wieder mit neuen Ideen und beweisen sich außerhalb der eingetretenen Pfade, die so manche langjährig bestehende Unternehmen beschreiten. Eines dieser Unternehmen ist die Benteler SGL Composite Technology GmbH aus Österreich, die eine neue Composite-Blattfeder auf den Markt brachte und damit für eine Gewichtseinsparung durch Leichtbautechnologie von 65 Prozent erreichen konnte.

Blattfeder in der Leichtbautechnologie: Henkel, Benteler SGL und das Matrixharz

Henkel bringt ein immenses Fachwissen im Bereich der Polyurethanchemie mit und bündelt dieses mit dem Wissen der Benteler SGL Composite Technology GmbH. Benteler SGL ist als Hersteller hochwertiger Composite-Bauteile bekannt, die in der Automobiltechnik Anwendung finden. Nun wurde eine neue Blattfeder auf den Markt gebracht, die auf dem Matrixharz aus Polyurethan basiert und die Leichtbautechnologie revolutioniert. Diese Blattfeder besitzt sogar schon die Serienreife.

Gerade die Leichtbautechnologie ist im Automobilbau sehr gefragt, denn moderne Fahrzeuge sollen so leicht wie möglich werden. Mit dem verminderten Gewicht gehen ein geringerer CO2-Ausstoß und ein niedrigerer Verbrauch einher. Henkel hat gemeinsam mit Benteler SGL daran geforscht, mit dem Resin Transfer Molding – einem Injektionsverfahren für Harze – eine glasfaserverstärkte Blattfeder herzustellen. Damit ist es möglich, bis zu 65 Prozent an Gewicht einzusparen, wenn die neue Blattfeder aus Composite mit der üblichen Blattfeder aus Stahl verglichen wird. Henkel setzt dafür Loctite MAX 2 ein, das besonders schnell aushärtet und eine niedrige Viskosität mitbringt. Die Injektionszeiten werden damit gering gehalten und der Faktor für die Spannungsintensität ist hoch. Unter Last zeigt sich damit ein geringes Ermüdungsverhalten. Dies wiederum ergibt eine deutlich längere Lebensdauer des gesamten Bauteils.

Blattfedern aus Polyurethanharz: Viele Vorteile

Die Benteler SGL Composite Technology GmbH setzt durch die Zusammenarbeit mit Henkel und der Nutzung des beschriebenen Harzinjektionsverfahrens auf moderne Prozesse und Materialien, die richtungsweisend für den Automobilbau sind. Durch das Verfahren selbst lässt sich die Temperatur gut anpassen, außerdem kann ein zusätzlicher Beschleuniger genutzt werden. Die gesamte Härtungsreaktion ist besser zu steuern, lokale Überhitzungen werden vermieden. Selbst bei stark dimensionierten Bauteilen ist eine rasche Aushärtung möglich. Dieses Verfahren ist gerade für den Automobilbau interessant und hier insbesondere für die Serienproduktion. Der Grund: Kurze Taktzeiten können realisiert werden, da das Matrixharz rasch aushärtet.

Nicht nur eine neue Blattfeder: Die Produkte der Benteler SGL Composite Technology GmbH

Die SGL Group und die Benteler Automobiltechnik arbeiten als Benteler SGL Composite Technology GmbH zusammen und bieten damit eine umfassende Produktpalette. Außenhautbauteile werden ebenso angeboten wie Sicht-Carbonteile oder Türen. Die Bauteile aus Composite sind für den Einsatz in Großserien ausgelegt, sie bestehen aus Carbon und Glasfasern. Die Kunden der Benteler SGL Composite Technology GmbH sind vor allem im Automobil bau zu finden und zählen zur Premiumklasse.

Durch die Zusammenarbeit mit Henkel ergänzen sich die Kompetenzen der Unternehmen perfekt und so konnte auch die neue Blattfeder entstehen, die sich nun im Serieneinsatz befindet. Benteler SGL setzt auf den Leichtbau, denn dieser wird in der Automobilwelt immer stärker von Bedeutung sein, wobei gleichzeitig das Bedürfnis nach hohen Sicherheitsstandards steigt. Sämtliche Teile müssen serientauglich sein, wirtschaftlich und prozesssicher. Die Produktion ist auf ein geringes Gewicht ausgelegt, sie muss rasch durchführbar sein und den Anforderungen an die High Speed Produktion gerecht werden. Gleichzeitig sollen die Verfahren sicher und kontrollierbar sein.

All diese Anforderungen werden durch die neue Blattfedern aus Composite von der Benteler SGL Composite Technology GmbH erfüllt. Das Material ist sehr leicht, sicher und lässt sich rasch verarbeiten. Damit ist es prädestiniert für die Serienproduktion im Automobilbau. Dazu kommt, dass die neue Blattfeder des Unternehmens auch die Qualitätskriterien erfüllt, die nach ISO 16-949 gestellt werden. Somit kann diese Blattfeder die bisherigen Varianten komplett ersetzen, ganz gleich, ob es sich um das Längs- oder das Querdesign handelt. Ermöglicht werden nun Vollfederungskonzepte im Leichtbau von Nutzfahrzeugen und Pkw. Die Benteler SGL Composite Technology GmbH hat damit ein Glanzstück vollbracht – eine neue Idee umgesetzt, die eigentlich von einem Start-up zu erwarten wäre. Doch wie dieses Beispiel zeigt, sind auch alteingesessene Unternehmen durchaus in der Lage, Neues zu vollbringen und den Automobilbau voranzutreiben.


Bildnachweis: © Henkel AG & Co. KGaA

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Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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