Brotsorten: diese Startups kommen auf den Tisch

Welche Brotsorten Sie auch lieben, Sie haben eines mit vielen Top-StartUps in Deutschland gemeinsam: Ihre Liebe für Brot. Immer mehr Gründer entdecken Brot als Geschäftsidee. Dabei unterscheiden sich die Geschäftsmodelle wie die Brotsorten in deren Regalen.

Immer mehr StartUps entdecken Brot als Geschäftsidee. Viele der Gründer stammen aus Berlin. Einige haben bereits Geschichte geschrieben. Hier die fertig gebackene Brotstory.

Alle Brotsorten von gestern: Vesta Heyn gründet „Second Bäck“

Als Vesta Heyn im Jahr 2000 ihr Geschäft in Prenzlauer Berg eröffnet, ahnt Sie nicht, welches Echo sie mit ihren Brotsorten von gestern auslösen wird. Spätestens seit den Film „Taste the Waste“ aus dem Jahr 2011 von Valentin Thurn ist uns allen das Thema Lebensmittelverschwendung präsent. Vesta Heyn hat sich des Themas schon viel früher angenommen, als es noch nicht im medialen Mainstream konsumierbar war. Umso löblicher.

Second Bäck kauft den Berliner Bäckern ihre Brote vom Vortag ab und verkauft diese in ihrem Geschäft in Prenzlauer Berg. Nachhaltig. Löblich. Clever. Und prämiert wurde Vesta Heyn für ihren nachhaltigen Umgang mit den Brotsorten vom Vortag auch schon: mit ihrer innovativen Geschäftsidee gewinnt sie den 1. Platz beim Trenntwende-Wettbewerb 2011.

Mittlerweile bietet Vesta Heyn ihre Brotsorten in zwei Filialen in der Raumerstr. 38 und in der Paul-Robeson-Str. 40 eröffnet und bis zu acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten für sie. startup-report.de gratuliert.

Im Interview mit der WELT erfahren wir von Johannes Arning nicht nur, welche Brotsorten er besonders gerne mag (rustikales Weißbrot mit Paranüssen, Feigen und Basilikum ist en ganz großer Favorit). Mit seinem StartUp Brotliebling sieht sich Arning als junges Berliner Sozialunternehmen, das es sich zum Ziel gesetzt hat, jedermann zum Meisterbäcker zu machen.

Auf der Webseite stellt sich der digitale Brotliebhaber seine Brotsorten selbst zusammen. Exklusiven Bio-Zutaten kommt in den digitalen Backtrog. Fürs Fine-Tuning kommen dann noch Nüsse, Früchte, Körner und Gewürze dazu. Gebacken wir das Lieblingsbrot dann zuhause. Von der Paranuss-Basilikum-Ciabatta bis zur Cranberry-Kürbiskern-Kombi und noch weiter reichen die vielfältigen Brotsorten. Hat man seine Rezeptur gewählt, schickt Brotliebhaber die Mischung zum Kunden. Per Paket kommt die All-inclusive-Brot-Lösung zuhause an: Backpapier, Mehl, alles. Jetzt gibt man den Bäckermeister und gibt Wasser dazu, knetet es nach Kräften und Laune durch, lässt es aufgehen und schiebt es in den Ofen.

Johannes Arning finanziert mit Brotliebhaber ein Projekt im „Bunten Haus“ in Berlin-Hellersdorf. Hier gibt es ein Schulbrot auch für benachteiligte Berliner Kinder. „Löblich“ sagt startup-report.de.

Dankebitte: Bio-Backmischungen für individuelle Brotsorten

Brotsorten, das sind nicht mehr „Weißbrot“ und „Weizenmischbrot“. Für das StartUp Dankebitte denkt man weiter. Glutenfreie Brotsorten für den Allergiker und Eiweißbrote für den Sportler. Und natürlich werden nur natürliche Zutaten verwendet. chemische Zusätze, Konservierungstoffe und Geschmacksverstärker müssen draußen bleiben. 17 verschiedene Mehle und 90 weitere Zutaten lassen keine Langeweile beim Kunden aufkommen.

Mit Bio-Brotbackmischungen für Endkunden und Gastronomie hat sich das StartUp Dankebitte aufgestellt. Die Backmischungen werden verschickt und vom heimischen Bio-Bäcker im eigenen Backofen gebacken. Der Duft vom eigenen Brot auf dem Tisch begeistert viele.

meinebrotbox: leckere Brotsorten, Brötchen und die Zeitung

Mitte Februar 2013 startete das StartUp meinebrotbox seine Geschäftsidee. (EDIT: Die Seite von meinebrotbox ist nicht mehr erreichbar – somit ist dieses Startup gescheitert – siehe auch http://pixeltalk.de/ecommerce/meinebrotbox-de-ist-offline-nicht-ganz-unerwartet) Neben zahlreichen leckeren Brotsorten und Brötchen bietet das Karlsruher Team von meinebrotbox auch das wichtigste Frühstücksutensil im Abo: die Zeitung. Der Karlsruher Brötchenlieferdienst adressiert sich an Privatleute ebenso wie an Unternehmen. Nie wieder vor dem Frühstück beim Bäcker Schlange stehen – das ist allerdings eine Wohlfühl-Ansage an alle Couch-Potatoes und Chill-Kröten der Nation.

Das Lieferantennetzwerk von meinebrotbox ist sorgfältig ausgewählt und handverlesen. So wie dem Bäcker nur die besten Brotsorten ins Regal kommen, so dürfen nur die zuverlässigsten Bäckereien bei meinebrotbox teilnehmen. Dafür erhalten sie auch Gebietsschutz. Die pünktliche Auslieferung der Brötchen-Abonnements ist zentraler Punkt des Geschäftsmodells der Karlsruher Gründer.

Gib Stulle“ oder „Spiel mir das Lied vom Brot“ sind seine Slogans. „Pimp your Butterbrot“ nennen wir das mal. Das ist die Geschäftsidee von Andreas Rothenbächer aus Mainz. Statt drei Millionen Brotsorten variiert er lieber die klassische Stulle mit zauberhaften Belagsvarianten. Ob zum Frühstück, in der Pause oder zu Mittag. Die Stulle geht immer. Schon in der Schule hatte Andreas Rothenbächer eine frühe, prägende Begegnung mit der Stulle. Dann nämlich, wenn die anderen Schüler und Schülerinnen auf dem Schulhof ihre Schulbrote auspackten und diese oft liebevoll belegt und von Oma mit Petersilie verziert waren.

Stullen Andi versorgt mittlerweile einige Belegschaften Mainzer Betriebe mit seinen „gebackenen Belegschaften“. Bauernbrot Paprika-Hirtenkäse-Creme Feldsalat, Rotweinkäse und Kochschinken ist nur eines der vielen leckeren Beispiele. Sein Brot bezieht er in Vier-Kilo-Laiben von der Mainzer Kult-Bäckerei Vetter.

Klangvoll sind auch die Namen seiner Kreationen. „Der Berg ruft“ (Allgäuer Berg Emmentaler, Radicchio und Dattel-Orangen-Frischkäse), „Alte Schule in neuem Gewand“ (Kresse, Radieschen und Ei mit Thunfisch-Apfel-Creme). Eine echte Alternative zu Mäckes sind seine Brotsorten – pardon Stullensorten – und preislich bleibt auch alles im grünen Bereich. Für 3,90 Euro ist man dabei.


Bildnachweis: © morguefile.com – Maena Titelbild-Shutterstock: beats1

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Leave A Reply