Fertigungsplanung: Von Theorie & Praxis

Fertigungsplanung: Von Theorie & Praxis

Die Fertigungsplanung ist das Bindeglied zwischen der Konstruktion und der eigentlichen Fertigung. Ablauf und Reihenfolge einer Produktion werden von ihr festgelegt. Ziele sind immer auch, ohne Qualitätsverlust Kosten einzusparen und die Effizienz zu erhöhen.

Fertigungsplanung: Teil einer erfolgreichen Produktentwicklung

Die Fertigungsplanung umfasst alles, was zur Vorbereitung in der Fertigung von Erzeugnissen notwendig ist. Damit Produkte mit möglichst geringen Logistikkosten produziert werden können. Ein unheimlich wichtiger Bereich in der Vorplanung, der in der Öffentlichkeit wenig bekannt ist.

Drei wesentliche Aufgaben im kurzen Überblick

Es handelt sich erstens um die Produktionsplanung, zweitens um die Produktionssteuerung (zusammen als PPS bekannt) sowie drittens um das notwendige Controlling für alle Prozesse in der Fertigung und Montage. Während es bei der Planung darauf ankommt, einzelne Prozesse im Hinblick auf Termine, Kapazitäten und vereinbarter Mengen zu steuern, kümmert sich die Steuerung der Produktion um den tatsächlichen Ablauf, während der Auftrag konkret stattfindet. Im Controlling wiederum erfolgt die umfassende Überprüfung aller beschlossenen und umgesetzten Prozesse.

In Start-Ups geht es häufig unkonventionell zu. Trotzdem gehört die korrekte Fertigungsplanung zu den wichtigsten Aufgaben in einem Unternehmen. (#1)

In Start-Ups geht es häufig unkonventionell zu. Trotzdem gehört die korrekte Fertigungsplanung zu den wichtigsten Aufgaben in einem Unternehmen. (#1)

Fertigungsplanung: Konkrete Beispiele, wie mit guter Planung Kosten reduziert werden

In der Phase der Planung und Steuerung von Projekten müssen Entscheidungen getroffen werden: Wie hoch ist der Bedarf an Baugruppen oder benötigten Erzeugnissen? Dieser kann entweder deterministisch, stochastisch oder heuristisch ermittelt werden. Während die deterministische Fertigungsplanung den Bedarf über Stücklisten unter Zuhilfenahme von Arbeitszeiten ermittelt, basiert die stochastische Ermittlung vom Bedarf auf Prognosen und Erfahrungen in der Vergangenheit bei ähnlichen Projekten. Bei der Heuristik-Methode geht es hingegen um subjektive Schätzungen des Verantwortlichen.

Eine Konsequenz aus der Bedarfsermittlung ist die Frage, ob die jeweilige Firma Produkte selbst herstellen soll oder ob es günstiger beziehungsweise generell sinnvoller ist, den Auftrag auszulagern. Eine solche Entscheidung zu treffen, ist wichtiger Teil der Fertigungsplanung. Alle Produkte werden hierfür auf einer Teilebene betrachtet unter Berücksichtigung der einzelnen Ressourcen.

Mit der speziellen Losgrößenberechnung wird jetzt ermittelt, welche technisch ähnlichen Einzelteile je Arbeitsschritt und Arbeitsplatz angefertigt werden können. Dazu vergleicht man die Kosten der Lagerhaltung und Auftragswechselkosten. Immer, um zu entscheiden ob der Auftrag selbst ausgeführt oder besser ausgelagert wird.

Hilfe kann auch ein spezieller Vergleich bieten als Entscheidungshilfe für Unternehmen. Die Fertigungsplanung ist dabei nur ein Element, die Effizienz von Betriebsabläufen in Unternehmen lässt sich nämlich auf viele Weise steigern. Auf dieser Seite gibt es erste wertvolle Tipps, das eigene Unternehmen zu stärken.

Fertigungsplanung: Durchlaufterminierung als weiteres zentrales Element

Die Durchlaufterminierung ist ein wichtiges Instrument der Fertigungsplanung und kann in vier Terminierungsarten unterschieden werden:

Vorwärtsterminierung: Hier erfolgt die Berechnung der frühestmöglichen Termine für den Beginn und den Abschluss des Projektes.

Rückwärtsterminierung: Der Gegensatz zur vorherigen Terminierungsart. Hier wird der am spätesten mögliche Starttermin berechnet.

Mittelpunktterminierung: Tritt ein Engpass auf, werden mit Hilfe der Mittelpunktterminierung die kompletten Arbeitsgänge vor dem Engpass rückwärts und alle nach diesem Engpass nach vorne terminiert.

wahrscheinliche Terminierung: Hier verkürzt im negativen oder verlängert im positiven Falle die besondere Schlupfzeit die Durchlaufzeit. Je nach Ergebnis kann die Planung in der Folge flexibler ausfallen.

Auch in der Fertigungsplanung finden die entscheidenden Arbeiten und Berechnungen zunächst am Computer statt. (#2)

Auch in der Fertigungsplanung finden die entscheidenden Arbeiten und Berechnungen zunächst am Computer statt. (#2)

Kontinuierliches Controlling der Produktion notwendig

Mit dem Controlling werden alle Produktionsprozesse kontrolliert und bewertet. Zentrale Aufgabe ist, durch zielgerichtete Analysen von Rückmeldedaten der Betriebe Maßnahmen einzuleiten, um mögliche Konflikte zwischen logistischen Zielgrößen zu entspannen. Ist die einmalige Analyse von Aufträgen, Arbeitsplätzen und den jeweiligen Arbeitsvorgängen erfolgt, werden die Abläufe in der Fertigung daraufhin optimiert. Im Durchführungsprozess werden Ist-Daten und geplante Daten vom Controlling überwacht. Wiederholt sich der Prozess, können eventuell notwendige Verbesserungen im Produktionsablauf eingeführt werden. Für ein effizientes Produktionsmanagement ist das Produktionscontrolling sehr bedeutend.

Fertigungsplanung: Beschaffung als Bestandteil für Lösungen

Für Lösungen in der Fertigungsplanung ist die Beschaffung ungemein wichtig. Als Zielgrößen werden die korrekte Termineinhaltung und ein vernünftiger Service genannt. Dabei müssen immer auch anfallende Logistikkosten berücksichtigt werden, aufgrund des Bestandes nach der Beschaffung häufig entstehen. Wichtig: Die Termintreue zu verbessern bei gleichzeitiger Reduzierung der Durchlaufzeit. Um diese Ziele zu erreichen, sollten entsprechende Kapazitäten optimal ausgelastet werden. In Sachen Beschaffung und späterem Versand ist auch die Lieferzeit von entscheidender Bedeutung. Sie ist neben der Einhaltung des Liefertermins und des angebotenen Service eine weitere relevante Größe, ob die Fertigungsplanung insgesamt erfolgreich verlief. Weitere Infos zu diesem Teilbereich der Unternehmensplanung gibt es auch hier.

Software als Hilfe für einen komplexen Prozess?

Prozesse in der Fertigung zu planen, ist also sehr komplex. Die richtigen Produkte zu erwerben, diese zu fertigen und am Schluss vereinbarte Termine einhalten, erscheint fast schon als Kunststück. Aus diesem Grund ist wenig überraschend, dass zum Beispiel eine hilfreiche Software zur Prozessoptimierung von vielen Verantwortlichen sehr erwünscht ist.

Was muss eine Software im Bereich Produktionsplanung und Produktionssteuerung (PPS) bieten?

  • Software sollte gezielt an bestimmten Branchen, Unternehmen und Unternehmensgrößen ausgerichtet sein (etwa durch konfigurierbare Module)
  • kurze Durchlaufzeiten als Ziel
  • korrekte Lieferung anhand des vereinbarten Termins
  • wirtschaftlich sinnvolle Nutzung von Betriebsmitteln (zum Beispiel möglichst geringe Lagerkosten)
  • zusätzliche Nutzung von ERP-Systemen wünschenswert für bessere Planung personeller und finanzieller Ressourcen
  • Integration von Beschaffungs- und Vertriebsprozessen

Fertigungsplanung: Die passende Software für Start-Ups finden

Wer ein Unternehmen gründet, möchte von Anfang an alles richtig machen. Eine leicht verständliche (Sprache und Design) und individuell auf die Branche entwickelte Software kann beim erfolgreichen Start in die Karriere als Unternehmer helfen. Dabei sollten Anwender nicht nur auf Softwarelösungen in der Fertigungsplanung setzen, sondern am besten gleich auf die umfassenderen ERP-Lösungen.

Eine gute Software hilft, Abläufe im jungen Start-Up zu optimieren. Die jeweiligen Aufgaben werden transparent dargestellt, so dass alle Teile einer Firma, egal ob Vertrieb, Finanzen oder Produktion, von A bis Z ihren Bereich im Griff haben und als Folge die Effizienz im Start-Up verbessert wird. Egal, ob es um Personalbestand und den Einsatz der Arbeitskräfte geht oder um Effizienz in der eigentlichen Produktion oder Dienstleistung. Das ist bei gerade gegründeten Firmen wichtiger denn je, weil sich Abläufe in den Unternehmen erst einmal einspielen müssen.

Individuelle Module lassen sich integrieren und berücksichtigen noch besser die Bedürfnisse junger Unternehmen. Sinnvolle ergänzende Module sollte eine gute Software auf jeden Fall in folgenden Bereichen besitzen:

  • Rechnungswesen
  • Warenwirtschaft
  • Produktion
  • Buchhaltung
  • spezielle Branchenmodule für diverse Branchen
Die Fertigungsplanung ist ein wichtiges Bindeglied zwischen der Konstruktion und der eigentlichen Produktion. (#3)

Die Fertigungsplanung ist ein wichtiges Bindeglied zwischen der Konstruktion und der eigentlichen Produktion. (#3)

Die Größe des Unternehmens als wichtiger Maßstab

Unabhängig, ob es sich um eine neu gegründete Firma handelt, kommt es bei einer guten Software für mehr Effizienz in Betriebsabläufen auf die Unternehmensgröße an. Handelt es sich um ein kleines Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten oder um eine mittelständische Firma von etwa 50 bis vielleicht 500 Mitarbeitern?
Diese Tatsachen haben natürlich auch Konsequenzen für den Umsatz. Je mehr Mitarbeiter, desto höher in der Regel die erwirtschafteten Beträge.

Für kleine und mittelständische Unternehmen (hierzu gehören die meisten Start-Up-Firmen) können unter Umständen auch ERP-Softwarelösungen auf Cloud-Basis sinnvoll sein. Die Kosten wären in diesem Fall deutlich niedriger und der Anwender kann sehr viel Zeit sparen. Wer sich für seriöse ERP-Anbieter entscheidet, kann sich auch bei derartigen Online-Lösungen auf eine hohe Sicherheit seiner Daten verlassen.

Gut sind Cloud-Angebote für alle Firmen, die mit geringen Kosten trotzdem auf dem neuesten Stand in ihrer Branche bleiben möchten. Zur Installation ist meist auch nur ein einfacher Browser nötig, teuer eingekauftes IT-Personal wird indessen nicht benötigt. Auch die Wartung solcher Softwarelösungen erfolgt in der Regel ohne Probleme online. Vorteilhaft ist die Cloud-Software auch in Sachen Kalkulation der IT-Kosten sowie im Hinblick auf individuelle Anforderungen.

Fast schon wichtigster Grund: Der Einbau teurer ERP-Lösungen entfällt und ist bei kleineren Firmen häufig auch gart nicht notwendig. Im Gegenteil: Binnen weniger Tage können kleine und mittelgroße Unternehmen die für ihr Unternehmen relevanten Prozesse einbauen. Eine wertvolle Zeitersparnis und manchmal auch für komplexer aufgebaute Produkte geeignet. Das Resultat in den meisten Fällen: Eine deutliche Verbesserung der Effizienz aller Betriebsabläufe. Weniger Kosten in der Vorplanung, schnellere Produktion und Lieferung und als Folge häufig auch zufriedenere Kunden.

Fazit: Mehr Effizienz für Unternehmen sollte Ziel aller Verantwortlichen sein. Mit einer optimierten Fertigungsplanung als Verbindung zwischen Konstruktion und eigentlicher Fertigung ist es möglich ärgerliche Kosten einzusparen. Weniger Kosten in der Logistik und den Betriebsabläufen gehören dazu, aber auch Lagerkosten können mit einer sinnvollen Fertigungsplanung reduziert werden. Nutzt man hingegen komplette ERP-Lösungen (Enterprise-Resource-Planning), können auch Ressourcen wie Personal oder Kapital noch effizienter eingesetzt werden. Zum Wohle des gesamten Unternehmens wie seiner Belegschaft. Denn verbesserte Abläufe haben immer auch das Ziel, Arbeiten generell zu vereinfachen.

Um dieses Ziel zu erreichen, befindet sich inzwischen eine ganze Reihe hochwertige und komplexe Software auf dem Markt, welche je nach Branche und Größe des Unternehmens individuelle Lösungen anbietet. Für kleine Start-Up-Unternehmen mit 25 Mitarbeitern genauso wie für traditionsreiche Großunternehmen mit Tausenden von Beschäftigten. Intelligente ERP-Systeme sollen dabei immer auch dem Menschen und seinem Einsatz für die Firma dienen. Dazu tragen die ganz auf die Bedürfnisse der Firma und ihren Mitarbeitern abgestimmten Lösungen mit bei. Gerne auch als Cloud-Angebot und damit besonders einfach zu installieren und zu verwalten. In der Anfangsphase einer jungen Firma ist das wohl die beste Möglichkeit, von Anfang an auf Effizienz und ein sinnvolles Kostenmanagement zu achten. Erst wenn man als Start-Up-Unternehmen Erfolge und ein rasantes Umsatzwachstum vorweisen kann und sich auch die Zahl der Mitarbeiter deutlich erhöht hat, können komplexere ERP-Lösungen eine Option sein.


Bildnachweis:© Shutterstock-Titelbild: Gorodenkoff -#1: Ivanko80 -#2: LDprod -#3: Dusan Petkovic

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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