Social Media Plattformen: Diese sind marketingtauglich

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Social Media Plattformen haben im Marketing an Bedeutung gewonnen. Nein, sie sind aus dem Marketing nicht mehr wegzudenken und so werden Facebook, Instagram, Twitter und Co. für Kommunikation und Werbung genutzt. Doch die Zahl der Plattformen steigt. Welche sind wichtig? Welche nicht? Welche sind ein NoGo?

Unternehmen nutzen Social Media: Kundenkommunikation im Internet

Kundenbeziehungen werden heute über Social Media gepflegt, die Kommunikation findet immer stärker über die diversen Social Media Plattformen statt. Angesichts wachsender Zahlen von Nutzern verwundert das nicht: Rund 4,39 Milliarden Menschen auf der Welt haben Zugriff auf das Internet, etwa 3,49 Milliarden nutzen mindestens eine Social Media Plattform.

Etwas weniger als die Hälfte der Deutschen ist täglich auf Facebook oder ähnlichen Plattformen unterwegs und verbringt dort im Durchschnitt etwas mehr als 2,25 Stunden am Tag. Bei den Unternehmen geben in Umfragen rund 94 Prozent an, Social Media Plattformen marketingtauglich zu nutzen, wobei vor allem das Produkt beworben wird. Auch zur Mitarbeitersuche wird Social Media genutzt.

Die wichtigsten Social Media Plattformen für das Unternehmen ( Video)

Die folgende Übersicht stellt die wichtigsten Social Media Plattformen dar, die für Unternehmen relevant sind und marketingtauglich genutzt werden.

Video: Die wichtigsten Social-Media-Plattformen I e-learning für den Tourismus mit der IHK Cottbus

Dabei gilt, dass schon Gründer diese Möglichkeiten kennen und nutzen sollten, denn oft wird über Social Media der erste Grundstein für das Bekanntwerden des Unternehmens gelegt.

  1. Nichts geht über die Social Media Plattform Facebook

    Nicht umsonst wird Facebook gern als die „Mutter der Social Media Plattformen“ bezeichnet. Ein wahres Urgestein und im Alltag vieler Menschen etabliert. Dabei wird Facebook sowohl privat als auch beruflich genutzt und die für Unternehmen wichtigen Facebook Ads der Firmen sind in der Timeline der Nutzer zu finden.

    Allerdings sollten sich Unternehmen fragen, ob wirklich jeder Anfragende ein idealer Fan ist. Wer zum Beispiel mit dem Produkt oder einer Leistung unzufrieden war, kann dafür sorgen, dass sich der eigene Ärger potenziert. Ein Shitstorm mit nicht absehbaren Ausmaßen und Auswirkungen kann die Folge sein, weshalb Facebook mitunter gar nicht so gut ist wie gedacht.

    Mit dem richtigen Fachwissen kann ein Shitstorm zwar umgangen oder wenigstens abgemildert werden, doch nicht jedes Unternehmen kann mit negativer Publicity umgehen.

    Nicht umsonst wird Facebook gern als die „Mutter der Social Media Plattformen“ bezeichnet. ( Foto: Shutterstock-Rawpixel.com)

    Nicht umsonst wird Facebook gern als die „Mutter der Social Media Plattformen“ bezeichnet. ( Foto: Shutterstock-Rawpixel.com)

  2. Mit Twitter kurze Nachrichten in die Welt schicken

    Diese Social Media Plattform hat nicht zuletzt durch Donald Trump ein Plus an Bekanntheit errungen, denn der scheidende US-Präsident ist bekannt für seine mehr oder weniger sinnvollen Kurznachrichten, die er von hier aus in die Welt hinausschickte.

    Die Texte, die nur die Länge einer SMS haben, sind für das Echtzeit-Marketing unverzichtbar. Natürlich nutzen auch andere Politiker und Unternehmen sowie zahlreiche Stars und Sternchen Twitter, dennoch sind in Deutschland nur rund 12 Millionen Nutzer für den Dienst angemeldet. Die breite Masse wird damit also nicht erreicht, eher hängen sich nur bereits gewonnene Kunden als Follower an.

    Für die Neukundenwerbung ist Twitter daher weniger gut geeignet, wohl aber, um Interessenten auf dem Laufenden zu halten. Vor allem bei der Produktneuentwicklung sind die Kurznachrichten eine gute Möglichkeit, Kunden und Followern den aktuellen Stand der Dinge mitzuteilen. Die Nachrichten gelten als kurzlebig, dennoch bleiben sie bei entsprechender Aufbereitung des Inhalts im Gedächtnis. Für Unternehmen gibt es aber bessere Social Media Plattformen.

  3. Über Instagram mit Bildern punkten

    Social Media besteht heute nicht mehr nur aus Texten, sondern umfasst auch Bilder. Dafür dient das Bildernetzwerk Instagram, das für seine hohe Interaktionsrate bekannt ist. Hier werden Likes verteilt und Kommentare hinterlassen, allerdings lässt sich Traffic schlecht generieren.

    Der Grund: Die Bilder können keine Links enthalten, über die die Follower gesteuert werden können. Vor allem kleine Unternehmen nutzen aber gern Instagram für ihre Marketingaktionen, wobei es dabei vor allem auf die Influencer ankommt, die erreicht werden sollen.

    Social Media besteht heute nicht mehr nur aus Texten, sondern umfasst auch Bilder. ( Foto: Shutterstock-fizkes)

    Social Media besteht heute nicht mehr nur aus Texten, sondern umfasst auch Bilder. ( Foto: Shutterstock-fizkes)

  4. Pinterest als bessere Instagram-Variante

    Unternehmen nutzen Pinterest, um Bildinhalte zu sammeln und um Kurzvideos zu hinterlegen. Wichtig ist hier, dass Bild- und Videomaterial gut aufbereitet werden und ansprechend darzustellen sind. Es geht um schöne Inhalte, die eine breite Masse von Nutzern ansprechen.

    Das Gute: Die Pins können mit einem Link versehen werden, was den Traffic auf die eigene Webseite erhöhen kann. Darüber können zudem Produkte direkt verlinkt werden, sodass Pinterest und Onlineshop eine Einheit ergeben. Das Bildernetzwerk richtet sich vor allem an weibliche Nutzer, die diese Social Media Plattform als Suchmaschine nutzen.

  5. Mit dem Facebook Messenger und WhatsApp in Kontakt bleiben

    Immer mehr Kunden wollen keine E-Mail schreiben oder anrufen, wenn sie eine Frage an ein Unternehmen haben. Sie möchte eine Social Media Plattform nutzen und eine WhatsApp schicken oder den Facebook Messenger wählen, denn beide sind kostenfrei und lassen auch die Übertragung von Videos zu.

    Insofern stellen sie im Bereich Social Media eine Pflicht und nicht nur die Kür dar. Die Reichweite ist riesig und der direkte Kontakt mit den Kunden ist möglich.

    Das Gute daran: Die Kommunikation ist direkt möglich, Kunden können in Echtzeit beraten werden. Individuelle Angebote lassen sich hierüber ebenso gut verschicken, wie eine Kundenberatung über den Support realisieren.

    Immer mehr Kunden wollen keine E-Mail schreiben oder anrufen, wenn sie eine Frage an ein Unternehmen haben. ( Foto: Shutterstock-GaudiLab )

    Immer mehr Kunden wollen keine E-Mail schreiben oder anrufen, wenn sie eine Frage an ein Unternehmen haben. ( Foto: Shutterstock-GaudiLab )

  6. Mit flickr Bilder viral verbreiten

    Ein weiterer Bilderdienst im Bereich Social Media neben Instagram und Pinterest ist flickr. Dieser Dienst kann von Unternehmen kostenlos genutzt werden und ist leicht zu bedienen.

    Hier werden zum Beispiel Pressebilder veröffentlicht, die über flickr zu teilen sind. Außerdem werden die Bilder, die dort veröffentlicht werden, bei der Google Bildersuche ganz besonders hervorgehoben bzw. beachtet, sodass sie sich leichter verbreiten lassen.

  7. Mit TikTok die junge Generation erreichen

    Was für die Älteren Youtube ist, ist für die Jüngeren TikTok. Der Dienst ist im Vergleich zu den andere noch relativ neu und wird für das Marketing von wenigen Unternehmen genutzt. Der Unterhaltungsfaktor ist hierbei das Wichtigste, niemand möchte auf TikTok ernsthafte Nachrichten sehen.

    Die Nutzer sind jung, teilweise noch Kinder, die Zielgruppe liegt damit zwischen 11 und 25 Jahren. Gezeigt werden vor allem lustige Videos oder Rekorde aus verschiedenen Bereichen. Marketingtechnisch kann die Social Media Plattform zum Beispiel für die Suche nach Azubis oder jungen Teilhabern an einem Start-up genutzt werden. Vielleicht werden auch Challenges angeboten, mit denen die Nutzer dazu animiert werden sollen, eigene Beiträge einzureichen.

    Was für die Älteren Youtube ist, ist für die Jüngeren TikTok. ( Foto: Shutterstock-View Apart )

    Was für die Älteren Youtube ist, ist für die Jüngeren TikTok. ( Foto: Shutterstock-View Apart )

  8. Hochwertige Videos auf Youtube posten

    Unternehmen können auf Youtube ihren eigenen Kanal einrichten und posten dort Videos. Sie veranschaulichen zum Beispiel die Herstellung eines Produkts, stellen neue Leistungen vor, geben einen Einblick in die Produktionshallen oder stellen ihre Mitarbeiter vor.

    Hochwertiger Content kostet allerdings etwas mehr Geld, denn die hier hochgeladenen Videos sollten qualitativ anspruchsvoll sein. Wichtig ist auch, dass der Kanal immer wieder mit neuen Inhalten gefüllt wird und dass die Abonnenten wirklich bei Laune gehalten werden. Das geht auch über andere Inhalte: Lustige Videos werden geteilt, Hinweise auf andere Chanels gegeben.

    Riesiger Vorteil: Die Nutzer müssen sich nicht anmelden, um die Videos zu sehen, damit ist die Streuwirkung groß.
    Mittlerweile nutzen sogar Behörden Youtube als Social Media Plattform, wenn sie zum Beispiel Formulare und Anträge erklären wollen.

    Die Kommunikation mit Behörden hat nicht zuletzt durch Corona an Bedeutung gewonnen, da nun immer stärker auf eine Onlineberatung der Bürger gesetzt wird.

  9. Andere Unternehmer auf XING treffen

    XING ist das Unternehmernetzwerk im Bereich Social Media, wo sich vor allem deutschsprachige Geschäftsleute treffen. Es geht dabei nur um die Verfolgung beruflicher Interessen, es werden neue Kontakte geknüpft und der fachliche Austausch gesucht. Hinweise auf anstehende Events können ebenso gegeben werden wie Ankündigungen für firmeninterne Highlights.

    Diese Social Media Plattform ist in erster Linie für das Networking gedacht und eignet sich somit perfekt für Freiberufler und Gründer, die in der Branche erst einmal bekannt werden müssen. Hierüber lassen sich auch Mitarbeiter finden sowie Projekte generieren, wenngleich sicherlich neben geplanter Netzwerkarbeit auch ein wenig Glück dazugehört, um die richtigen Kontakte zu finden.

    XING ist das Unternehmernetzwerk im Bereich Social Media, wo sich vor allem deutschsprachige Geschäftsleute treffen. ( Foto: Shutterstock-Daxiao Productions )

    XING ist das Unternehmernetzwerk im Bereich Social Media, wo sich vor allem deutschsprachige Geschäftsleute treffen. ( Foto: Shutterstock-Daxiao Productions )

  10. Mit LinkedIn die ganze Welt erreichen

    Was XING für den deutschsprachigen Raum ist, ist LinkedIn für die ganze Welt. Hier treffen sich Unternehmer aus aller Herren Länder, es werden Kontakte geknüpft und Netzwerke aufgebaut. In Deutschland wird diese Möglichkeit aus dem Bereich Social Media ebenfalls immer bedeutsamer, wobei die Zusammensetzung der Nutzer interessant ist. Rund 80 Prozent der User bei LinkedIn sind Führungskräfte.

  11. Jugendliche über Snapchat erreichen

    Als Snapchat an den Start ging, gab es einen riesigen Hype um die Plattform. Mittlerweile ist es etwas ruhiger geworden und im Bereich Social Media spielt Snapchat nicht mehr ganz so stark eine Rolle. Die Zielgruppe hier sind vor allem Jugendliche bis 18 Jahren, die darüber aber leicht zu erreichen sind.

    Daher ist die Plattform vor allem für die Unternehmen interessant, deren Produkte und Leistungen für Jugendliche gedacht sind bzw. sich an diese richten. Bilder und Videos erzählen hier Geschichten, Unternehmen können einen Einblick hinter die Kulissen geben und Insiderwissen aus dem Unternehmen heraus an die Jugendlichen geben. Vor allem für Start-ups interessant!

    Social Media hat viele Gesichter und zeigt diese durch diverse Video-Plattformen. ( Foto: Shutterstock-Rawpixel.com)

    Social Media hat viele Gesichter und zeigt diese durch diverse Video-Plattformen. ( Foto: Shutterstock-Rawpixel.com)

  12. Mit Vimeo eine Alternative zu Youtube nutzen

    Social Media hat viele Gesichter und zeigt diese durch diverse Video-Plattformen. Darunter findet sich auch Vimeo, wobei diese Plattform mit Youtube vergleichbar ist. Es wird allerdings eine bessere Qualität geboten, dazu gibt es verschiedene Features, die genutzt werden können.

    Hier gehört der eigene Starbildschirm ebenso zum Standard wie eine hohe Qualität bei Filmen. Der eigene Startbildschirm ist bei Youtube auch möglich, allerdings nur im Werbung verbundenen Partnerprogramm.

  13. Mit Tumblr bloggen und Content generieren ( Video)

    Nutzer können auf Tumblr Texte, Links, Videos, Audiodateien oder Bilder veröffentlichen, die eingestellten Inhalte können dann von anderen Nutzern neu veröffentlicht werden. Die Verbindung mit WordPress und GetGlue ist leicht möglich, daher können unternehmen über Tumblr nahezu spielend einfach Content generieren.

Video: Entwicklung Der Top 10 Meist Genutzten Social Media Platformen! (2004-2020) |Whatsapp,Instagram

Der Vollständigkeit halber sei auch Google plus noch in der Reihe der Social Media Plattformen aufgeführt, wobei diese Plattform eigentlich die Alternative zu Facebook sein sollte. Doch Google kam ein wenig zu spät und erreichte nur noch wenige Fans. Diese hielten jedoch die Treue, bis bekannt wurde, dass es einige Datenlecks gab.

In Suchanzeigen wurden angezeigte Links mit einem Plus dargestellt, was sogar das Zeug dazu hatte, das Ranking in den Suchanzeigen zu beeinflussen. Diesbezüglich gab es eine gerichtliche Entscheidung, die die Bevorzugung untersagte. Mittlerweile gibt es Google plus nicht mehr, doch wer Google Currents nutzt, hat auch weiterhin Zugriff auf die Netzwerkfunktionen.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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