Quelle Katalog: Abschied vom Old-School-Shopping

Quelle Katalog: Abschied vom Old-School-Shopping

Der Quelle Katalog war lange Zeit in fast jedem Haushalt zu finden, hatte seinen festen Platz im Regal oder in der Schublade. Hierin wurde geblättert, wenn Geschenkanlässe anstanden oder wenn die Freundinnen zum Kaffeeklatsch kamen. Gerade in den 1960er bis 90er Jahren verhieß der Katalog eine gewisse Homogenität. Doch diese hat ausgedient, wünschen sich die Menschen heute doch weitaus mehr Individualität und weniger Konformität. Nicht zuletzt hat das Internet dem Quelle Katalog den Rang abgelaufen – denn das Shoppen im Netz ist weitaus bequemer und umfassender möglich.

Quelle Katalog: Wider das Einkaufsverhalten der Deutschen

Einst war das Shoppen aus dem Katalog ein tolles Erlebnis: So viele verschiedene Marken, Styles und Preiskategorien an einem Ort versammelt und dazu die Möglichkeit, zum Einkaufen nicht einmal das Haus verlassen zu müssen – einfach toll. Das ist heute längst überholt, genießen doch Studien zufolge rund 80 Prozent der Deutschen die Vorteile des Internets. Ein Großteil der Nutzer kauft zudem im Netz ein, denn die Vielfalt der gebotenen Artikel ist hier doch um einiges größer als im gedruckten Katalog. Wobei der Quelle Katalog natürlich noch den Vorteil der festen Preise für die jeweilige Saison bieten konnte. Denn diese waren für die Kollektionen Frühling/Sommer sowie Herbst/Winter festgelegt. Im Internet ändern sich die Preise teilweise täglich, dafür sind die Vergleichsmöglichkeiten jedoch besser. Wer sich nicht der Masse anpassen, sondern seine Individualität unterstreichen möchte, wird kaum im Quelle Katalog shoppen, sondern das World Wide Web für seine Zwecke nutzen. Laut der Studie der Europäischen Kommission steht Deutschland auf dem vierten Platz innerhalb der EU, bezogen auf das Onlineshopping. Gleichzeitig sind die Deutschen aber bei der Nutzung sozialer Netzwerke zurückhaltender, hier liegt der Anteil der Nutzer nur bei 49 Prozent. Damit steht Deutschland an zweitletzter Stelle im EU-Vergleich.

Was kommt nach dem Quelle Katalog?

Nach wie vor steht der Quelle Katalog für einfaches Shoppen und die gemeinsame Suche nach dem perfekten Outfit. Heute allerdings trifft man sich nicht mehr zum Kaffeeklatsch und schaut sich dabei in Buchform die neuesten Trends und Styles an, heute wird über Tablet und Smartphone in den Angeboten geblättert. Wem ein Trend gefällt, der teilt diesen mit der ganzen Welt oder wenigstens mit seinen Facebook-Freunden. Hier gibt es Kommentare und Meinungen dazu, sodass die Kaufentscheidung leichter fällt. Im Prinzip gehen Freundinnen heute nicht selten getrennt, dennoch aber digital miteinander verbunden shoppen. Quelle zeigt jedoch immer noch Konformität und Homogenität – zwei Dinge, die kaum noch jemand mag. Durch das Internet wird Quelle moderner, denn viele Angebote sind heute nur noch in der Online-Variante des Quelle Katalogs zu finden. Wer das perfekte Etwas sucht, wird im gedruckten Quelle Katalog nur noch selten fündig. Nicht zuletzt liegt das an den Ansichten: In der Druckversion wird ein Outfit oder auch ein Möbelstück in einer Position fotografiert und dargestellt. Im Netz können sich Interessenten eine 360 °-Ansicht zu Gemüte führen. Einrichtungsplaner helfen online bei der Gestaltung der eigenen vier Wände und eine Art Model kann mit den eigenen Maßen versehen und mit den ausgewählten Kleidungsstücken versehen werden.

Fazit: Der alte Quelle Katalog hat längst ausgedient, er ist weder modern noch individuell genug. Die moderne Version ist online zu finden und steht hier in harter Konkurrenz zu der Vielzahl der Anbieter, die mit niedrigen Preisen und Individualität werben.


Bildnachweis: © morguefile.com – Prawny

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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