Passives Einkommen: 11 Mythen und genau 3 Wege, wie es wirklich geht

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Ein passives Einkommen sichert den regelmäßigen Geldeingang, ohne viel dafür tun zu müssen. So die Theorie. Gänzlich ohne Aufwand ist aber auch dieses Einkommen nicht zu erzielen.

Finanzielle Freiheit durch passives Einkommen?

Wer ein passives Einkommen fast ohne Gegenleistung bekommen möchte, muss die Möglichkeiten dazu geschickt auswählen. Viele Angebote für ein passives Einkommen versprechen mehr, als sie halten können. Auf die häufigen Mythen gehen wir gleich ein. Doch zuerst gilt es, die Frage zu klären, was überhaupt ein passives Einkommen ist.

Passives Einkommen und seine Vorteile

Wer Geld ohne eine aktive Gegenleistung erhalten möchte, muss ein passives Einkommen generieren. Eine konkrete Definition für diese Verdienstart gibt es derzeit noch nicht, Fakt ist aber, dass das Einkommen hier ohne ständigen Einsatz von Zeit und/oder Arbeit erzielt wird. Der Fokus liegt dabei auf dem „ständigen Einsatz“, denn ein geringer Einsatz, der einmalig oder mehrmals kurzzeitig sein kann, ist trotz allem nötig.

Zahlreiche Vorteile sind mit dem passiven Einkommen verbunden:

  • geringer zeitlicher Aufwand
  • mehr finanzielle Freiheit
  • örtliche und zeitliche Unabhängigkeit
  • meist keine Vorkenntnisse erforderlich

Über ein passives Einkommen soll demnach eine gewisse finanzielle Freiheit erreicht werden. Viele Menschen versuchen, über das passive Einkommen Urlaubs- oder Investitionswünsche zu erfüllen, die mit dem regulären Einkommen nicht oder nicht innerhalb der Kürze der Zeit zu erfüllen wären.

Wichtiger Unterschied zum regulären Einkommen: Ein passives Einkommen ist meist nicht ausreichend, um ohne weitere finanzielle Mittel davon zu leben. Es handelt sich eher um ein Nebeneinkommen und damit um einen angenehmen Bonus zum üblichen Gehalt oder Lohn.

Häufig genutzte Wege für ein passives Einkommen

Sehr häufig werden die folgenden Wege genommen, um ein passives Einkommen zu erzielen:

  • Immobilienvermietung
  • Kreditvergabe an Privatpersonen
  • Geldanlage in Wertpapiere und Gold
  • Affiliate Marketing

Wichtige Voraussetzungen, um mit den genannten Möglichkeiten ein passives Einkommen zu erzielen: Ein persönliches Interesse muss ebenso vorhanden sein wie eine gewisse Fachkompetenz. Teilweise muss auch das Eigenkapital hoch genug sein, um überhaupt mit der Einkommenserzielung beginnen zu können. Zudem braucht ein passives Einkommen Zeit, denn es lassen sich nicht über Nacht wunderbare Reichtümer erzielen.

Mit Nichtstun Geld verdienen? Das gelingt auf jeden Fall nicht, wenn Nischenseiten im Internet aufgebaut werden sollen. ( Foto: Shutterstock- Ollyy )

Mit Nichtstun Geld verdienen? Das gelingt auf jeden Fall nicht, wenn Nischenseiten im Internet aufgebaut werden sollen. ( Foto: Shutterstock- Ollyy )

11 Mythen über das passive Einkommen

Ein passives Einkommen ist leicht zu erzielen? Dies gilt sicherlich in der Theorie. Praktisch gesehen braucht auch das passive Einkommen einen Startschubs, mit dem das Geldverdienen überhaupt ins Rollen gebracht werden kann.

Die folgenden Mythen kursieren nach wie vor:

  1. Passives Einkommen ohne Startkapital erreichen
    Wer Geld verdienen will, muss in der Regel erst einmal investieren. Aktien müssen gekauft, Mietwohnungen renoviert und Webseiten aufgebaut werden. Auch wenn das Eigenkapital je nach geplantem Invest klein sein kann (und dann auch meist nur eine kleine Rendite bringt), so muss es dennoch vorhanden sein.
  2. Influencer Marketing als schillernde Verdienstmöglichkeit
    Nur wenige schaffen es, als Influencer wirklich Geld zu verdienen. Eigene Videos müssen beworben werden, damit jemand darauf aufmerksam wird. Das erfordert Kreativität und Ausdauer. Meist ist der Aufwand höher als der Nutzen, zumal das Influencer Marketing auch genaue Kenntnisse der Zielgruppe erfordert. Nebenbei passiert hier gar nichts!
  3. Durch Crowd Investing Geld verdienen
    Beim Crowd Investing wird Geld in konkreten Projekten angelegt, jeder entscheidet selbst über die Höhe der Beteiligung. Nur dann, wenn genügend Geld für ein Projekt gesammelt wurde, startet dieses überhaupt. Floppt es, hat der Anleger auch verloren. Je nach Projekt handelt es sich weniger um passives Einkommen als vielmehr um ein Glücksspiel.
  4. Internetseiten aufbauen
    Mit Nichtstun Geld verdienen? Das gelingt auf jeden Fall nicht, wenn Nischenseiten im Internet aufgebaut werden sollen. Dies erfordert Zeit und die Kenntnis darüber, was häufig gesucht, aber noch nicht ausreichend geboten wird. Zudem müssen auch Werbetreibende von der Qualität der Seite überzeugt werden.
  5. Werbung auf dem Auto
    Einige Jahre lang war es schon fast modern, mit Werbung auf dem Auto durch die Gegend zu fahren. Reichtümer ließen und lassen sich damit freilich nicht erzielen. Inzwischen gibt es Onlineplattformen, auf denen das eigene Auto als rollender Werbeträger angeboten werden kann. Nachteil: Das Fahrzeug muss mit der Werbung beklebt werden, was zum einen nicht besonders schön anzusehen ist, zum anderen aufgrund eventueller Lackschäden durch Kleber den Wert des Fahrzeugs mindern kann. Dafür ist der Verdienst viel zu gering!

    Einige Jahre lang war es schon fast modern, mit Werbung auf dem Auto durch die Gegend zu fahren. ( Foto: Shutterstock-Art Konovalov )

    Einige Jahre lang war es schon fast modern, mit Werbung auf dem Auto durch die Gegend zu fahren. ( Foto: Shutterstock-Art Konovalov )

  6. Wohnung kaufen
    Ein passives Einkommen über die Vermietung von Wohnraum? Das ist zwar möglich, allerdings muss hier ein großes Eigenkapital vorhanden sein. Nicht nur, dass zuerst eine Immobilie benötigt wird, die angeboten und vermietet werden kann. Es kommen auch noch laufende Kosten auf den Vermieter und Eigentümer zu, sodass der Gewinn nicht immer als passives Einkommen zu verbuchen ist. Vielmehr stehen Kosten und Nutzen oft in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander. Das ist nicht das erklärte Ziel!
  7. Passives Einkommen über Zinsen verdienen
    Welche Zinsen? Diese befinden sich seit Jahren im Sinkflug und stagnieren noch nicht einmal. Einige Banken haben bereits den Minusbereich für sich entdeckt. Und wo das nicht der Fall ist, lohnt der Aufwand kaum. Für Zinsen im Centbereich lohnt sich die Geldanlage von einigen Tausend Euro noch nicht einmal auf dem Tagesgeldkonto!
  8. Eigenes Unternehmen
    Dieser Punkt mag richtig sein, er wird auch später noch erklärt. Wer sich jedoch denkt, mit einer guten Idee gleich ein passives Einkommen erzielen zu können, der irrt gewaltig. Bis es soweit ist, dass andere das Unternehmen führen, der Gewinn aber (auch) in die eigene Tasche gehen kann, vergeht viel Zeit, in der die eigene Firma Geld und Nerven kostet.
  9. An Dividenden verdienen
    Ein passives Einkommen über Aktien und die Ausschüttung von Dividenden ist sicherlich möglich. Allerdings braucht es dazu einige Fachkenntnisse. Außerdem muss der Anleger den richtigen Zeitpunkt erwischen, zu dem Aktien verkauft werden müssen. Das heißt, dieser Weg ist nicht nebenbei zu beschreiten, sondern erfordert ein hohes Maß an ständiger Aufmerksamkeit.
  10. Ein Buch schreiben
    Viele Menschen haben einiges zu erzählen, dennoch haben sie nicht das Zeug zum Autor. Gleichzeitig sind viele weniger gute Bücher auf dem Markt, die es zwar bis in den Handel geschafft haben, die aber kaum jemand lesen möchte. Um als Autor wirklich Geld zu verdienen, braucht es neben einer guten Geschichte (oder einem speziellen Fachthema) einen starken Partner in Form eines Verlags im Rücken. Es kann zudem Jahre dauern, bis ein Buch wirklich einen Gewinn abwirft.
  11. Mit Stockfotos Geld verdienen
    Wer gute Fotos schießen kann, stellt diese auf den bekannten Plattformen ein und wird am Verkauf der Bilder beteiligt. Solche Stockfotos haben sicherlich das Zeug zu einem passiven Einkommen. Die Erträge sind dabei aber sehr gering, sodass der Aufwand den Nutzen beinahe wieder überwiegt. Es ist weniger von einem Einkommen als vielmehr von einer geringen Entschädigung zu sprechen.
Um als Autor wirklich Geld zu verdienen, braucht es neben einer guten Geschichte (oder einem speziellen Fachthema) einen starken Partner in Form eines Verlags im Rücken. ( Foto: Shutterstock-GaudiLab )

Um als Autor wirklich Geld zu verdienen, braucht es neben einer guten Geschichte (oder einem speziellen Fachthema) einen starken Partner in Form eines Verlags im Rücken. ( Foto: Shutterstock-GaudiLab )

3 Wege, wie ein passives Einkommen wirklich erreicht werden kann

Das Ende der konventionellen Arbeit soll durch ein passives Einkommen erreicht werden? Das ist sogar möglich, allerdings erfordert das im Gegensatz zu den vielen Versprechungen durchaus Arbeit.

Diese drei Wege führen dabei zum Erfolg:

  1. Unternehmensaufbau
    Der Aufbau eines Unternehmens wurde bereits angesprochen, doch viele Menschen gehen davon aus, dass eine eigene Firma fast von allein Geld abwirft. Um wirklich ein passives Einkommen daraus generieren zu können, kommt es auf die richtige Geschäftsidee und Vermarktungsstrategie an. Außerdem braucht es Zeit und fähige Mitarbeiter, um das eigene Unternehmen zum Erfolg zu führen.
  2. Eigenkapital ansparen
    „Kapital entsteht durch Konsumverzicht“, so äußerte sich einst Karl Marx. Wer Geld verdienen möchte, muss selbst erst einmal etwas ansparen. Dieses Geld kann dann zum Beispiel in Aktien, Bitcoins oder Gold angelegt werden und sich (hoffentlich) vermehren. Zeit und Fachkenntnis sind auch hier wieder vorausgesetzt. Dazu gibt es eine Daumenregel: pro investierten 1.000 Euro erzielt man ein Einkommen von 4 Euro monatlich – nach Steuern. Wer also 300.000 Euro erbt und investiert, kann mit einem passiven Einkommen von monatlich 1.200 Euro netto rechnen.
  3. Vermögensverwaltung nach dem Erben
    Zugegeben, ob jemand etwas erbt oder nicht, kann nur bedingt beeinflusst werden. Ist der Fall aber eingetreten, dass etwas von Wert geerbt wurde, sollte dieses Erbe gewinnbringend verwaltet werden. Dies kann eventuell die Hilfe eines fachkundigen Notars oder Rechtsanwalts erfordern. Besonders einfach ist es bei einer Immobilie, die geerbt wurde: Diese lässt sich vermieten oder verkaufen.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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