Pharmacie Billmann: bei einer Apotheke in Frankreich Medikamente bestellen?

Pharmacie Billmann: bei einer Apotheke in Frankreich Medikamente bestellen?

Nicht wenige Menschen beziehen Medikamente, Arznei– und Hilfsmittel mittlerweile über das Internet. Die Preise sind niedriger und bei Bedarf ist eine Beratung in der Regel per Telefon oder E-Mail möglich. Auch die Pharmacie Billmann in Frankreich zählt zu den beliebten Apotheken, die günstige Medikamente versenden. Doch in einer Apotheke im Ausland kaufen – kann das gut gehen? Und wie ist hier eigentlich die Rechtslage?

Pharmacie Billmann: Medikamente günstig in Frankreich bestellen

Die Pharmacie Billmann (Adresse: 5 Place de la République, 67160 Wissembourg, Frankreich, Telefon:+33 3 88 94 00 10) bietet Medikamente und medizinische Produkte an, wobei auch Pflegeprodukte zum Sortiment gehören. In erster Linie richtet sich das Angebot an Selbstzahler – das sind Privatpatienten, denen die Honorare der Ärzte direkt in Rechnung gestellt werden. Bestellen kann natürlich jeder, der geschäftsfähig ist und das Angebot der Apotheke in Frankreich ist für ältere oder behinderte Menschen geradezu ideal. Medikamente zu günstigen Preisen, die bis an die Haustür geliefert werden – perfekt! Sprachliche Barrieren gibt es hier nicht, denn in der Apotheke im Elsass wird auch Deutsch gesprochen. Eine Beratung ist demzufolge für deutschsprachige Besteller ohne Probleme möglich.



Zur Rechtslage beim Bestellen von Medikamenten im Ausland

Wenn Sie in Frankreich oder im übrigen Ausland Medikamente bestellen möchten, müssen Sie die aktuelle Rechtslage beachten. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz weist auf die unterschiedlichen Regelungen innerhalb der Europäischen Union hin. So dürfen in Frankreich erst ein Januar 2013 Medikamente rezeptfrei online vertrieben werden. Es gibt eine offizielle Medikamentenliste, auf der sich die zugelassenen Medizinprodukte befinden. Die örtlichen Apotheken dürfen den Verkauf durchführen – und nur diese Präsenzapotheken. Eine reine Online-Apotheke dürfte demnach keine Medikamente vertreiben. Die Präsenzapotheken müssen eine offizielle Zulassung für den Handel über das Internet haben, die durch die Apothekerkammer in Frankreich sowie durch die regionale Aufsichtsbehörde ausgestellt wird.

Für den Kauf von Arzneimitteln von Deutschland aus gilt, dass die Apotheken, die in EU-Mitgliedsstaaten ansässig sind, die Sicherheitsstandards ähnlich denen nach deutschem Recht anwenden müssen. Nur dann dürfen Medikamente hier online bezogen werden. Apotheken in den Niederlanden müssen als Präsenzapotheke fungieren, in Schweden und Tschechien dürfen nur verschreibungspflichtige Arzneimittel vertreiben werden. Anders sieht die Lage in Großbritannien aus, hier dürfen Sie sowohl verschreibungspflichtige als auch verschreibungsfreie Arzneimittel bestellen.



Vorgehensweise beim Bestellen der Arzneimittel bei der Pharmacie Billmann

Wenn Sie bei der Pharmacie Billmann oder einer ähnlichen Apotheke ein Arzneimittel bestellen wollen, welches verschreibungspflichtig ist, müssen Sie zunächst das Rezept einreichen. Danach zahlen Sie den vollen Preis. Sie erhalten dann die bestellte Ware und bekommen eine Rechnung, die Sie wiederum bei der deutschen Krankenkasse einreichen müssen. Diese erstattet danach die Kosten. Wichtig: Einige Arzneimittel, die in Deutschland verschreibungspflichtig sind, werden im Ausland frei verkauft.

Was sagt der Zoll zum Einkauf bei der Pharmacie Billmann in Frankreich

Nun stellt sich die Frage, wenn Sie bei der Pharmacie Billmann oder einem anderen Anbieter im Ausland Arzneimittel bestellen wollen: Wie werden diese überhaupt definiert?

Arzneimittel sind Stoffe, die im menschlichen oder tierischen Körper angewendet werden und die Krankheiten sowie Beschwerden lindern oder heilen sollen. Außerdem sind sie zur Verhütung bestimmter Beschwerden und Erkrankungen bestimmt. Des Weiteren definieren sich Arzneimittel dadurch, dass sie die physiologischen Funktionen eines Menschen oder Tieres wiederherstellen, korrigieren oder beeinflussen können. Unterschieden wird in Präsentations- und Funktionsarzneimittel, was für den Verbraucher bei seiner Bestellung letzten Endes aber keine Rolle spielen dürfte.

Der Zoll sagt nun, dass über den Postversand durch eine Privatperson aus Deutschland grundsätzlich keine Arzneimittel bestellt werden dürfen. Zu beachten ist dabei, dass im Ausland frei verkäufliche Mittel wie Nahrungsergänzungsmittel oder Vitaminpräparate hierzulande unter das Arzneimittelgesetz fallen können. Die Bestimmungen, die das Land, in dem das Mittel verkauft wird, verfolgt, sind dabei unerheblich.

Laut Auskunft der Zollbehörden dürfen Arzneimittel jedoch durch eine deutsche Apotheke bestellt werden, wenn diese hier in Deutschland für das betreffende Anwendungsgebiet nicht erhältlich sind. Sie benötigen eine ärztliche Verordnung und gehen damit zur Apotheke. Diese nimmt die Bestellung vor und bekommt die Lieferung zugesandt. Danach ist die Abgabe des Medikaments an Sie möglich.

Angesichts der Tatsache, welchen Ansturm die ausländischen Apotheken erfahren, bleibt jedoch fraglich, wer sich an die Vorgaben des Zolls wirklich hält – und wer letzten Endes überhaupt davon weiß. Die Aussagen von Zoll und Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz widersprechen sich hier teilweise, sodass nicht wenige Menschen zu einer Bestellung bei der Pharmacie Billmann oder einer anderen Auslandsapotheke tendieren. Die diesbezüglichen Unsicherheiten müssten durch eine vermehrte Aufklärung der Bürger behoben werden, wobei hier immer noch die Preise im Weg stehen. Solange eine Pharmacie Billmann oder andere Netzapotheken mit Sitz im Ausland weitaus günstiger sind, werden sich auch weiterhin genügend Besteller finden.





Bildnachweis: © morguefile.com – natartbook

Über 

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

Comments 3

  1. Ich habe soeben zum ersten mal von dieser Einkaufspraxis gelesen.
    An alle Mitlesenden : Sollte es aus dem obigen Text noch nicht deutlich genug hervorgegangen sein, hier nochmal in Reinform : Der Bezug von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln über diese französischen Apotheken ist ILLEGAL !!!

    Aber brecht ruhig Gesetze, wer braucht die schon ? Und: Wo kein Kläger, da keine Anklage, richtig ?

    Finger weg von solchen Praktiken ! Auch DocMorris versucht es immer wieder, erstmal mit illegalen Mitteln in Deutschland etwas auszuprobieren. Mal klappt es und die Gesetze werden in ihre Richtung (nach dem Verstoß) geändert, mal klappt es nicht, sie werden auf Bußgelder verklagt, aber was solls : Bezahlt haben sie die sowieso noch nie, weil keiner da ist, der sie einfordert.

    Was ist das für eine Welt/Rechtsstaat/Demokratie, wenn jeder erstmal Gesetze bricht, um dann zu gucken, was passiert ?

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,
    können Sie auch Tiersrztrezepte aus der Schweiz einlösen?
    Danke für Ihre Rückmeldung.
    Freundliche Grüsse
    Dennis Cassina

  3. Vielen Dank für die tollen Informationen. Sie retten unserem Hund vielleicht gerade das Leben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.