Tech Startups: Definition und Voraussetzungen

Tech Startups: Definition und Voraussetzungen

Immer wieder heißt es, Startups würden Arbeitsplätze vernichten und ausschließlich Tech Startups wären nur zum Schaden der Branche. Aber weit gefehlt, denn sie bringen wichtige Innovationen auf den Markt und schaffen sogar Arbeitsplätze.

Tech Startups: Eine Definition

Das Ziel von Tech Startups besteht darin, technologische Services und Produkte auf den Markt zu bringen. Die Unternehmen liefern neue Technologien an andere Unternehmen und Privatpersonen oder sie liefern bereits bisher genutzte Technologien. Das heißt, sie müssen nicht zwingend selbst etwas Neues schaffen, auch Bestehendes kann verändert oder auf anderen Wegen angeboten werden.

„Tech Startups“ steht für „Technology Start-ups“, die neu gegründet wurden und die ein Geschäftsmodell verfolgen, dass neu und dennoch wiederholbar ist. Die Unternehmen befinden sich in der Entwicklungsphase („companies in development“) und befassen sich mit Innovationen, einer gewissen Skalierbarkeit der Leistungen und natürlich mit dem eigenen Wachstum sowie dem des gesamten Marktes.

Das Ziel von Tech Startups besteht darin, technologische Services und Produkte auf den Markt zu bringen. (#01

Das Ziel von Tech Startups besteht darin, technologische Services und Produkte auf den Markt zu bringen. (#01)

Tech Startups als Pioniere

Tech Startups setzen auf einzigartige Ideen und gelten daher als Pioniere der Branche, als Technology Pioneers. Sie geben neue Impulse oder zeigen Geschäftspotenziale auf, sind Partner bei neuen Entwicklungen aller Art. Wie wichtig derartige Companies sind, zeigen die verschiedenen Wettbewerbe für Existenzgründer in der Technologie. Mit diesen füllen die fördernden Unternehmen und Organisationen ihre „Entwicklungspipelines“ und fragen sich ständig: What’s new?

Das gesamte Geschäft im Technologiebereich sucht ständig nach neuen Herausforderungen, die das Leben einfacher werden lassen oder die die Produktion optimieren können. Irgendwann gilt ein Startup nicht mehr als solches, dann ist es ein gestandenes Unternehmen, wenn ein Quäntchen Glück dabei ist.

Denn, und das muss an dieser Stelle auch gesagt werden, längst nicht alle Startups sind von Erfolg gekrönt. Nicht wenige müssen sich wieder vom Markt zurückziehen, weil ihre Ideen zwar toll, finanziell aber nicht umsetzbar waren. Oder weil der Markt einfach noch nicht so weit ist und die Nachfrage nach derartigen Innovationen nicht reicht, um ein Unternehmen am Leben zu erhalten.

Tech Startups besetzen Marktnischen

Wer als Pionier an den Start ging und eventuell sogar eine Challenge gewonnen hat, muss sich schon bald überlegen, wie die Reise weitergehen soll. Denn bereits binnen kürzester Zeit fragt niemand mehr: What’s new? Dann ist die Zeit gekommen, mit Resultaten zu punkten, nicht mehr nur Ideen vorzustellen, sondern mit Produkten und Leistungen zu glänzen. Viele Unternehmen in der Branche schaffen den Weg auf den Markt mit ihren innovativen Angeboten, die sie mit schlanken und kostengünstigen Angeboten platzieren.

Hinter mancher Idee steckt ein ganz einfaches, dennoch schon vielfach bewährtes Konzept, welches dem jungen Unternehmen zum Erfolg verhilft. Wer eine Marktnische gefunden hat und diese konsequent besetzt hält, kann zu einem Tech Unternehmen werden, welches weltweit gesehen eine recht beträchtliche Größe besitzt. Über das Besetzen derartiger Marktnischen wächst das junge Unternehmen weiter, aus dem Start-up wird schon bald ein gestandenes Unternehmen.

Wer als Pionier an den Start ging und eventuell sogar eine Challenge gewonnen hat, muss sich schon bald überlegen, wie die Reise weitergehen soll. (#02)

Wer als Pionier an den Start ging und eventuell sogar eine Challenge gewonnen hat, muss sich schon bald überlegen, wie die Reise weitergehen soll. (#02)

Tech Startups: Nach dem Wettbewerb kommt der Erfolg

Wenn sich Tech Startups erfolgreich im Wettbewerb behaupten können, sind sie die ersten, die für Tech Arbeitsplätze sorgen. Startups sind also nicht federführend beim Einstampfen bestehender Arbeitsplätze, sondern sorgen vielmehr dafür, dass immer wieder neue Jobs entstehen. Jede einzelne Abteilung im jungen Unternehmen muss besetzt werden, dazu kommen je nach Auftrags- und Unternehmenslage mehrere Angestellte für unterschiedliche Aufgaben.

Beispiel Österreich: Dort wurden im Jahr 2013 rund 486 Unternehmen neu gegründet. Diese schufen ganzen 1.752 Jobs! Wer nun sagt, dass diese Jobs alle selbstständig ausgeübte Tätigkeiten waren, irrt, denn 1.665 dieser Stellen wurden unselbstständig ausgeübt. Tech Startups sind damit prädestiniert für neue Arbeitsplätze.

Maßgeblich für den weiteren Erfolg ist in vielen Fällen, ob genügend Aufmerksamkeit für die junge Firma vorhanden ist. Konnte sie im Rahmen eines Wettbewerbs auf sich aufmerksam machen? Konnte sie Förderer und Unterstützer gewinnen oder steht das Start-up ganz allein auf weiter Flur? Die Presse sollte zum besten Freund werden. Denn der, über den nicht berichtet wird, gerät schon vor dem großen Erfolg in Vergessenheit.

Zur Not hilft es auch, regelmäßig selbst Pressemitteilungen zu verfassen und diese auf entsprechenden Seiten im Netz zu posten. Ganz selbstverständlich, als handele es sich hier um ein gestandenes Unternehmen, welches mal wieder über seine aktuelle Neuheit berichtet.

Video: 5 Gründer von FinTech Startups im Gespräch

Tech Startups: Voraussetzungen für junge Unternehmen

Sicherlich zählt Kapital zu den wichtigsten Voraussetzungen, die für ein Tech-Startup vorhanden sein müssen, wenn es denn Erfolg haben möchte. Allerdings hängt längst nicht alles an den Finanzen, denn weitaus wichtiger ist eine Idee, die auf eine passende Zielgruppe trifft.

Wer mit seinem Tech Start-up daher an den Start gehen möchte, sollte daher vor allem im Blick haben, ob es für seine Idee überhaupt eine Zielgruppe gibt. Wer etwas Neues entwickelt, hat es dabei sicherlich schwerer als jemand, der ein bereits auf dem Markt befindliches Produkt optimieren will. Ist für Letzteres die Nachfrage vorhanden und ist die Innovation gut und durchdacht, werden sich zumindest die Nutzer, die das Produkt bis dato eingesetzt haben, als Kunden gewinnen lassen. Ein gänzlich neues Produkt oder eine neue Leistung muss erst einmal selbst zu überzeugen wissen.

Wer bekannter werden will, sollte die bereits angesprochenen Challenges nutzen. Darüber lässt sich allerdings nicht nur die Bekanntheit gegenüber der potenziellen Zielgruppe erhöhen, sondern Preisgelder können für den Aufbau des eigenen Unternehmens genutzt werden. Und wenn keine Preisgelder einzuheimsen sind, weil man eben nicht einen der vorderen Plätze belegt? Dann hilft eine sehr gute Präsentation der Idee immer noch dabei, Förderer und Unterstützer zu gewinnen.

Halten wir die Voraussetzungen an dieser Stelle noch einmal fest:

  • Gute, einzigartige Idee
  • Zielgruppe ist erreichbar
  • Finanzen zur Umsetzung sind geklärt
  • Förderer und Unterstützer sind vorhanden
  • Räumlichkeiten in wirtschaftlich interessanter Lage sind nutzbar
  • durchdachte Marketingstrategie liegt vor

Sicherlich zählt zu den wichtigsten Voraussetzungen auch ein gewisses technisches Verständnis,  dieses wird hier allerdings vorausgesetzt. Wer von Technologien keine Ahnung hat, sich nicht für den Einsatz modernster Technik in der Wirtschaft interessiert und für wen Industrie 4.0 ein Fremdwort ist, wird sicherlich kein Unternehmen in diesem Bereich gründen.

Das Wissen, dass noch fehlt, sollte durch das Hinzuziehen entsprechender Fachkräfte eingeholt werden. Know-how, Qualifikationen und der unbedingte Wille zum Erfolg gehören zu den Voraussetzungen, die in diesem Bereich unverzichtbar sind. Sicherlich auch die Eigenschaft, persönliche Belange zurückstecken zu können, denn gerade anfangs und vor allem in einer Branche, die derart heiß umkämpft ist, steht der persönliche Einsatz des Gründers über allem.

Wer mit seinem Tech Start-up daher an den Start gehen möchte, sollte daher vor allem im Blick haben, ob es für seine Idee überhaupt eine Zielgruppe gibt.(#03)

Wer mit seinem Tech Start-up daher an den Start gehen möchte, sollte daher vor allem im Blick haben, ob es für seine Idee überhaupt eine Zielgruppe gibt.(#03)

Tech Startups als Sprungbrett für die persönliche Entwicklung

Junge Unternehmen werden gern als Kaderschmieden bezeichnet. Als Sprungbrett für alle, die hoch hinaus und in der Wirtschaft oder Produktion etwas erreichen wollen. Hier werden Geschäftsideen entwickelt, vom ersten Funken einer Idee bis hin zur Marktreife.

Existenzgründer sind vielfach hoch angesehen und später als Manager oder Geschäftsführer in anderen Unternehmen gefragt, wenn sie denn Erfolg mit ihrem Unternehmen hatten. Denn damit steht und fällt quasi das weitere Leben.

Wer sein Startup nicht zum Erfolg führt, muss damit rechnen, als unfähig abgestempelt zu werden. Allerdings spielt es dabei natürlich eine immense Rolle, warum jemand keinen Erfolg hatte. War die Idee vielleicht zu innovativ? Dann kann sie in ein, zwei Jahren zum absoluten Renner und Erfolgsgaranten werden, wenn die übrige Entwicklung der Produktion und Wirtschaft die Lücke zwischen dem Ist-Stand und dieser neuen Idee aufgeholt hat. Warum dann nicht noch einmal an den Start gehen?

Investoren und Business Angels interessieren sich oft brennend für Menschen, die eine technologische Idee oder eine Dienstleistung im technologischen Bereich umsetzen wollen. Auch Teams haben hier gute Chancen, wenn sie zum Beispiel aus mehreren Wissenschaftlern bestehen, die ein Produkt neu entwickelt haben und dieses nun auf den Markt bringen wollen.

Nur allzu oft scheitert ein derartiges Vorhaben an den Finanzen, doch Business Angels helfen. Nicht ganz uneigennützig, denn auch sie möchten später vom Erfolg des Unternehmens partizipieren. Hier gilt es, sich zu entscheiden: Die Idee mit den eigenen Finanzen vielleicht nicht umsetzen zu können oder einen Business Angel ins Boot zu holen, der sich mit Anteilen am Unternehmen beteiligt, dafür aber auch ein Mitspracherecht bekommen muss.


Bildnachweis:©Shutterstock – Titelbild:Rawpixel.com – #01:Adam Vilimek – #02: Lia Koltyrina – #03:Montri Nipitvittay

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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