70 am Start: Lange Nacht der Start-Ups

70 am Start: Lange Nacht der Start-Ups

70 Teilnehmer sind schon eine ganze Menge. Doch nicht nur in 2015, auch schon in den Jahren davor gab es in Berlin die „Lange Nacht der Start-Ups“. Dabei müssen Besucher nicht von einer Location zur anderen fahren, wie das zum Beispiel bei der Langen Nacht der Wissenschaften der Fall ist. Alles findet an einem Ort statt und wird in Form einer kleinen Messe präsentiert. Diese dauert regelmäßig bis vier Uhr früh. In 2015 wird die Lange Nacht der Start-ups weit mehr als die 70 Teilnehmer des letzten Jahres umfassen, daher werden auch erstmalig mehrere Locations einbezogen. An vier Orten präsentieren sich nun die Teilnehmer am 5. September.

Was gibt es zu sehen? Wer waren die 70 aus 2015?

Unter den 70 Teilnehmern des letzten Jahres waren ganz verschiedene Start-ups, darunter der Erotikversender Amorelie, der Gürtelhersteller Dreigürteltiere, Pressekompass und Waymate. Die Branchen, aus denen die Start-ups stammen, sind also ganz verschieden, was für Besucher den Vorteil hat, dass wirklich für jeden etwas dabei ist. In 2014 gab es als Überraschungsgast René Obmann, der zu der Zeit noch Chef der Telekom war. Außerdem hielt Werner Vogels eine Rede, der CTO von Amazon. Mehr als 1.000 Besucher konnten auf der Veranstaltung begrüßt werden, wobei in diesem Jahr mit einigen mehr gerechnet wird. Die Schlange vor den Eingängen wird dann wohl ein wenig länger werden. Damit die Gäste nicht zu unzufrieden wurden, gab es im vorigen Jahr für alle Wartenden ein Eis. Ob das auch in 2015 so gehandhabt wird, bleibt noch abzuwarten.

Sehr spannend dürfte auch die Verleihung des Start-up Preises Tel Aviv gewesen sein. Drei Finalisten kamen in die Endrunde und „Movinary“ – Produzenten einer Filmsoftware – konnten sich hier durchsetzen. Die anderen beiden Finalisten waren „Heyduda“, ein Hersteller für Kinder-Apps, und „Codeatelier“, Entwickler von Smart-Home-Produkten.

Nicht alle 70 Teilnehmer der Start-up Nacht hatten sich hier für den Preis beworben. Dennoch war die Teilnehmerzahl ausreichend groß, um es der Jury nicht gerade leicht zu machen.

Alte und neue Unternehmen

Die 70 Start-Ups hoffen natürlich, einmal ebenso erfolgreich zu sein wie beispielsweise die Telekom. Nun wurde diese sogar direkt gefragt, was sie besser könne als alle anderen hier – die Antwort: Infrastruktur. Nun sieht sich die Telekom als Unterstützer der 70 Anwesenden sowie weiterer junger Unternehmen, diese könnten von Erfahrung und Know-how der Telekom profitieren, müssten jedoch auch eigene Wege gehen. Nicht mithalten könne die Telekom aber zum Beispiel in Bezug auf die Apps. Wichtig sind in jedem Fall Kooperationen, wie sie etwa mit Amazon möglich sind. Dabei bekommt Deutschland in der Gründerszene eine ganz neue Stellung, vor allem, wenn man bedenkt, dass viele andere Hochburgen von Gewerbe und Industrie, Forschung und Entwicklung an Attraktivität verlieren. Jüngstes Beispiel für die 70 Anwesenden der Langen Nacht der Start-ups war Silicon Valley. Die Mieten werden dort einfach zu teuer, so wandern viele Unternehmen nach San Francisco ab. Wer kann, sollte für sein Unternehmen an den richtigen Stellen sparen.

Glückliche Kunden, erfolgreiche Unternehmen

Der wohl wichtigste Rat an die 70 Anwesenden war, dass nur diejenigen erfolgreich sein könnten, die ihre Kunden glücklich machen. Und: Langfristig denken ist angesagt! Profit ist nicht alles und teilweise muss ein nur eingeschränkter Gewinn hingenommen werden, damit der Erfolg langfristig stimmt. Die 70 Start-ups, die sich in 2014 in Berlin präsentierten, werden in 2015 nun nicht mehr als solche an den Start gehen. Aber einige davon sind sicherlich bereits so erfolgreich, dass sie selbst an die neuen Teilnehmer gute Ratschläge geben können. Daher sind alle ehemaligen 70 in diesem Jahr wieder herzlich willkommen. Die 150 Teilnehmer werden an den vier Standorten Neuigkeiten präsentieren, Althergebrachtes in modernem Gewand zeigen und hoffentlich viel von den alten Hasen lernen. Dank der Steigerung von 70 auf 150 Teilnehmer bleibt zu erwarten, dass auch im nächsten Jahr wieder eine Lange Nacht der Start-ups stattfinden wird.


Bildnachweis: © freeimages.com – Rodolfo Belloli

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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