Fotograf werden: Viele Wege, mittlerer Verdienst

Der Entschluss steht fest: Sie wollen Fotograf werden. Welche Möglichkeiten es gibt und ob die Festanstellung besser ist als die Freiberuflichkeit, erfahren Sie hier.

Fotograf werden: Verschiedene Fachrichtungen möglich

Für Fotografen bietet sich die Möglichkeit, fest angestellt oder freiberuflich tätig zu werden. Eine feste Ausbildung ist nicht vorgeschrieben, wenn ein ausreichendes kreatives Talent vorliegt. Hilfreich ist sie aber schon und kann den Weg in der Branche ebnen. Als Arbeitgeber kommen nicht nur private Auftraggeber, die Porträtfotos und andere „klassische Bilder“ eines Fotostudios benötigen, infrage, sondern auch öffentliche Einrichtungen und Behörden, Organisationen oder andere Fotografen.

Die einzelnen Spezialisierungen in der Fotografie lassen zahlreiche kreative Möglichkeiten offen und so gibt es Wissenschafts- und Foodfotografen, Mode- und Werbefotografen und viele andere, die ihr Geld mit ihren fotografischen Fähigkeiten verdienen und sich auf einen Fachbereich gegeben haben. Dabei kommt es zum einen auf das gute Auge und das Gespür für den richtigen Augenblick an, zum anderen auf die Technik.

Wer privat mit der Anwendung von Photoshop Erfahrungen gesammelt hat, kann sich ein ungefähres Bild davon machen, wie groß die Möglichkeiten der Bildbearbeitung sind. Doch ein gutes Computerprogramm ersetzt natürlich nicht das Fachwissen und auch keine gute Ausrüstung, die für die Fotoproduktion nötig sind.

Die einen studieren an einer einschlägigen Fotoschule die Fotografie, die anderen sind besonders praxiserfahren und bieten ihre Dienste ohne einschlägige Ausbildung an. Doch wer keine feste Ausbildung genossen hat, darf sich eigentlich nicht als Fotograf bezeichnen, sondern beispielsweise als Fotodesigner.

Die einen studieren an einer einschlägigen Fotoschule die Fotografie, die anderen sind besonders praxiserfahren und bieten ihre Dienste ohne einschlägige Ausbildung an. Doch wer keine feste Ausbildung genossen hat, darf sich eigentlich nicht als Fotograf bezeichnen, sondern beispielsweise als Fotodesigner.(#01)

Fotograf werden: Das sagt die Handwerksordnung

Die einen studieren an einer einschlägigen Fotoschule die Fotografie, die anderen sind besonders praxiserfahren und bieten ihre Dienste ohne einschlägige Ausbildung an. Doch wer keine feste Ausbildung genossen hat, darf sich eigentlich nicht als Fotograf bezeichnen, sondern beispielsweise als Fotodesigner. Im Alltagsgebrauch ist das aber kaum üblich, die meisten Menschen bezeichnen jemanden, der Bilder schießt, als Fotografen, Ausbildung hin oder her.

Doch die Handwerksordnung sieht das ein wenig anders und räumt einem ausgebildeten Fotografen Privilegien ein. Er darf nämlich auch selbst zum Ausbilder werden und darf außerdem handwerkliche Aufnahmen anbieten. Das heißt, dass es nur mit einer Ausbildung möglich ist, Passfotos und Porträts kommerziell anzubieten. Freiberufler hingegen, die keine feste Ausbildung haben, dürfen laut Handwerksordnung ihren Arbeitsbereich nur auf künstlerische Fotos ausdehnen. Der Interpretationsspielraum ist hier allerdings sehr groß und so kann fast jeder, der ein Foto schießt, als Künstler gelten.

Eine Ausnahme bilden hier lediglich Fotos nach festen Vorgaben wie zum Beispiel die biometrischen Passbilder. Viele bekannte Fotografen haben sich ihre Fähigkeiten in der Fotoproduktion selbst angeeignet und sind über Praktika und Volontariate zu ihrem Fachwissen gekommen. Freiberufler fragt niemand nach ihrer Ausbildung. Wer allerdings fest angestellt tätig werden möchte oder selbst als Ausbilder agieren will, kommt um die eigene Lehre nicht herum. Allerdings ist die Ausbildung auch nur so gut wie der Ausbilder.

Denn: Wer Fotograf werden möchte und in einem Geschäft lernt, das sein Geld mit dem Anfertigen von Passfotos verdient, wird kaum umfangreiches und vielseitiges Fachwissen erwerben. Wer jedoch bei einem Fotografen lernt, der von hier nach dort reist und viele unterschiedliche Kundenaufträge ausführt, wird ein deutlich umfassenderes Fachwissen und mehr Praxiserfahrung bekommen.

Seine Ausbildung wird vielseitiger und er wird ein besserer Fotograf. Die Frage, ob eine Ausbildung nötig ist oder nicht, kann daher jeder nur für sich selbst beantworten. Es muss dafür bekannt sein, wohin der eigene Weg führen soll und was von der Tätigkeit als Fotograf erwartet wird.

Die Antworten auf die folgenden Fragen helfen dabei, den richtigen Weg zu finden:

  • Möchte ich später ein eigenes Geschäft führen oder um die Welt reisen?
  • Möchte ich einem Arbeitsbereich nachgehen oder vielseitig tätig werden?
  • Möchte ich einen sicheren Job bei einer Behörde oder viel Abwechslung im Berufsleben?
  • Habe ich bereits eine künstlerische Ausbildung?
  • Habe ich schon Kontakte in der Branche?
  • Möchte ich für namhafte Kunden tätig werden?
  • Will ich in die Werbung gehen?
  • Möchte ich noch studieren?
  • Möchte ich später selbst ausbilden?

Sicherlich ist der Weg über ein Praktikum eine gute Möglichkeit, um in den Beruf hineinzuschnuppern und festzustellen, ob der Wunsch, Fotograf werden zu wollen, wirklich realistisch ist.

Die meisten Menschen, die Fotograf werden wollen, überlegen sich vorher schon, auf welchem Weg sie wohl am besten an Aufträge gelangen können und welche der diversen Möglichkeiten für angehende Fotografen für sie sinnvoll sein könnten.

Die meisten Menschen, die Fotograf werden wollen, überlegen sich vorher schon, auf welchem Weg sie wohl am besten an Aufträge gelangen können und welche der diversen Möglichkeiten für angehende Fotografen für sie sinnvoll sein könnten. (#02)

Fotograf werden und als solcher arbeiten

Die meisten Menschen, die Fotograf werden wollen, überlegen sich vorher schon, auf welchem Weg sie wohl am besten an Aufträge gelangen können und welche der diversen Möglichkeiten für angehende Fotografen für sie sinnvoll sein könnten.

Dabei ist gut zu wissen, dass nur ein kleiner Teil der ausgebildeten Fotografen später wirklich erfolgreich sein wird, denn der Markt ist voller Hobbyfotografen, die sich eine professionelle Ausrüstung zugelegt haben und ihrer kreativen Ader freien Lauf lassen. Vielen Auftraggebern reicht das und sie legen keinen Wert auf einen ausgebildeten Fotografen, der naturgemäß einen höheren Tagessatz veranschlagen wird.

Eine Garantie gibt es in diesem Job nicht. Allerdings haben die handwerklich ausgebildeten Fotografen sicherlich bessere Chancen, bei einer Bewerbung zu überzeugen, als Quereinsteiger. Letztere sollten aussagekräftige Referenzen vorweisen können, Fotobeiträge von Wettbewerben oder bereits ausgestellten Fotos aus einer Galerie einsetzen.

Allerdings gilt es zu bedenken, dass mit der Sicherheit einer Festanstellung die kreative Freiheit in der Regel deutlich eingeschränkt wird und dass der Verdienst eines fest angestellten Fotografen unter dem eines gut gebuchten Freiberuflers liegen wird. Freiberufler hingegen unterliegen immer dem Risiko, dass sie für einige Zeit keinen Job bekommen könnten.

Ein anstrengender Arbeitsalltag will gut bezahlt werden, meinen die meisten. Doch wer Fotograf werden will, sollte sich dessen bewusst sein, dass das erst einmal ohne viel Geld geschehen wird.

Ein anstrengender Arbeitsalltag will gut bezahlt werden, meinen die meisten. Doch wer Fotograf werden will, sollte sich dessen bewusst sein, dass das erst einmal ohne viel Geld geschehen wird.(#03)

Fotograf werden: Das verdient ein freier Fotograf

Ein anstrengender Arbeitsalltag will gut bezahlt werden, meinen die meisten. Doch wer Fotograf werden will, sollte sich dessen bewusst sein, dass das erst einmal ohne viel Geld geschehen wird. Denn nur die wirklich namhaften Fotografen verdienen mit wenigen Bildern ein wahres Vermögen und bis dahin ist es ein weiter Weg, der für viele zu lang sein wird.

Wichtig für die Verdienst sind die eigenen Kosten: Wer allein arbeitet und seine Bilder im Netz präsentiert, hat sicherlich deutlich geringere Betriebskosten als jemand, der ein ganzes Studio und Personal unterhält oder der sich auf Ausstellungen und in Galerien präsentiert, dafür Mappen anfertigen muss und zu Terminen reisen wird. Außerdem ist der Standort wichtig, denn ein Freiberufler, der im ländlichen Raum für private Kunden tätig ist, verdient deutlich weniger als ein Fotograf, der in der Stadt für Werbeagenturen knipst.

Der Tagessatz für einen Presse- oder Reportagefotografen bewegt sich branchenüblich um 250 Euro am Tag, wobei dies nur das Starthononar ist. Für Redaktionsshootings hingegen fallen zwischen 300 und 500 Euro am Tag an. Ein Hochzeitsfotograf, dessen Arbeitstag auch schon mal bis zu 20 Stunden lang sein kann, darf zwischen 500 und 1000 Euro für den Auftrag verlangen, wobei hier oftmals noch viele weitere Leistungen als nur das reine Anfertigen der Bilder abgerechnet werden (z. B. das Hochzeitsalbum erstellen). Ein Werbefotograf darf mit einem Honorar von 700 bis 1500 Euro am Tag rechnen.

Allerdings unterliegt der Freiberufler dem Risiko, dass es auftragsfreie Zeiten gibt oder dass ein Job kurzfristig abgesagt wird. Wichtig sind daher die vertraglichen Regelungen, die derartige Szenarien absichern müssen. Werden Nutzungsrechte eingeräumt, kann der Fotograf mit seinen Bildern auch später noch Geld verdienen, sofern er an deren Umsatz beteiligt ist.

Ein Werbefotograf darf mit einem Honorar von 700 bis 1500 Euro am Tag rechnen.

Ein Werbefotograf darf mit einem Honorar von 700 bis 1500 Euro am Tag rechnen. (#04)

Fotograf werden: Das verdient ein angestellter Fotograf

Ein fest angestellter Fotograf kann kein hohes Honorar verlangen, er hat einen festen Satz bzw. ein Gehalt, das vereinbart und im Arbeitsvertrag festgehalten wurde. Sein Gehalt ist abhängig von der Art seiner Tätigkeit und von der Lage, in der sich das Geschäft befindet. Wer beispielsweise in einer Kleinstadt tätig ist und in einem Fotoladen arbeitet, kann mit 20.000 bis 30.000 Euro im Jahr rechnen, im Werbestudio in der Stadt sind es rund 10.000 Euro mehr.

Der Angestellte im öffentlichen Dienst kann von 25.000 bis 35.000 Euro ausgehen, der Fotograf im spezialisierten Studio verdient durchaus bis zu 60.000 Euro im Jahr. Wirkliche Großverdiener sind die fest angestellten Fotografen also nicht, dafür haben sie die Sicherheit, dass sie ihr Gehalt auch wirklich bekommen. Das Risiko liegt hier beim Inhaber des Studios, der auch auftragsfreie Zeiten kompensieren muss.

Deutlich weniger verdient der gerade erst ausgelernte Fotograf, der Fotogeselle. Er geht meist nur mit rund 18.000 Euro nach Hause. Auch die Ausbildung ist finanziell gesehen nicht eben lukrativ. Die tatsächlichen Gehälter orientieren sich an der Lage des Fotostudios, das den Lehrling ausbildet. Im ersten Lehrjahr werden oft nur rund 260 Euro im Monat gezahlt, dies steigert sich bis zum dritten Lehrjahr auf rund 320 Euro.

Viele Unternehmen stocken das Gehalt ein wenig auf, andere belassen es bei der geringstmöglichen Höhe. Dies erklärt auch sicherlich, warum es für viele, die Fotograf werden wollen, so wenig lukrativ scheint, diesen Weg über eine geregelte Ausbildung zu gehen.


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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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