Nachhaltigkeitsbericht: Zertifizierung für interne Auditoren, Nachhaltigkeit ist möglich!

Nachhaltigkeit – auch Sustainability genannt – bezeichnet den schonenden Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Diese sollen zwar wirtschaftlich verwertet werden, jedoch auch für zukünftige Generationen nutzbar sein. Das System, dem die Ressourcen entnommen werden, soll weiterhin funktionstüchtig sein. Gerade im Hinblick auf die nachhaltige Nutzung der Umweltressourcen hat sich in vielen Unternehmen ein Bewusstsein herausgebildet, das zum schonenden Einsatz der Rohstoffe sowie zur Umweltschonung führt. Auch in mittelständischen Unternehmen werden daher bereits Energiebeauftragte oder Energieauditoren eingesetzt, die die Umweltbilanz des Unternehmens bewerten sollen.

Nachhaltigkeitsberichte als Mittel für den Vergleich

In einigen Fällen ist der schonende Umgang mit vorhandenen Ressourcen mit höheren Kosten verbunden – genau diese Fälle werden daher gern als Negativbeispiele zitiert, die deutlich machen sollen, dass Umweltschutz Geld kostet und somit nicht wirtschaftlich sein kann. Doch die Unternehmen, die auf Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte setzen und so ihre ökologischen und ökonomischen Vorgehensweisen durchleuchten (lassen), zeigen, dass der schonende Einsatz der Ressourcen doch effizient möglich sein kann.

Die heute üblichen Nachhaltigkeitsberichte haben die bisherigen Umweltberichte abgelöst, die inzwischen entweder gar nicht mehr oder nur noch selten angefertigt werden. Allerdings gibt es auch Unternehmen, die Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte parallel erstellen.

Die neuen Nachhaltigkeitsberichte werden nach den Standards der GRI auch durch interne Auditoren angefertigt. Die GRI ist die Global Reporting Initiative, die auf verschiedene Partner setzt und sich ein Netzwerk an kompetenten Ansprechpartner aufgebaut hat. Die Stiftung existiert seit 1997, sie wurde durch die Vereinten Nationen gegründet, bzw. basiert sie auf dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen. Ursprünglich stammt die GRI aus den USA. Die Nachhaltigkeitsberichte, die erstellt werden, können als Leitfäden von allen Unternehmen und Organisationen eingesetzt werden.

Was muss im Nachhaltigkeitsbericht stehen?

Der Nachhaltigkeitsbericht muss einige Kriterien erfüllen, um als solcher anerkannt zu sein. Die Richtlinien schreibt die GRI vor. Hier finden Umweltauditoren und Energiebeauftragte einen Leitfaden, an dem sie sich orientieren können. Bei der Erstellung des Berichts kommt es darauf an, alle gefragten Themenkomplexe abzuhandeln. So geht es etwa um die Bereiche der Arbeitsbedingungen im Unternehmen, die Berücksichtigung der Menschenrechte oder auch um die Maßnahmen, mit denen die Umwelt geschützt werden soll. Die Nachhaltigkeitsberichte umfassen dabei nicht nur den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen, sondern beschäftigen sich auch mit den Angestellten und Arbeitern eines Unternehmens.

Die bindenden Indikatoren sind die Kernindikatoren, sie müssen zwingend im Bericht enthalten sein. Andere wiederum können verwendet werden, müssen jedoch nicht zwangsläufig aufgenommen werden. Die Zusatzindikatoren hingegen sind für einige Unternehmen wichtig, andere können zu den hier gefragten Themenbereichen gar keine Aussage treffen.

Was bringt der interne Umweltaudit?

Ein gutes Nachhaltigkeitsmanagementsystem ermöglicht es, die einzelnen Unternehmen zu vergleichen und zu bewerten. Dabei wird sowohl auf die ökologischen als auch auf die ökonomischen und sozialen Aspekte eingegangen. Der Leitfaden wird durch die GRI immer wieder angepasst, sodass heutige Richtlinien nicht mehr mit denen von vor ein paar Jahren vergleichbar sind. Sie werden auf die aktuelle Wirtschaftssituation und die Erfordernisse in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit hin optimiert.

Der Leitfaden selbst ist der Öffentlichkeit zugänglich und kann durch jedes Unternehmen genutzt werden, welches eine Audit plant.

Ein Unternehmen, welches einen Nachhaltigkeitsbericht anfertigen lässt oder anfertigt, kann besser mit anderen Firmen verglichen werden. Es zeigen sich Schwachstellen oder Möglichkeiten zur Verbesserung. Der eigene Status kann besser verglichen werden. Durch den Bericht wird zudem der Grundstein für Optimierungsmaßnahmen und verbesserte Marketingaktivitäten gelegt. Natürlich spielt die Nachhaltigkeit auch für den Verbraucher eine Rolle und wer als Unternehmen seine Kunden von den eigenen Bemühungen zur ökologisch sinnvollen Nutzung der Ressourcen überzeugen kann, schafft sich Alleinstellungsmerkmale und eine verbesserte Marktposition.

Sinnvoll ist es, sich das GRI-Application-Level geben zu lassen. Dies erlaubt einen noch einfacheren Vergleich der Unternehmen. Wer in puncto Voreingenommenheit ganz sicher gehen will, setzt nicht nur interne Auditoren ein, sondern lässt den Bericht zusätzlich extern testieren.

Was macht der interne Auditor?

Ein interner Auditor wird das vorhandene Nachhaltigkeitsmanagementsystem im Unternehmen überprüfen und findet hier schnell heraus, welche Einsparpotenziale es gibt und in welchen Bereichen noch umweltschonender gearbeitet werden muss. Der Energiebeauftragte trifft erst einmal Aussagen über den derzeitigen Stand des jeweiligen Unternehmens und findet dann Ansatzpunkte, was auf welche Art und Weise verbessert werden kann. Der interne Auditor legt damit den Grundstein für die Zertifizierung nach der DIN.

Unternehmen bekommen durch den Einsatz des internen Auditors die Möglichkeit, die eigenen – bereits erfolgten – Umweltschutzleistungen zu bewerten und gegebenenfalls anzupassen. Gleichzeitig werden Risikopotenziale aufgedeckt. Durch die dann erfolgten Anpassungen und Verbesserungen kann sogar das Image des Unternehmens in der Öffentlichkeit und gegenüber Geschäftspartnern verbessert werden.

Interner Auditor: Durch Seminare zum Erfolg

Durch verschiedene Stellen werden regelmäßig Seminare angeboten, die eine Ausbildung zum internen Auditor ermöglichen. Diese Seminare richten sich in erster Linie an Fach- und Führungskräfte, die dabei lernen sollen, wie Umweltmanagementsysteme sinnvoll genutzt werden können. Wichtig für die Teilnahme an den Seminaren sind Vorkenntnisse im Bereich des Umweltrechts. Sind diese noch nicht vorhanden, sollte ein Vorab-Seminar zu diesem Thema belegt werden.

Das Seminar vermittelt die Lerninhalte nicht nur auf theoretische Art, sondern bietet die Möglichkeit, sich das nötige Praxiswissen anzueignen. Wertschöpfende Audits werden in Umweltaudits integriert und bringen den Teilnehmern bei, was sie für die DIN EN ISO 19011 wissen müssen. Zudem sind diese Seminare immer auch darauf ausgelegt, eine bessere Kommunikationspraxis zu erreichen. So werden Rollenspiele in den Unterricht integriert und die Teilnehmer erfahren, auf welche Art und mit welchen Mitteln sie ihre Gesprächsziele besser erreichen können.

Es gehört zu den Unternehmerpflichten, für ein gutes Nachhaltigkeitsmanagementsystem zu sorgen. Der interne Auditor hingegen soll aufzeigen, wie das System angelegt und verbessert werden kann. Dabei müssen natürlich stets aktuelle Änderungen in der Gesetzeslage berücksichtigt werden.

Die Teilnehmer an den Seminaren zum internen Auditor lernen des Weiteren, die Auditergebnisse auswerten und einschätzen zu können. Dabei wird auch auf Anwendungsmöglichkeiten, die sich für die Praxis ergeben, eingegangen. Die Teilnehmer lernen außerdem einzuschätzen, ob ein Nachhaltigkeitsbericht für ein Unternehmen sinnvoll ist oder nicht. Das Lehrangebot wird ergänzt durch die Vermittlung des Wissens über die Evaluierung sowie über die Grundzüge der Nachhaltigkeitskennziffern. Diese müssen erstellt und berechnet, anschließend natürlich auch ausgewertet werden. Nur dann wird der Nachhaltigkeitsbericht wirklich sinnvoll für Interessierte zum Thema.


Bildnachweis: © morguefile.com – meneya

Über Hans-Jürgen Schwarzer

Hans-Jürgen Schwarzer

Hans-Jürgen Schwarzer leitet die Content-Marketing-Agentur schwarzer.de. Als Marketer, Unternehmer und Verleger in Personalunion wie auch als leidenschaftlicher Blogger gehört er zu den Hauptautoren von startup-report.de und industry-press.com. Innerhalb seiner breiten Palette an Themen liegen dem Mainzer Lokalpatriot dabei „ausgefallene“ Ideen und technische Novitäten besonders am Herzen.

Leave A Reply