Villeroy & Boch steigert Umsatz und Ergebnis

Villeroy & Boch steigert Umsatz und Ergebnis

Der bekannte Hersteller von Keramikwaren Villeroy und Boch konnte im dritten Quartal 2015 seinen Umsatz und damit sein Ergebnis wieder einmal deutlich steigern. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz sogar um 3,5 Prozent, was in Zahlen etwa 578,4 Millionen Euro ausmacht. Die Ziele des Unternehmens sind damit laut eigenen Aussagen erreicht und sogar übertroffen worden.

Villeroy und Boch: Die Entwicklung des Umsatzes

Verglichen mit dem dritten Quartal 2014 konnte der Konzern seinen Umsatz um 3,5 Prozent steigern, was schon allein aus dem Grund bemerkenswert ist, weil nicht wenige Unternehmen trotz Wirtschaftswachstum eine Schlappe einstecken mussten. Der Kurs bei Villeroy & Boch ist aber konstant. Die Umsatzerlöse konnten damit um 2,6 Prozent gesteigert werden. Dabei ist die Verteilung des Umsatzes auf das Inlands- und das Auslandsgeschäft annähernd gleich. Im Inland wuchs der Nettoumsatz um 3,2 Prozent, für den Auslandsmarkt wurden im dritten Quartal 2015 3,6 Prozent registriert.

Interessant: Vor allem die Unternehmensbereiche Bad und Wellness konnten für einen höheren Umsatz sorgen und sind auch verantwortlich für den hohen Auftragsbestand zum 30. September 2015. Dieser beträgt nämlich 68,6 Millionen Euro, was rund 17,2 Millionen Euro mehr sind als zum Beginn des Jahres. Allein 51,6 Millionen Euro werden durch die beiden genannten Unternehmensbereiche ausgemacht.

Villeroy und Boch: Auch das Ergebnis bessert sich

Villeroy & Boch konnten aber auch das Ergebnis steigern – das operative EBIT wird mit 21,1 Millionen Euro angegeben. Dieser Betrag liegt rund 1,1 Millionen höher als im Zeitraum Januar bis September des Vorjahres. Das heißt, der Anstieg des operativen EBIT beträgt etwa 5,5 Prozent. Verantwortlich dafür ist in erster Linie das effizientere Produktionsnetzwerk – hier wurde auf einen besseren Mix von Produkten und Ländern gesetzt. Auch die Umsatzqualität erfuhr eine Optimierung, was sich nun deutlich zeigt.

Villeroy und Boch fuhren zudem einen Sonderertrag ein, weil drei Grundstücke verkauft werden konnten. Diese gingen an die Gemeinde Värmdö in Schweden und brachten etwa 1,0 Millionen Euro ein. Hier lag der Ertrag in 2014 allerdings höher, damals betrug er sogar 3,2 Millionen Euro. Das schmälert wiederum das Gesamt-EBIT von 23,2 auf 22,1 Millionen Euro. Insgesamt wurden durch Immobilientransaktionen schon 12,8 Millionen Euro eingefahren, der Gesamtertrag wird mit 17 Millionen Euro angestrebt.

Marktanalysen bei Villeroy & Boch

Eine Betrachtung der einzelnen Unternehmensbereiche bringt ans Licht, woher die Umsatzsteigerungen kommen. Gerade die keramischen Produktkonzepte sind positiv gewachsen – hier wurden neue Mainstream-Serien entwickelt und eingeführt. Diese erfreuen sich großer Beliebtheit.

Der Umsatz in Deutschland wurde um rund 5,2 Prozent gesteigert, deutlicher waren die Steigerungen aber im Ausland. Allen voran ging Großbritannien mit 24,4 Prozent, dann folgten die Golfstaaten mit 23,0 Prozent. Im Gegenzug sank der Umsatz aber in Frankreich um 7,6 Prozent, auch in Italien ging er um 6,7 Prozent zurück. Die wirtschaftliche Lage dieser Länder war im Vergleichszeitraum einfach zu schwierig, daher die rückläufige Entwicklung.

Der Bereich der Tischkultur brachte einen Zuwachs von 5,6 Millionen Euro und damit etwa 2,8 Prozent. Vor allem in Japan, Norwegen, Kanada und Australien stieg der Umsatz in diesem Bereich, in Deutschland hingegen stagnierte er.

Villeroy & Boch: Weitere Planungen

Für das Gesamtjahr 2015 rechnet Villeroy & Boch mit einem leichten Wachstum – die schwache Entwicklung des Marktes in China und anderen Schwellenländern kann hoffentlich durch die deutlich stärkere Entwicklung in den USA und in vielen Teilen Europas kompensiert werden. Der Auftragsbestand ist hoch, daher wird davon ausgegangen, dass der Umsatz um drei bis fünf Prozent bis zum Jahresende gesteigert werden kann. Auch für das operative EBIT wird eine Steigerung um bis zu fünf Prozent erwartet. Kritisch wird seitens des Konzerns allerdings die Krise in Russland gesehen.

Informationen zu Villeroy und Boch

Die Villeroy & Boch AG gilt als wichtigster Hersteller deutscher Keramikwaren. Das Unternehmen existiert bereits seit 1748 und trägt den Namen nach seinen Gründern Nicolas Villeroy und Francois Boch. Die Hauptaktionäre sind die Familien von Boch-Galhau und Villeroy de Galhau, sie besitzen immer noch die größten Anteile am Unternehmen.

Hauptsitz des Unternehmens ist in Mettlach, Saarland. Insgesamt gibt es derzeit vierzehn Produktionsstätten, verteilt auf Europa, Amerika und Asien. In etwa 125 Ländern werden die Produkte von Villeroy & Boch vertrieben. Dazu gehören Deutschland, Niederlande und China genauso wie Arizona, Phoenix und Kanada.

Die Unternehmensbereiche sind vielfältig und erstrecken sich auf Bad und Wellness als Hauptbereiche, daneben aber auch auf die Tischkultur. Hergestellt werden Duschwannen, Toiletten, zugehörige Leitungen und Anschlüsse, Fliesen, Geschirr und Dekorationsartikel, um nur einige wenige Produktebereiche zu nennen.

Das geplante Unternehmensergebnis für 2015 konnte erreicht werden, auch für 2016 wird von einer Umsatzsteigerung um mehrere Prozentpunkte ausgegangen.


Bildnachweis: © Villeroy & Boch AG

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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