Start-ups in der Sportbranche: Kreative Ideen setzen Trends

Start-ups in der Sportbranche: Kreative Ideen setzen Trends

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 300.000 Unternehmen neu gegründet. Als besonders innovativ gilt die Sportbranche, in der die Digitalisierung jungen Start-ups neue Möglichkeiten bietet.

Sport Start-ups: Mit neuen Ideen zum Erfolg

Sport und Start-ups haben eines gemeinsam: Nur mit Ausdauer, Motivation und einer gehörigen Portion Resilienz können Höchstleistungen erreicht werden. Sport ein Mega-Trend und das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer gesunden Lebensführung wächst stetig. Aus diesem Grund haben Start-ups, die eine clevere Idee präsentieren, sehr gute Chancen, Investoren zu überzeugen und erfolgreich ihr Business aufzubauen.

Es ist ein unbestrittener Verdienst junger, innovativer Unternehmen, die Branche um faszinierende Facetten zu bereichern. Ein Beispiel ist die Firma GoPro, die mit ihren Action-Cams neue Optionen geboten hat, Action- und Outdoor-Sportarten zu präsentieren. Moderne Wearables ermöglichen Freizeitsportlern, Trainingsfortschritte zu messen und sind außerdem wichtige Motivationshilfen. Außerdem kreieren junge Unternehmen neue Boards oder Fitnessgeräte, mit denen Spaß und Training perfekt in Einklang gebracht werden.

Sport ist ein sehr vielfältiger Bereich und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es auch die unterschiedlichsten Start-up-Ideen gibt. Die Neugründungen beschäftigen sich überwiegend mit Angeboten in den Segmenten:

  • Fitness-Apps
  • Bekleidung und Accessoires
  • Sportgeräte
  • Produkte und Dienstleistungen für Fans

Video: ISPO Munich 2018 | Türöffner in die Sportbranche

ISPO 2018 zeichnet beste Sport Start-ups aus

Bereits zum 30. Mal wurden 2018 auf der weltweit größten Sportmesse, die jedes Jahr in München stattfindet, die erfolgreichsten und innovativsten Start-ups ausgezeichnet. Unter dem Motto „ISPO Brandnew“ wurden dieses Jahr folgende Firmen gekürt:

  • MyEsel
  • Fiftyten
  • Boardie
  • Tubolito
  • Templa
  • Biorower
  • Microsfere
  • The Social Mercenary

MyEsel

Das Start-up MyEsel aus Österreich wurde als „Overall Winner“ ausgezeichnet. Das Unternehmen stellt individuelle Fahrräder aus Holz her. Mit Hilfe einer innovativen Software ist es gelungen, maßgefertigte Fahrräder in Serienproduktion herzustellen. Die Verwendung des heimischen Rohstoffs Holz hat dazu beigetragen, dass diese Firma die diesjährige Challenge für sich entscheiden konnte. Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Trend und wird von MyEsel sowohl durch die Auswahl der Rohstoffe als auch durch die Konzipierung der Produkte, die auf Langlebigkeit ausgerichtet sind, verfolgt. Der Kunde kann sein Fahrrad mit Hilfe eines Online-Konfigurators in Auftrag geben und erhält ein perfekt auf seinen Körper abgestimmtes Fahrrad. Auch Designwünsche werden berücksichtigt.

Video: Abschlussvideo zur Abenteuer Allrad FIFTYTEN

Fiftyten

Das Start-up siegte in der Kategorie „Winner Hardware Summer“ und stellt smarte Reisekabinen für Pickups her. Diese Kabinen bestehen aus einer Basisplattform, einer Box, die als Wohnraum dient und einem komfortablen Dachzelt. Auf diese Weise kann jeder Doppelkabinen-Pickup einfach für Outdoor-Abenteuer umgerüstet werden.

Boardie

Dies ist der Sieger in der Kategorie „Winner Hardware Winter“. Die Firma stellt moderne Schlepplift-Bügel her, die einfacher zu bedienen und außerdem komfortabler sind. Eine große Werbefläche dient der Finanzierung, sodass das Start-up seinen Boardie den Ski-Orten kostenlos anbieten kann.

Tubolito

Der Gewinner in der Kategorie „Accessoires“ ist ein neuartiger Fahrradschlauch für Rennräder und Mountainbikes. Der Schlauch wiegt nicht mal die Hälfte eines konventionellen Schlauch, kann extrem klein gefaltet werden und ist darüber hinaus sogar wiederverwendbar.

Templa

Dieses Start-up hat in der Kategorie „Apparel“ den Sieg errungen. Das Unternehmen produziert moderne Outdoor-Bekleidung, die sowohl optisch als auch im Hinblick auf die Gebrauchseigenschaften überzeugt. Die Kleidungsstücke wurden bis ins kleinste Detail durchdacht und erreichen somit ein neues Niveau im Bereich der Outdoor-Bekleidung.

Biorower

Dabei handelt es sich um den Gewinner der Kategorie „Fitness“. Das Hightech-Sportgerät wurde konstruktionsmäßig an echte Ruderboote angelehnt und ermöglicht auf diese Weise wetterunabhängig ein authentisches Rudererlebnis im Haus. Es ist gelungen, unabhängige Ruder mit einem extrem präzisen Antrieb zu entwickeln und den Wasserwiderstand perfekt zu simulieren. Über Kraft- und Winkelsensoren werden biometrische Daten an das Tablet gesendet, sodass das Training optimal individualisiert werden kann.

Dieses Start-up konnte im Bereich "Wearables" überzeugen. Die Firma stellt die sogenannte "Athlete’s Mask" her, eine Atemschutzmaske, mit der Sportler auch in stark luftverschmutzten Regionen trainieren können. (#01)

Dieses Start-up konnte im Bereich „Wearables“ überzeugen. Die Firma stellt die sogenannte „Athlete’s Mask“ her, eine Atemschutzmaske, mit der Sportler auch in stark luftverschmutzten Regionen trainieren können. (#01)

Microsfere

Dieses Start-up konnte im Bereich „Wearables“ überzeugen. Die Firma stellt die sogenannte „Athlete’s Mask“ her, eine Atemschutzmaske, mit der Sportler auch in stark luftverschmutzten Regionen trainieren können. Ein innovatives Airflow-System macht es möglich, normal zu atmen und ist auch für längere Sportaktivitäten geeignet. Die Atemmaske kann mit Hilfe eines Mobilgeräts außerdem detaillierte Daten über die Leistung des Sportlers mit einer Präzision ermitteln, die bisher nur in Laboren möglich war.

The Social Mercenary

In der Kategorie „Social Awareness“ wurde dieses Start-up ausgezeichnet. Ghanaische Kunsthandwerker produzieren „Kente“, einen besonders hochwertigen, handgewebten Stoff. Kombiniert mit YKK-Reißverschlüssen, Handy- und Laptoptaschen werden daraus innovative Sportkleidung und Accessoires wie Taschen oder Rucksäcke hergestellt.

Etablierte Sport Start-ups

Einige der Neugründungen vergangener Jahre haben sich bereits auf dem Markt etabliert. Die jungen Unternehmen eifern den Marktführern dieser Wachstumsbranche wie GoPro oder Runtastic, einer erfolgreichen Fitness-App aus Österreich, nach.

Video: Freeletics – Wie gefährlich ist das Training per App?

Freeletics

Freeletics hat erkannt, dass Outdoor-Training ohne Geräte, nur mit dem eigenen Körper, voll im Trend liegt. Die drei jungen Gründer Andrej Matijczak, Joshua Cornelius und Mehmet Yilmaz entwickelten bereits 2012 ein entsprechendes Programm. Ihre Fitness-App Freeletics wurde schnell sehr erfolgreich und hat in den letzten Jahren diesen Bereich stark geprägt. Der Erfolg ist beeindruckend, denn es hat sich eine eigene Fitness-Bewegung entwickelt. In den Großstädten treffen sich Freeletics-Fans in Parks und Grünanlagen und trainieren dort gemeinsam. Die Freeletics-App bietet den Sportlern eine individualisierte Unterstützung und der Gedanke der „Community“ hat sich als äußerst effektive Motivationshilfe erwiesen. Mittlerweile hat das Start-up Kunden in mehr als 140 Ländern und Millionen Menschen nutzen diese Innovation, um sich in Form zu bringen.

Kicktipp

Nicht nur aktive Sportler sind die Kunden der jungen Start-ups. Kicktipp ist ein Online-Portal, auf dem Fußball-Fans ihre Expertise beweisen können. Das von Janning Vygen und Peter Buning aus Düsseldorf gegründete Unternehmen hat sich als eines der erfolgreichsten Wett-Portale im Internet etabliert. Eigentlich programmierte Janning Vygen, der Jura studiert hat, Kicktipp als Freizeitspaß für seine Freunde. In Spitzenzeiten, beispielsweise während der WM oder beim Finale der Champions-League verzeichnet Kicktipp mittlerweile 10.000 Aufrufe pro Sekunde und erreicht einen Millionenumsatz im Jahr. Allein für Tipps der Bundesligaspiele sind mehr als drei Millionen Kunden registriert.

Start-ups der Sportbranche erobern den Markt

Die Sportbranche zeichnet sich ganz besonders dadurch aus, dass innovative Produkte und Dienstleistungen eine gute Chance haben, sich erfolgreich am Markt zu behaupten. Gesundheit ist ein Mega-Trend unserer Zeit und das wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht ändern. Dennoch kennen viele Freizeitsportler das Problem nachlassender Motivation. Die Start-ups sehen und finden genau dort ihre Chance. In keiner anderen Branche werden Trends so schnell aufgenommen und verbreitet. Die zündende Idee für ein neues Produkt zu finden, wird sicherlich schwieriger. Neue technische Möglichkeiten der Sensortechnik oder Digitalisierung sind die Wegbereiter neuer Ideen. Sport-Fans dürfen gespannt sein, was die Branche in den nächsten Jahren hervorbringt.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild:   txking  -#01: Dragon Images

Über 

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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