CAD: Freeware LibreCAD oder Autocad von Autodesk für den Start-up-Architekten?

Gerade Architekten müssen mit einem klaren Plan in die Selbstständigkeit starten. Dazu gehört auch die Wahl des passenden CAD-Systems. Der Markt gibt mit LibreCAD und Autocad von Autodesk verschiedene Lösungen her, die wir im Folgenden näher betrachten und auch mit CAD Freeware vergleichen möchten.

AutoCAD nach wie vor die erste Wahl bei CAD Software

Vorweg: Jedes CAD-Programm ist nur so gut, wie man es auch einsetzen kann. Speziell junge Architekten wie Absolventen haben CAD zwar bereits kennengelernt, doch die Fülle der Funktionen macht es kaum möglich, alle Features zu kennen. Professionelle Hilfe ist deswegen empfehlenswert; sowohl für AutoCAD als auch für die anderen Lösungen gibt es Trainingskurse, in denen die erweiterten Fähigkeiten angehenden CAD-Profis näher gebracht werden. Aufgrund der Komplexität kostet die Teilnahme nicht selten einen vierstelligen Betrag, doch die Investition lohnt sich, da das neu erworbene Know-how direkt in den Arbeitsalltag transferiert werden kann.
AutoCAD ist auch gleich das Stichwort für den ersten Feature-Check. Die CAD-Software von Autodesk gehört zu den führenden Lösungen weltweit, und daraus ergibt sich ein wichtiger Pluspunkt, denn AutoCAD-Anwender können auf einen großen Knowledge Pool sowie ausreichend Support zurückgreifen. AutoCAD ist alles andere als ein Nischenprogramm und ob unter Architekten oder Maschinenbauern, sind AutoCAD-Spezialisten nicht schwer zu finden. Dennoch ein Blick auf die Hard Facts von AutoCAD:

  • AutoCAD ist keine CAD Freeware, sondern eine kommerzielle Lösung. Es werden drei Lizenzen angeboten, der Kauf erfolgt jährlich in Form eines Subscription-Vertrags. Auf den Monat heruntergerechnet sind die preislichen Unterschiede nicht allzu groß: Ob 167, 175 oder 189 Euro im Monat, dürfte auch für viele Start-up-Architekten keinen Unterschied machen, sobald die Entscheidung pro AutoCAD erst einmal gefallen ist.
  • Um die Unterschiede zwischen den Versionen live untersuchen zu können, bietet Autodesk eine kostenlose Testversion an. Diese ist 30 Tage gültig und sollte von jedem Architekten wahrgenommen werden, um AutoCAD besser kennenzulernen.
  • Da AutoCAD vor Features nur so strotzt, kann die Bedienung AutoCAD-Neulinge vor einige Fragen stellen. Empfehlenswert ist deswegen der Aufsatz namens Architectural Desktop, mit dem AutoCAD speziell auf Architektenbedürfnisse zurechtgeschneidert wird.

AutoCAD gilt unter vielen Experten als die klare Nummer 1 unter den 3D-CAD-Programmen. Doch auch wenn die gebotene Leistung die Lizenzpreise rechtfertigt, sollte die Kostenfrage nicht ignoriert werden. Denn mindestens 2.000 Euro im Jahr wollen erst einmal erwirtschaftet werden, und da der Markt auch kostenlose Lösungen hergibt, sollten diese unter die Lupe genommen werden.

CAD Freeware LibreCAD: Kompromiss oder auf Augenhöhe?

Wenn von kostenloser CAD Freeware gesprochen wird, fällt meistens der Name LibreCAD. Die Open-Source-Lösung ist eine der bekanntesten CAD Freeware Programme der Welt, im Vergleich zu AutoCAD müssen sich Anwender jedoch mit einer Dimension weniger zufrieden geben:

  • LibreCAD ist eine reine 2D-Software. Daraus entstehen jedoch auch Vorteile, denn LibreCAD ist intuitiv und einfach zu bedienen. Selbst ohne viel Erfahrung erstellen Architekten mit der kostenlosen CAD Software exakte 2D-Geometrien.
  • Die Einarbeitungszeit ist somit wesentlich kürzer als bei AutoCAD, wo sich Einsteiger mit der Flut von Funktionen oft überfordert fühlen.
  • Im grundlegenden Prinzip ist LibreCAD AutoCAD jedoch gar nicht so unähnlich, und das aus gutem Grund: LibreCAD wurde bewusst an AutoCAD angelehnt, lediglich bewusst schlanker und einfacher gehalten. Mit allen Vor- und Nachteilen, die sich daraus ergeben.

Unser abschließender Tipp deswegen: LibreCAD sollte noch vor der kostenlosen AutoCAD-Testversion ausprobiert werden. Weitere CAD Freeware Programme, etwa solche mit 3D-Unterstützung, dürfen gerne in den Vergleich miteinbezogen werden, denn die Wahl der CAD Software sollte bereits bei der Gründung abgewogen werden, um in der Folge ansatzlos starten zu können.


Bildnachweis: © istock.com/GordanD

Über Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

Leave A Reply