Sharing-Plattform für Wohnmobile und Camper

Sharing-Plattform für Wohnmobile und Camper

Teilen ist in – im Internet finden sich unzählige Portale für Carsharing oder auch Flatsharing. Vor fast genau einem Jahr kam ein Schweizer auf die Idee, dieses Konzept für jede Art von Wohnmobilen anzubieten. So wurde das Start-up mycamper.ch gegründet, eine Sharing Plattform, auf der Privatleute anderen Menschen ihre Wohnmobile vermieten können.

Urlaube mit Wohnmobilen werden immer beliebter

Jahrelang litten die Händler von Wohnmobilen und Campern unter schlechten Verkaufszahlen. Das hat sich in der letzten Zeit allerdings geändert. Immer mehr Deutsche können sich vorstellen, ihre Ferien unterwegs in einem Wohnmobil, in den USA auch Motorhomes genannt, zu verbringen. Man ist flexibel und kann im Zielland herumreisen, ohne an Hotels oder Herbergen gebunden zu sein.

Viele Camper zieht es in die USA. Die Unabhängigkeit des Wohnmobils passt nun einmal perfekt in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Eine Tour von Phoenix/Arizona im Südwesten über Atlanta/Georgia bis nach Boston/Massachusetts im Nordosten des Landes – für viele Menschen ein Traumurlaub. Und da sich nicht jeder ein eigenes Wohnmobil leisten kann, machen Wohnmobilvermieter gute Umsätze. In den USA zum Bespiel Britz Motorhomes, Phoenix Motorhomes, USA RV Rentals, Bestcamper und mehr. Über Phoenix Motorhomes & Co. – und was von den Erfahrungsberichten im Internet über Unternehmen zu halten ist – haben wir bereits behandelt.

Auch in Deutschland gibt es einige solcher Plattformen für die Vermietung von privaten Wohnmobilen und Campern. Mieter suchen sich das passende Gefährt unter den Angeboten aus und mieten es dann über die Plattform für einen festgelegten Tarif und Zeitraum.

Am Anfang steht die Idee

Neben den kommerziellen Campervermietern gibt es in der Schweiz nicht viele Möglichkeiten, sich ein Wohnmobil zu mieten. Besonders in den Sommermonaten, der Hauptreisezeit der Camper, sind die Preise sehr hoch. Zusätzlich sind freie Camper kurzfristig schwer zu finden.

Der Gründer des Start-ups mycamper.ch Michele Matt, wollte mit seiner Plattform eine Alternative zu diesen kommerziellen Angeboten bieten. Die Idee dafür kam ihm während eines Urlaubs mit seinem Camper. Wie bei vielen anderen Besitzern eines Wohnmobils steht der die meiste Zeit des Jahres in der Garage und wird immer älter. Deshalb entschloss Matt sich dazu, eine Plattform zu entwickeln, die es Besitzern von Campern und Motorhomes möglich macht, ihre Fahrzeuge zu vermieten. So verstaubt es, wenn es nicht vom eigenen Besitzer verwendet wird, nicht in der Garage.

Im März 2015 gründet Michele Matt in Basel sein Start-up, in dem er sich mit zwei Mitarbeitern um die Betreuung von Mietern und Vermietern sowie den Unterhalt der Plattform kümmert.

Für die Vermieter hat das Teilen des eigenen Campers auf der Plattform einige Vorteile: Die Fixkosten für Versicherungen, Steuern oder die Unterbringung des Fahrzeugs können so zum Beispiel reduziert werden. Zusätzlich können sie so mit Menschen in Kontakt kommen, die ihre Leidenschaft für abenteuerliche Campingurlaube teilen.
Die Mieter sollen vor allem von den günstigen Preisen und den vielfältigen Angeboten profitieren. Für jede Vermietung erhält das Start-up eine Provision von 10 Prozent.

Das Konzept der Sharing Plattform für Wohnmobile

Das Konzept von mycamper.ch ist einfach. Seit April 2015 können Besitzer von Wohnmobilen und Campern jeder Art auf der Plattform https://mycamper.ch ihr Fahrzeug zum Vermieten anbieten. Dafür müssen sie sich lediglich auf der Seite anmelden. Zeitraum und Preis bestimmen sie dabei selber. Voraussetzung sind natürlich ein gültiger Fahrzeugausweis. Dafür muss das Gefährt in der Schweiz gemeldet sein. Dazu muss es in einem gewarteten und fahrbereiten Zustand sein. Für die geeignete Versicherung bittet die Plattform Spezialtarife für Vermieter an.
Der Vermieter verpflichtet sich auch dazu, bestimmte Regel einzuhalten wie zum Beispiel auf Anfrage möglicher Mieter innerhalb von 48 Stunden zu antworten, um reibungsloses Teilen zu gewährleisten.

Für Mieter soll die Plattform vor allem transparent sein. Es gilt das sogenannte Ein-Preis-Modell. Das bedeutet, dass der vom Vermieter angegebene Preis für den Camper inklusive geeigneter Versicherung gilt und versteckte Zusatzkosten wie zum Beispiel ein Zweitfahreraufschlag ausgeschlossen sind. Auf der Homepage des Start-ups lassen sich unter den Angeboten verschiedenen Suchparameter wie Anzahl der Reisenden, Preis und Start und Ende der geplanten Reise einstellen und angeben. So bekommt der Suchende nur Camper angezeigt, die auf seine Suchparameter passen. Mit dem gemieteten Wohnmobil darf sich der Mieter dann innerhalb von Europa bewegen, hat dabei aber zum Beispiel dafür zu sorgen, dass der Camper technisch stets in gutem Zustand ist.

Viedeo: Die Sharing-Plattform für Wohnmobile „Mycamper“ gut erklärt

Ziel der Plattform ist es laut Gründer Matt, ein Verhältnis zu schaffen, von dem sowohl der Mieter als auch der Vermieter profitiert, wie es in diesem Video gezeigt wird.

Motorhomes Sharing: Angebot trifft auf Nachfrage

In der Schweiz gibt es wenige Plattformen für das Vermieten privater Wohnmobile. mycamper.ch hat dort also eine offene Marktlücke geschlossen.

Mit ein paar Campern hat es im April 2015 angefangen, mittlerweile ist das Angebot aber deutlich gewachsen. In der ganzen Schweiz haben Besitzer ihre Motorhomes mittlerweile auf der Plattform angemeldet und warten auf potenzielle Mieter.

Und das Marktpotenzial ist laut Michele Matt bei weitem noch nicht ausgeschöpft.
mycamper.ch ist damit ein hervorragendes Beispiel für ein gelungenes Start-up. Hier wurde eine innovative Idee so unkompliziert und verbraucherfreundlich umgesetzt, dass sich das Angebot innerhalb einer kurzen Zeitspanne schnell vergrößert konnte.


Bildnachweis: © Fotolia-lebkuchen53

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