Hinterschinken & Co.: 10 Tipps für frischgebackene Pizzabäcker

Die italienische Küche erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit und für nicht wenige Menschen gehört es zum guten Leben einfach dazu, in die nächste Pizzeria zu gehen und dort eine leckere Pizza (natürlich mit Hinterschinken) bestellen zu können. Kein Wunder, dass zahlreiche Gastronomen darüber nachdenken, eine eigene Pizzeria zu eröffnen. An dieser Stelle geben wir zehn Tipps für einen erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit.

Eröffnung der Pizzeria: Unbedingt die Speisekarte überdenken

Pizza und Co. verlangen nach einer hübschen und einzigartigen Speisekarte. Doch bei aller Kreativität muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Angaben und Kennzeichnungen der Beläge und Lebensmittel nach § 11 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzes stimmen. Ansonsten handelt es sich um eine Irreführung, die geahndet werden kann. Ein Beispiel dafür ist der Hinterschinken: Als solcher darf nur ein hochwertiges Produkt vom Schwein und hier explizit aus dem Hinterschenkel des Tieres bezeichnet werden. Der Hinterschinken muss wie gewachsen verwendet werden, hier dürfen keine Veränderungen oder Verbesserungen vorgenommen werden. Auf der Speisekarte der Pizzeria würde die Angabe lauten: „Schinken-Pizza mit Hinterschinken, …“, denn der Hinterschinken darf als solcher, aber auch als Kochschinken oder Schinken betitelt werden. Ähnliche Vorgaben gibt es auch für andere Schinkenarten.

Eine Pizzeria eröffnen: Zehn Tipps für Gründer

Nicht nur der Hinweis auf die richtige Kennzeichnung bzw. Benennung von Hinterschinken und anderen in dem Lokal verwendeten Lebensmitteln ist für den Gründer interessant. Auch die folgenden zehn Tipps können einem Existenzgründer helfen, mit Erfolg an den Start zu gehen und diesen Erfolg auch weiterzuverfolgen.

  1. Heben Sie sich durch gutes Essen ab!
    Ambiente ist zwar wichtig, aber nicht alles. Ihre Kundschaft soll merken, dass es sich wegen des Essens lohnt, in Ihre Pizzeria zu kommen. Der Rest ist dann schmückendes Beiwerk.
  2. Franchise oder selbstständig?
    Als Franchisenehmer sind Sie unabhängiger und können dank der erlaubten Rechtenutzung Rezepturen, bestimmte Warengruppen oder Markennamen verwenden. Sind Sie selbstständig, haben Sie dafür die komplette Kontrolle über Ihr Unternehmen und somit über Ihre Pizzeria.
  3. Bedenken Sie die Kosten!
    Eine Pizzeria zu eröffnen, kostet jede Menge Geld. Oft werden die Kosten unterschätzt. Planen Sie daher besser bis zu 25 Prozent mehr Geld ein, damit Sie über die ersten Geschäftsjahre kommen. Die Anlaufzeit ist mit einem gewissen Risiko verbunden und verschlingt nicht wenig Geld. Vor allem, wenn Sie auf hochwertige Lebensmittel wie Hinterschinken aus bestimmten Landesteilen setzen, können die täglichen Kosten rasch in unvorstellbare Höhen schnellen.
  4. Liefern Sie Ihre Waren auch!
    Viele Menschen lieben zwar die Pizzeria und das gute Essen dort, wollen aber doch lieber zu Hause speisen. Richten Sie einen Lieferservice ein, der den Bestellern das Essen bis an die Haustür bringt. Wenn die Pizza mit Hinterschinken bei der Lieferung gut schmeckt, haben Sie wahrscheinlich treue Kunden gewonnen, die auch in Ihre Pizzeria kommen werden.
  5. Seien Sie abwechslungsreich!
    Setzen Sie besser nicht darauf, dass Ihre Kunden nur Pizza essen wollen. Meist möchten diese nämlich auch Nudelgerichte oder Salate sowie weitere typisch italienische Speisen bestellen können. Richten Sie sich darauf ein und bieten Sie eine angemessene Auswahl an Speisen.
  6. Vereinbaren Sie feste Preise!
    Damit Ihr Gewinn am Ende stimmt und nicht ständig großen Schwankungen unterworfen ist, sollten Sie mit Ihrem Lieferanten der Grundnahrungsmittel einen Preis aushandeln, der immer gleich ist und nicht täglich schwankt. Sie können damit besser kalkulieren.
  7. Wiegen Sie die Portionen ab!
    Lassen Sie die verwendeten Zutaten abwiegen, sodass Sie immer die gleiche Menge an Pilzen, Hinterschinken, Tomaten etc. auf den Pizzen zu liegen haben. Nur so erhalten Sie einen guten Überblick über die entstehenden Kosten für die Zutaten.
  8. Bieten Sie das Catering an!
    Viele Menschen feiern gern, wollen aber weniger gern die gesamten Vorbereitungen übernehmen. Mit einem Cateringservice können Sie genau auf diesen Bedarf eingehen und erreichen die Leute, die eine Veranstaltung ausrichten müssen. Der Cateringservice kann das Angebot der Gaststätte sehr gut ergänzen.
  9. Die Versicherung nicht vergessen!
    Wenn Sie den Lieferservice anbieten, sollten Sie den Lieferwagen sowie den Lieferanten gut versichern lassen – ein Unfall ist schnell geschehen und kann Sie sonst an den Rand des Ruins bringen.
  10. Rabatte nur mit Bedacht vergeben!
    Wer ständig Rabatte anbietet, macht nicht gerade positive Werbung für sich – bestes Beispiel dafür war der Pleite-Baumarkt Praktiker, der mit seinen ewigen Rabattaktionen schnurstracks in die Insolvenz marschierte. Geben Sie Rabatte und verteilen Sie Coupons, aber gehen Sie hier immer mit Bedacht vor und offerieren Sie diese Bonusaktionen nur über einen bestimmten Zeitraum. Zu hohe und dauerhafte Rabatte gefährden den Gewinn, den Sie zudem nur noch schwer kalkulieren können. Geben Sie Rabatte daher an treue Kunden oder zu besonderen Anlässen, aber machen Sie kein dauerhaftes Werbemittel daraus!

Bildnachweis: © freeimages.com – Mireli

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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