Jig-Köpfe, Rod Pole, Carbon-Ruten & Co.: Wollen Sie einen Angler-Shop eröffnen?

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Nicht wenige Menschen wünschen sich, das Hobby zum Beruf machen zu können. So auch einige Angler, obwohl sie es zugleich schwerer haben: Angler sind Menschen, die sehr genaue Vorstellungen von ihrem Hobby und ihrer Ausrüstung haben, die oft markentreu und „shoptreu“ sind. Ein Beispiel: Wer von der Jig Methode überzeugt ist, wird immer wieder jiggen und nur schwerlich davon zu überzeugen sein, eine andere Methode auszuprobieren.

Zur Erklärung: Was ist eigentlich die Jig Methode?

Jig kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie auf- und abschnellen. Vor allem die Sportfischer kennen sich mit dem Jig aus, doch es sind auch immer mehr Hobbyangler, die sich dem Jig verschrieben und diese Methode als die für sie am besten geeignete befunden haben.

Die Köder für den Jig bestehen aus Gummi, seltener werden Köderfischmontagen verwendet. Als Jig wird dabei die Köderführung betitelt: Der Angler hält den Köder nämlich bei dieser Methode nicht still, sondern lässt ihn immer wieder hüpfen. Die Hüpfbewegung wird dicht über dem Boden vorgenommen. Sobald der Köder absinkt, erhöht sich die Bissfreudigkeit der Fische. Kenner sprechen bei der Jig Methode von Erfolgsquoten von bis zu 90 Prozent!

Der Angler wirft nun also den Köder aus und stoppt ihn, bevor er auf die Wasseroberfläche auftrifft. Eine zu große Unruhe darf hier nicht entstehen, das mögen die Fische nicht. Der Angler muss seine Hand für den Jig unbedingt an der Spule behalten und den Bügel zuklappen. Die Spitze der Rute zeigt auf die Schnur, hierbei ist eine Linie einzuhalten. Nun kann der Köder absinken – die Leine bleibt aber immer gespannt. Trifft der Köder auf den Gewässergrund auf, so erschlafft die Leine.

Die erste Absinkphase ist bereits die Phase, in der viele Fische beißen. Dies lässt sich als Zupfen an der Rute spüren. Vielleicht kommt der Köder auch gar nicht erst bis zum Grund und die Schnur wird schon vorher schlaff – dann hat ein Fisch angebissen.

Wenn der Köder bis auf den Grund des Gewässers gelangt ist und bis dahin hat kein Fisch angebissen, dann hebt der Angler die Rute zügig wieder nach oben. Das bewirkt, dass sich der Köder vom Grund löst. Er kann nun wieder in Stellung gebracht werden, die lose Schnur wird eingezogen. Nun geht es wieder von vorn los, die erneute Absinkphase beginnt. Die Chance auf das Beißen der Fische vergrößert sich enorm.

Einen eigenen Angelshop eröffnen?

Wer ist nicht schon einmal auf der Suche nach dem perfekten Ausrüstungsgegenstand für sein Hobby gewesen und ist nicht fündig geworden? Nicht selten sind die eigenen Vorstellungen so konkret, dass die meisten Hersteller diese gar nicht bedienen können. Da liegt es nahe, sich selbst mit der Möglichkeit des Verkaufens zu beschäftigen. Hier können all die Dinge angeboten werden, die man selbst immer vermisst hat, schließlich sitzt man als Verkäufer ja an der Quelle – oder etwa nicht?

Ganz so einfach, wie sich das manch einer denken mag, ist die Sache dann doch nicht. Häufig ist es nämlich so, dass die Shopbetreiber an die Hersteller und deren Vorgaben gebunden sind, was zum Beispiel Mindestabnahmemengen und ein Ausrüstungssortiment angeht.

Es ist nicht ganz einfach, aus einem Traum eine Idee entstehen zu lassen und diese auch noch in die Realität umzusetzen – und damit dann auch noch Erfolg zu haben!

Voraussetzungen für einen eigenen Angelladen

Ob nun Jig Methode oder eine andere Art des Angelns – in einem Angelshop sollen viele verschiedene Kunden bedient werden, die unterschiedliche Interessen und Voraussetzungen mitbringen. Ein umfassendes Grundwissen des Verkäufers ist daher unverzichtbar, denn so manch einer möchte sich zu den verschiedenen Angelmethoden oder zu einzelnen Ausrüstungsgegenständen beraten lassen. Neben dem fachlichen Wissen sind natürlich betriebswirtschaftliche Kenntnisse unverzichtbar, denn Buchführung, Steuerwesen, Bilanzierung etc. sollten keine Fremdwörter sein. Natürlich kann sich ein Existenzgründer für alles Hilfe holen und auch generell Fachleute mit der Ausführung bestimmter Arbeiten beauftragen. Das wird allerdings nach einiger Zeit recht teuer, außerdem ist es immer besser, selbst einen gewissen Überblick zu haben.

Die Investitionskosten für die Eröffnung eines Angelladens dürften sich mindestens im fünfstelligen Bereich bewegen – hier sollte daher entweder genügend Eigenkapital vorhanden sein oder ein guter Businessplan, damit die Banken von der Kreditvergabe überzeugt werden können. Apropos Eigenkapital: Es sollte möglich sein, mit den eigenen Rücklagen einige Monate bis zu einem Jahr auszukommen, ohne dass der neue Laden zwingend einen Gewinn abwerfen muss. Wenn der Verkauf die ersten Kosten deckt, kann der Gründer schon zufrieden sein.

Entscheidend ist zudem die Lage: Ideal wäre natürlich eine Monopolstellung für den Angelladen, in Gewässernähe und in der Nähe zu Anglervereinen. Die Chance auf eine größere Kundenzahl ist hier deutlich höher. Allerdings sind die Angelfreunde aus Vereinen oft in ihren Überzeugungen festgefahren und möchten dann genau die Dinge kaufen können, die sie sich wünschen. Wenn diese Gegenstände dann nicht im Angebot sind, könnte das zu einer schlechten Mundpropaganda führen.

Noch etwas Anschauungsmaterial gefällig? Reinklicken ins Video „Jig-Angeln“

Tipps für Gründer

Gründer sollten sich mit der Jig Methode sowie allen weiteren Methoden des Angelns beschäftigen, um nicht ahnungslos auf Fragen von Kunden reagieren zu können. Was für die einen Angelfreunde Jig als Nonplusultra ist, ist für die anderen eine andere Methode.

Die fachliche Vorbereitung kann dem Gründer niemand abnehmen – die betriebswirtschaftliche zum Teil schon. Hier helfen Beratungsgespräche bei Existenzgründerhilfen oder bei der Agentur für Arbeit. Gründerseminare und Anleitungen, Bücher, Gespräche beim Steuerberater und mit anderen Gründern helfen bei der Vorbereitung. Auch die Bank sollte schon vor Beantragung eines Kredits einbezogen werden, damit die Chancen auf einen Kredit realistisch untersucht werden können.

Neben dem Angelladen, in dem Jig und Co. angeboten werden, sollte ein Onlineshop eröffnet werden. Dies verhindert die strenge räumliche Bindung der Kunden an den Laden und lässt einen landes- oder besser weltweiten Verkauf zu. Allerdings sind für den Onlineshop auch gute Vorkenntnisse nötig. Zudem darf der zeitliche Aufwand nicht unterschätzt werden – Anfragen müssen bearbeitet, Pakete gepackt und auf den Versandweg gebracht werden. Eine gute Software ist hier als Hilfe unverzichtbar – die muss aber auch bedient werden können.

Gründer, die einen eigenen Angelladen eröffnen wollen, sollten zudem eine Unternehmensform wählen, bei der sie nur mit dem geschäftlichen und nicht mit dem privaten Vermögen haften.

Fazit zur Shoperöffnung mit Jig und Co.

Die Idee, einen eigenen Angelladen aufzumachen, erfordert sehr viel Mut und fachliches sowie betriebswirtschaftliches Wissen. Der Erfolg ist nicht davon abhängig, ob Ausrüstungsgegenstände für die Jig Methode oder für eine andere Art und Weise des Angelns angeboten werden, sondern von den eigenen Voraussetzungen sowie von der gewählten Lage des Shops. Sinnvoll kann es immer sein, einen Onlineshop zu führen, sodass Kunden nicht zwangsläufig in den Laden kommen müssen, sondern auch von weiter her ordern können.


Bildnachweis: © freeimages.com – £ukasz Sad³owski

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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