Unternehmensgründung und die Steuern: Die 5 größten Steuerfallen beim Start-up

Die Idee für das eigene Unternehmen zu finden war leicht – das ganze Prozedere der Unternehmensgründung auch nicht allzu schwer. Doch nun stellt sich die Frage nach den Steuern, nach der Buchhaltung und der Finanzverwaltung. Hilfe! Ein Steuerberater kann die Rettung sein – aber muss es wirklich der Berater für vor sein? Was ist von Online-Steuerberatern zu halten und wo halten sich Fallen verborgen?

Beratung zur Steuer schon vor dem Gründen

Bereits in den Anfängen kann ein Gründer einen Steuerberater gut gebrauchen.

Er hilft:

  • wenn sich die Frage nach der passenden Rechtsform stellt,
  • berät zu den Umsatzsteuervoranmeldungen,
  • zu Regelungen für Kleinunternehmer
  • und zum Jahresabschluss, der in Form einer Bilanz oder als einfache Einnahme-Überschuss-Rechnung durchgeführt werden kann.

Die Steuerberatung kann nicht nur für die Existenzgründung genutzt werden, auch zu privaten Dingen wie Erbe, Schenkung oder Einkommenssteuer für Angestellte (falls Sie als Selbstständiger im Nebenerwerb angestellt tätig sind) können Beratungen durchgeführt werden. Das Vertragsverhältnis muss allerdings auf Vertrauen basieren, daher sind kostenlose Erstgespräche eine gute Möglichkeit, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Für Online-Steuerberatungen sind solche Gespräche ebenso möglich.

Wann lohnt sich die Steuerberatung?

Jedes Start-Up will sparen, dennoch sind die Anforderungen an die Finanzen im Einzelfall sehr verschieden. Der Steuerberater muss daher die persönlichen Bedürfnisse der Gründer erkennen und darauf eingehen, nur so lassen sich gute Lösungsansätze finden. Es geht darum, die steuerliche Belastung so gering wie möglich zu halten und auch langfristig für das Unternehmen zu minimieren.

Branchenspezifische Anforderungen müssen berücksichtigt werden und es geht darum, für den Einzelfall spezielle Lösungen zu finden. Für die Existenzgründung ist eine steuerliche Beratung unverzichtbar, denn hier werden alle möglichen Probleme und Gesetzesvorgaben dargelegt.

Ein Gründer, der von seiner Idee zu 100 Prozent überzeugt ist, wird die Augen zu den Themen Budget, Umsatzsteuer, Buchhaltung usw. geöffnet bekommen.

Nicht selten verzichten Gründer lieber auf die Inanspruchnahme eines Steuerberaters, weil ihnen die Kosten für selbigen zu hoch erscheinen. Doch langfristig gesehen rechnen sich diese Ausgaben und helfen sogar dabei, Geld zu sparen. Außerdem müssen rechtliche und betriebswirtschaftliche Fragen geklärt werden und es geht darum, an Genehmigungen und Vorgaben zu denken.

All das überfordert so manchen Existenzgründer bzw. denkt er nicht an jedes Detail. Der Steuerberater wird sogar an der Erstellung des Businessplans mitwirken, indem er die finanzielle Planung des Unternehmens prüft und Aussagen darüber treffen kann, wie tragfähig das Vorhaben sein wird.

Um zu erkennen, dass ein Steuerberater mehr spart, als er kostet, reicht eine einfache Überlegung:

Wer davon ausgeht, dass er etwa 7.000 Euro Umsatz macht, erwirtschaftet pro Tag rund 350 Euro, wenn die Wochenenden einmal herausgerechnet werden. Nun müssen vielleicht zwei bis drei Arbeitstage im Monat für Buchhaltung, Personalwesen und Finanzwirtschaft aufgewendet werden. Das macht eine Umsatzeinbuße von 700 bis 1050 Euro.

So viel kostet keine steuerliche Beratung im Monat!

Selbst bei nur einem Tag würde mehr Geld für die selbstständige Durchführung aller steuerrelevanten Aufgaben aufgewendet werden, als wenn der professionelle Berater hinzugezogen wird. Dazu kommt, dass der Profi sämtliche Arten kennt, um den Gewinn zu maximieren, die Steuern aber so niedrig wie möglich zu halten. Damit lässt sich zusätzlich ein Plus verzeichnen.

Video: Brauch ich als StartUp einen Steuerberater?

Die fünf größten Steuerfallen für Start-ups

  1. Fehlerhafte Buchführung
    Die verschiedenen Steuerarten müssen unterschieden werden, außerdem müssen alle Einnahmen und Ausgaben entsprechend zugeordnet werden. Allzu leicht werden hier Fehler gemacht – Leistungen, die nicht nach geltendem Recht abgerechnet werden, fallen dem Existenzgründer aber gern in Form von Steuernachzahlungen auf die Füße. Gerade die Umsatzsteuer ist ein Fall für sich.
  2. Aufwendungen für die Gründung nicht berücksichtigen
    Die Kosten, die einem Start-up vor der Gründung entstanden sind, können als vorweggenommene Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Diese Möglichkeit wird aber häufig vergessen, die steuerliche Belastung ist damit höher. Der Zeitpunkt, zu dem Ausgaben getätigt wurden, ist immer relevant, wird aber gern vergessen.
  3. Falsche Rechtsform wählen
    Im Rahmen der Unternehmensgründung muss die Rechtsform festgelegt werden. Über die verschiedenen Möglichkeiten beraten Portale wie Haufe und Co. Die Wahl der Rechtsform ist ausschlaggebend für anfallende Steuern. Wer zum Beispiel keine Körperschaftssteuer entrichtet, was aber im Rahmen der Betriebsprüfung durch das Finanzamt herauskommt, muss diese nachzahlen und kann eventuell sogar wegen einer Ordnungswidrigkeit belangt werden.
  4. Steuervorauszahlungen zu niedrig ansetzen
    Ein beliebter Fehler ist es, das eigene Einkommen zu gering zu schätzen und damit zu geringe Einkommenssteuern vorauszuzahlen. Die Steuern müssen später nachgezahlt werden, außerdem kann die Liquidität so stark unter den Nachzahlungen leiden, dass eine Zahlungsunfähigkeit oder sogar eine Insolvenz droht.
  5. Verträge mit Verwandten eingehen
    Verträge, die mündlich geschlossen werden, sind gültig. Wer aber ein Familienmitglied im eigenen Unternehmen beschäftigen will, muss besondere Formvorgaben in puncto Vertrag beachten. Dann können Arbeitsleistungen, Überlassungen von Sachgegenständen und vergebene Darlehen steuerlich berücksichtigt werden. Werden diese nicht steuerwirksam beachtet, kann das enorme Verluste bedeuten.

Mit der Online-Steuerberatung sparen

Nicht zwangsläufig muss die Kanzlei vor Ort für eine steuerliche Beratungsmaßnahme gewählt werden. Denn es ist völlig egal, ob Sie sich in Berlin oder Hamburg oder einer anderen Stadt beraten lassen – warum dann nicht die Online-Beratung wählen?

Eine gute Anlaufstelle zur Information ist die Seite von Haufe.

Steuerliche Beratungen zur Gründung: Viele gesetzlichen Regelungen kann ein Gründer gar nicht wirklich kennen. Ein Steuerberater ist hier der richtige Ansprechpartner. (#01)

Steuerliche Beratungen zur Gründung: Viele gesetzlichen Regelungen kann ein Gründer gar nicht wirklich kennen. Ein Steuerberater ist hier der richtige Ansprechpartner. (#01)

Hier sind nicht nur Beratungsangebote zu finden, sondern auch zahlreiche Informationen zu allen steuerlich relevanten Themen. Zudem gibt es umfassende Informationen in puncto Marketing, was für ein Startup ebenfalls nicht ganz unwichtig sein dürfte und im Rahmen der steuerlichen Absetzbarkeit ausgabentechnisch berücksichtigt werden muss.

Für die Online-Steuerberatung ist ein entsprechendes Programm nötig, in das die Buchungen eingetragen werden können. Dieses Modul stellt die Basis für die Kanzlei oder das Online-Büro dar, um den Jahresabschluss anfertigen zu können. Da der Selbstständige hier viele Arbeiten selbst übernimmt, halten sich die Kosten für das Beratungsunternehmen im Rahmen und die Ausgaben für den Kunden sind niedrig.

Einen persönlichen Berater kann der Kunde dennoch beanspruchen, denn in der Regel wird aus dem gesamten Mitarbeiterteam ein Berater zugewiesen, der die Betreuung des Einzelnen übernimmt.

Die Vorteile bei der Beauftragung einer Online-Steuerberatung neben der Kostenersparnis liegen auf der Hand:

  • Fragen können jederzeit beantwortet werden, der Zugriff auf die Daten ist von beiden Seiten aus immer möglich.
  • Der zeitliche Aufwand ist gering, eine persönliche Terminvereinbarung mit eventueller Wartezeit ist nicht nötig.
  • Jahresabschlüsse können sehr kurzfristig und effizient durchgeführt werden, die vom Finanzamt angesetzten
  • Deadlines können leichter berücksichtigt werden.
  • Bezahlt werden müssen entweder nur die konkret in Anspruch genommenen Leistungen oder es wird ein Paket gebucht, in dem bestimmte Leistungen enthalten sind.

Beispiele für Online-Steuerberatungen

Im Folgenden finden Sie drei Beispiele für Online-Steuerberatungen, die sich für Selbstständige nach der Existenzgründung sowie auch für laufende Firmen sehr gut eignen und entsprechende Angebote für diese Zielgruppen parat haben.

  • Ein Anbieter, der gern die einfachste Steuerberatung des ganzen Landes offerieren möchte, ist felix1.de. Hier setzt man auf eine einfache Zusammenarbeit, die persönliche Betreuung der Mandanten durch einen individuellen Berater sowie auf eine hohe Kostentransparenz.
    Die verschiedenen Pakete werden für Freiberufler und Gewerbetreibende angeboten. Beinhaltet sind dort zum Beispiel die komplette Finanzbuchhaltung, die Umsatzsteuererklärung, die Gewinnermittlung, die Prüfung der Steuerbescheide und die monatliche Plausibilitätsprüfung der Daten. Die Kosten unterscheiden sich und beginnen bei 39 Euro pro Monat für das kleinste Paket.
  • Auch die Steueragenten stellen ihre Leistungen als Online-Steuerberater zur Verfügung. Angefertigt werden Steuererklärungen, es wird die Lohn- und Finanzbuchhaltung durchgeführt und die Jahresabschlüssen werden vorgenommen. Dazu bieten die Steueragenten verschiedene Beratungsleistungen an.
    Sie sind nicht nur für Gewerbetreibende und Freiberufler eine Anlaufstelle, sondern nehmen auch Beratungen für Privatpersonen vor. Zu den Selbstständigen: Existenzgründer finden bei den Steueragenten Rat und Hilfe zur Erstellung des Businessplans, zu möglichen Fördermitteln und zur steuerlichen Anmeldung.
  • Das dritte Beispiel an dieser Stelle befasst sich mit Venvie. Die Online-Steuerkanzlei wirbt damit, für alle Berufsgruppen und Branchen offen zu sein und dabei zu helfen, möglichst viel Geld zu sparen. Hier wird ein Onlineprogramm angeboten, das auf DATEV basiert und sämtliche relevanten Buchungsdaten aufnimmt. Lohnbuchhaltung, Personalverwaltung und das gesamte Finanzwesen können auf den Schultern von Venvie abgeladen werden.
    Steuerliche Beratungen zur Gründung eines Unternehmens, zu Fördermitteln, zu Steuersparmaßnahmen und zur Minimierung der monatlichen Belastung sind natürlich inklusive. Das Beratungsunternehmen setzt darüber hinaus nicht nur auf die Steuer-, sondern auch auf die Unternehmensberatung. Firmen, die sich in Schieflage befinden, können sich ebenso an Venvie wenden wie Firmen, die gerade auf dem aufsteigenden Ast sind und wissen wollen, wie sie noch erfolgreicher werden können.

Bildnachweise: © Fotolia Titelbild: MK-Photo – #01: Trueffelpix

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

3 Kommentare

  1. Ester Diemer on

    Vielen Dank für die Übersicht zu steuerrechtlichem bei der Unternehmensgründung. Ich hätte nicht gedacht, dass sich die Beratung bereits vor Gründung lohnt, sondern erwartet, dass es erst ernst wird, sobald die ersten Umsätze im Rollen sind. Wir werden nun aber einen Steuerberater engagieren um die Umsatzsteuervoranmeldungen zu klären.

  2. Ester Diemer on

    Wir sind in der Situation, dass wir unser Unternehmen zwar noch nicht gegründet haben, aber fast alle Pläne schon stehen. Gut, dass wir vor dem abschließenden Schritt noch auf Ihren Artikel gestoßen sind, denn die Regelungen für Kleinstunternehmer sind uns noch nicht 100% klar und ein Steuerberater könnte uns bei der Gründung daher wahrscheinlich gut vor dummen Fehlern bewahren.

  3. Klingt spannend, bisher dachte ich, dass man von Anbeginn einen Steuerberater benötigt. Meine Freundin möchte auch ein kleines Unternehmen gründen, sucht aber noch Infos für die Steuern. Es ändert sich in den Jahren ja so viel, dass man Probleme hat überhaupt hinterher zu kommen.

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