Vierkant-Design: Erfolgreiches Startup feiert 2. Geburtstag

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Immer wieder gibt es Unternehmen, die als Start-up von sich reden machen und die Interessenten auch später nicht loslassen. Eines dieser Unternehmen ist „Vierkant-Design“ aus Essen. Bernd Holarek, Georg Moser und Jonathan Overhoff gründeten vor zwei Jahren ihre erste eigene Firma und feierten nun am 21.10.2015 deren zweijähriges Bestehen. Eine Leistung, die nicht jedem Start-up gegönnt ist! Gründergeist gepaart mit innovativen Ideen brachte den Erfolg, in dem sich das junge Unternehmen nun sonnen darf. Auch die Zukunft von Vierkant-Design erscheint in rosigen Farben – nachdem es Ende 2014 eher schlecht aussah, hat sich das Unternehmen wieder berappelt und präsentiert sich nun erfolgreich wie nie.

Was macht Vierkant-Design?

Vierkant-Design steht für technologisches Know-how, für die Verarbeitung bester Materialien und für die Nutzung von Klassikern, die ansonsten in der Versenkung verschwinden würden. Die Qualität der Arbeiten befindet sich auf höchstem industriellen Standard, dazu kommt modernste Technik, die je nach Bedarf eingesetzt und angepasst wird. Ein Beispiel für die Arbeit von Vierkant-Design ist die Blockuhr. Es handelt sich dabei um eine echte Bahnhofsuhr, die einst bei der Deutschen Bahn ihren Dienst versah. Heute ist sie als moderne Standuhr zu sehen, die auf einem Stehtisch aufgebracht und mit einem Stahlsockel verschweißt die genaue Uhrzeit zeigt. Die Produkte, die Vierkant-Design herstellt, sind streng limitiert und werden allenfalls in Miniserien produziert. Der Grund dafür ist zum einen, dass hier möglichst Unikate geschaffen werden sollen, zum anderen sind nur wenige solcher alten Bahnhofsuhren verfügbar und können für die Zwecke von Vierkant-Design eingesetzt werden.

Mit den Industrieprodukten, in denen erstklassige Technik verbaut worden ist, hat sich das Unternehmen in Deutschland und auch über die Landesgrenzen hinaus einen Namen machen können und arbeitet nun an der Weiterentwicklung der Produkte und neuer Ideen, die auch in Zukunft tragfähig sein sollen.

Wie alles begann

Einst waren die drei Gründer Nachbarn einer Wohngemeinschaft. Georg Moser brachte eine alte Bahnhofsuhr mit nach Hause, die allerdings völlig neu aufgebaut werden musste. Sie wurde restauriert, wobei sich die nötigen Arbeiten über ein Jahr lang hinzogen. Die drei jungen Männer hatten schnell die Idee, dass sich daraus doch ein Geschäft entwickeln ließe und dass sicherlich ein geeigneter Markt vorhanden sei. Der Name für das angehende Unternehmen resultierte aus der Tatsache, dass für die Öffnung der Uhren ein Vierkantschlüssel vonnöten gewesen war. Großartige Überlegungen zum Namen waren daher nicht mehr nötig.

Die Idee hinter den Basteleien war, dass die Industrietechnik, die hier verbaut worden war, sehr langlebig ist. Warum sollte man dies nicht nutzen können? Fortan ging es um Bahnhofsuhren und Anzeigentafeln, wie sie auf Bahnhöfen und Flughäfen eingesetzt werden. Diese mussten zuerst beschafft werden, danach erfolgten Restauration und Änderung der Funktionen. Zugzielanzeigen, die vormals analog funktioniert hatten, wurden zu stylishen Accessoires für moderne Wohnungen, Abflugtafeln wurden zu Tafeln, die digitale Informationen anzeigen konnten. So präsentierten diese Tafeln schon bald statt der vorgesehenen oder tatsächlichen Abflugzeiten Fußballergebnisse oder Börsenkurse.

Die drei Gründer wussten schon von Anfang an, dass die verbaute Industrietechnik scheinbar ewig halten würde, diese Technik belohnt all die Mühen nicht damit, dass sie grundlos aufhört zu arbeiten. Somit sind die gefertigten Produkte, die durch Vierkant-Design auf den Markt kommen, besonders langlebig und niemand muss sich Sorgen darum machen, was passiert, wenn die gute, alte Bahnhofsuhr den Geist aufgibt. Das wird nicht geschehen!

Hohe Preise für Luxusartikel

Die Preise, die Moser, Holarek und Overhoff für ihre Werke verlangen, können sich allerdings sehen lassen. Sie beginnen bei ungefähr 2.800 Euro pro Produkt, wobei sich die Preise für Privatpersonen nicht von denen unterscheiden, die von Unternehmen verlangt werden. Die Preise sind für die in Handarbeit entstandenen Artikel gerechtfertigt und es zeigte sich, dass tatsächlich ein zahlungskräftiger Markt vorhanden war und ist.

Heute arbeiten die drei in Vollzeit und können sich ein eigenes Büro leisten. Die Zeiten, in denen die Uhren und Anzeigentafeln in der WG zu neuen Produkten verarbeitet wurden, scheinen endgültig vorbei zu sein. Der Erfolg ist den einstigen Gründern hold und jüngst wurde auch eine große Fallblattanzeige verkauft – wohlgemerkt in die Schweiz und nicht innerhalb Deutschlands. Somit können sich Vierkant-Design auch international nach und nach einen Namen machen.

Neue Ideen braucht das Unternehmen

Eigentlich müsste man sagen, dass das Unternehmen bereits neue Ideen hat und diese zu interessanten Produkten verarbeitet. Gebraucht werden die Ideen nicht wirklich, sie scheinen den ehemaligen Existenzgründern zuzufliegen. Wobei anzumerken ist, dass die drei jungen Herren nicht immer auf der Sonnenseite des Unternehmerlebens standen, auch sie haben die Schattenseiten der Selbstständigkeit kennenlernen müssen. Vierkant-Design brachte laut eigener Aussage gleichzeitig die schönste und die schlimmste Zeit im Leben der Gründer, wobei das Projekt teilweise sogar schon zu scheitern drohte. Auch wenn nun in 2015 der zweite Geburtstag gefeiert wurde – Ende 2014 sah es so aus, als könnte die gesamte Idee einfach eingestampft werden. Doch aus diesem Tief rappelte man sich wieder heraus und nun stellt sich die Zukunft sogar derart dar, dass eine Expansion des Unternehmens geplant ist. Neue Mitarbeiter sollen eingestellte werden, die drei Herren möchten nicht mehr alles allein machen müssen. Schon jetzt freuen sie sich auf erste Bewerbungsgespräche, die sie mit ihren angehenden Angestellten führen werden.

Vierkant Design: drei kreative Ingenieure formen das StartUp

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Allerdings ist allen Beteiligten bewusst, dass das Umgestalten von Fallblattanzeigen, Fluganzeigetafeln und Bahnhofsuhren keine Beschäftigung für die Ewigkeit ist. Die studierten Ingenieure wissen, dass sie damit nicht zeitlebens Erfolg haben können, irgendwann ist der Markt gedeckt – zumal es sich um einen sehr zahlungskräftigen Markt handeln muss. Außerdem haben die Bahnhöfe und Flughäfen irgendwann keine Anzeigen mehr, die ausrangiert werden müssen und die danach ein neues Zuhause suchen. Doch alle drei Gründer gehen davon aus, dass sie immer gute Ideen haben werden, mit denen sich das Geschäft fortführen lässt. Der Bereich der Industrietechnik hat noch so viel zu bieten, was sich zu interessanten Produkten umarbeiten lässt – ob dies immer im Luxussegment sein muss, sei allerdings noch dahingestellt.

Nun wird erst einmal daran gearbeitet, dass die derzeitigen Produkte möglichst weit bekannt werden, dass außer dem Käufer in der Schweiz auch andere Interessenten auf den Plan treten und sich für die umgebauten Anzeigetafeln und Bahnhofsuhren interessieren. Im Privatbereich wird sicherlich der Bedarf früher oder später gedeckt sein, daher bauen die jungen Unternehmen in erster Linie auf gewerbliche Kunden, die zum einen zahlungskräftig genug sind, zum anderen die liebevoll gestalteten Produkte nachfragen – wobei bei Industrieprodukten vielleicht besser nicht von „liebevoll“ gesprochen wird, sondern eher von sorgfältig und technisch auf höchstem Niveau.


Bildnachweis: © Vierkant Design

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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